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Ostprignitz-Ruppin Sanierung im Schloss geht voran
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sanierung im Schloss geht voran
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18:30 26.04.2015
Das Schloss in Freyenstein. Quelle: Wagener
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Freyenstein

Sanieren braucht Zeit. Da macht das Schloss in Freyenstein keine Ausnahme: Die Arbeiten sollen zwar bis Ende August abgeschlossen sein, aber bezogen werden wird es voraussichtlich erst im Frühjahr kommenden Jahres, weil erst dann die Innenausstattung vorhanden sein werde. Diesen Zeitplan nannte Bauamtsleiter Friedhelm Kanzler am Sonnabend in Freyenstein.

Schloss oder Burg: Ein Zwischending

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An diesem Tag hatte der örtliche Förderverein im dortigen Schloss zu einer Informationsrunde eingeladen, in der der Sanierungsstand öffentlich dargelegt werden sollte. Mit dabei waren Restaurator Jochen Hochsieder, Bauleiter Werner Dünkel, Peter Goralczyk, der sich im Auftrag der Brandenburgischen Schlösser GmbH mit der Bauforschung beschäftigt, und Hendrik Seipt von der Werkart-Restaurierung GbR aus Wittstock. Außerdem beschäftigte sich Fördervereinsvorsitzender Stefan Lischnewski mit der Frage: Ist das Freyensteiner Schloss nun eine Burg oder ein Schloss? Zuweilen werden beide Bezeichnungen benutzt. Nach ausführlicher Abwägung, inklusive diverser Vergleiche mit anderen ähnlichen Häusern in der Region, zog er am Ende den Schluss: Das Schloss sei ein Zwischending. Es trage sowohl Züge der Wehrhaftigkeit, die für Burgen typisch sind, als auch der Wohnlichkeit, die eher Schlösser ausmachten.

Wenn Geschichte sichtbar wird

Beinahe wohnlich geht es schon jetzt vor allem in der großen Hofstube zu, der guten Stube des Hauses. Die Gewölbe mit dem Stuck kommen nun wieder viel besser zur Geltung. Auffällig sind dabei dunkle Flecken. Dort konnte der alte Putz aus dem 16. Jahrhundert erhalten werden. "Wir würden es eigentlich gern in dieser Form belassen", sagte Dünkel, um Historie und Moderne nebeneinander sichtbar zu machen. Auch Peter Goralczyk bekräftigte das. Ein Übermalen würde die Differenzierung zwischen den Epochen verhindern, sagte er. Dennoch sollten die Gäste entscheiden, wie sie "ihre" große Hofstube gern sähen. Die Mehrheit schloss sich der Meinung der Fachleute an, obwohl eine Frau auch fragte, ob diese Flecken nicht irgendwie zu beseitigen wären. "Es wird eben nicht allen gefallen", lenkte Dünkel ein.

Blick in die große Hofstube. Sie soll künftig für Veranstaltungen genutzt werden. Quelle: Wagener

Wichtige Einrichtungen sollen ins Gebäude ziehen

Zum Fußboden sei nicht viel bekannt, wahrscheinlich sei er praktischerweise aus Stein gewesen. Wie er sich künftig präsentieren wird, müsse noch entschieden werden. "Ziegelplatten wären historischer, Holz aber aus schalltechnischen Gründen günstiger", so Dünkel. Die Besucher konnten sich am Sonnabend auch in anderen Räumen des Erdgeschosses umsehen, wo Hendrik Seipt näher auf Details der Sanierung einging.

Das Schloss soll künftig erster Anlaufpunkt für Touristen sein, die sich den Archäologischen Park ansehen möchten. Ganz oben, in der dritten Etage, werde die Bibliothek einziehen, die sich vor der Sanierung im Erdgeschoss befand. In Letzterem wurde eine Fußbodenheizung installiert. Auch hielt eine neue Stahltreppe Einzug, die es ermöglicht, "jetzt wieder die Fenster zu erreichen", wie Friedhelm Kanzler sagte. Künftig solle es auch einen Fahrstuhl geben. Überhaupt sei vorgesehen, dass das Schloss zur Unterbringung der wichtigsten Einrichtungen dient, sodass jetzige Räume in der alten Schule freigezogen werden können.

Alt-Bürgermeister Dieter Trettin fragte, wann denn die Toiletten fertig sein werden, "denn erst dann kann ja alles wirklich genutzt werden." Werner Dünkel antwortete, dass sie bereits zum Stadtfest am 11. Juli zumindest von der Parkseite aus benutzbar sein werden.

Von Björn Wagener

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