Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Ruf nach Baugrundstücken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ruf nach Baugrundstücken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:06 14.07.2017
In Wittstock gibt es nur noch wenige Bauplätze.
In Wittstock gibt es nur noch wenige Bauplätze. Quelle: Christamaria Ruch
Anzeige
Wittstock

Wittstock braucht mehr Platz für potenzielle Bauherren. Das forderte Lutz Scheidemann (FDP) auf der jüngsten Sitzung der Wittstocker Stadtverordneten am Mittwochabend. Angesichts eines merklichen Zuzuges von Rückkehrern aus den alten Bundesländern sollte die Stadt reagieren und mehr Baugrundstücke anbieten. „Wir brauchen Bebauungspläne für Flächen, auf denen Eigenheime entstehen können“, sagte er und wies zugleich auf mehrere Möglichkeiten hin, die aus seiner Sicht dafür in Frage kämen. So könnten Areale im Bereich Bohnekamp in Wittstock genutzt werden, auf denen in der Vergangenheit bereits Wohnblöcke abgerissen wurden. Da die Erschließung aber zumindest teilweise noch vorhanden sei, könne sie für eine neue Bebauung wieder genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit sieht Lutz Scheidemann auf der Fläche des ehemaligen Garagenkomplexes an der Wiesenstraße.

Das Thema schnellstmöglich anpacken

„Wir müssen dieses Thema schnellstmöglich anpacken“, sagte er, auch wenn die Kapazitäten der Stadt durch die Laga-Vorbereitungen bereits stark beansprucht seien. Schließlich dürfe es nicht länger hingenommen, werden, dass Rückkehrer oder andere Familien, die sich in Wittstock ein Zuhause schaffen möchten, sich womöglich woandershin orientierten. „Wir brauchen diese Einwohner bei uns.“ Deshalb müsse die Stadt handeln, um „etwas anbieten“ zu können.

Tatsächlich ist die Auswahl von Baugrundstücken auf städtischem Land überschaubar. Aktuell gebe es ein 900 Quadratmeter großes Exemplar in der Rosa-Luxemburg-Straße, neben dem Standort der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG); ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück in Freyenstein sowie jeweils 800 Quadratmeter große Flächen in Wulfersdorf und Fretzdorf; außerdem neun Erholungsgrundstücke in Sewekow im Bebauungsplangebiet am Langhagensee.

Potenziellen Bauherren entgegenkommen

Doch Scheidemann zielt mit seiner Forderung vor allem auf Angebote in der Kernstadt ab. Außerdem vermisst er eine Möglichkeit, dass sich potenzielle Bauherren von außerhalb einen Überblick über Bauplätze in der Stadt verschaffen könnten. „Wir bieten ja nichts an.“

Bürgermeister hat eine differenzierte Sicht auf die Dinge

Differenzierter sieht das Bürgermeister Jörg Gehrmann. Er wolle die Anregung gern aufnehmen, gab aber zu bedenken, dass in den kommenden Jahren davon auszugehen sei, dass die Zahl der leer stehenden Häuser zunehmen wird. Denn in vielen davon lebten nur noch einzelne Personen. Ob es dennoch sinnvoll wäre, weitere Baugrundstücke als solche zu entwickeln, hänge vom Bedarf ab. „Den Ruf nach guten Bauplätzen höre ich auch“, so Bürgermeister Gehrmann.

Einen ähnlichen Engpass bei verfügbaren Baugrundstücken gibt es übrigens auch beim Nachbarn in der Gemeinde Heiligengrabe. Das Thema steht dort auch schon seit längerer Zeit auf der Agenda. Denn gerade der Ort Heiligengrabe ist nicht zuletzt durch die Arbeitsplätze im Gewerbegebiet, die günstige Verkehrsanbindung und die vorhandene Infrastruktur mit Kita, Schule und Einkaufsmöglichkeiten bei potenziellen Bauherren sehr beliebt. Laut Bürgermeister Holger Kippenhahn sei es aber noch nicht gelungen, weitere Bauplätze zu erschließen. Das liege vor allem daran, dass Verhandlungen mit den Landeigentümern nicht wie gewünscht gefruchtet hätten.

Von Björn Wagener

Polizei Wittenberge/ Neuruppin - Schwarze Kreuze an den Straßen
14.07.2017
14.07.2017