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Ostprignitz-Ruppin Saunadorf für die Rhinstadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Saunadorf für die Rhinstadt
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00:18 09.02.2017
Das Saunadorf soll in der Fehrbelliner Luchstraße entstehen. Quelle: Geisler
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Fehrbellin

Gert Kluge aus Falkensee will in Fehrbellin ein Saunadorf entwickeln. Das bestätigte auf MAZ-Anfrage Jörg Lewin vom Neuruppiner Büro Plankontor. In dem Komplex im Gewerbegebiet an der Luchstraße 11 sollen sechs verschiedene Saunatypen in Holzhäusern entstehen, in denen auch beheizte Swimmingpools und Massageräume vorgesehen sind. Das Angebot auf dem 6500 Quadratmeter großen Areal soll durch ein Restaurant, einen Kosmetikbereich sowie eine Spielecke drin und einen Kinderspielplatz samt Betreuung draußen ergänzt werden. Das Ziel sei es, eine Freizeitanlage zu schaffen, in der sich auch Familien wohlfühlen, so Lewin.

Der Planer rechnet damit, dass sich dort bis zu 60 Gäste aufhalten können. Um ihre Privatsphäre zu schützen, soll das Dorf mit einer Fassade umgeben sein. Um die Umwelt zu schonen, setze der Investor Gert Kluge auf Photovoltaik-Technik und Aufbereitung des Gebrauchswassers.

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Grundstück im nördlichen Berliner Umland gesucht

Lange habe Gert Kluge im Ausland gearbeitet und auf verschiedenen Kontinenten Saunadörfer kennengelernt, berichtet Jörg Lewin. Jetzt kommt er nach Deutschland zurück – und will die Idee hier verwirklichen. Dafür hat der Investor nach geeigneten Grundstücken im nördlichen Berliner Umland gesucht, damit die Attraktion gut von der Hauptstadt aus zu erreichen ist und der Weg auch für ihn nicht zu lang ist.

Dass seine Wahl ausgerechnet auf Fehrbellin gefallen ist, hänge auch damit zusammen, dass ihm die Verwaltung nicht von Anfang an Steine in den Weg gelegt hatte. Vielmehr habe die Gemeinde signalisiert, dass sie froh über eine Entwicklung auf dem Gelände wäre. „Das ist nicht überall so“, berichtet Lewin. „Manche Kommunen vermitteln das Gefühl, dass Investoren nur unliebsame Arbeit bedeuten.“ Dennoch ist noch nicht klar, ob die Fehrbelliner dem Vorhaben zustimmen. Am 9. Februar berät der Ortsbeirat über die Idee, einige Wochen später treffen die Gemeindevertreter eine Entscheidung.

Ehemaliges Lehrlingswohnheim ist eine Ruine

Auch bei einem Ja wird es aber etwa drei Jahre dauern, bis das Saunadorf steht, schätzt Lewin. Um auf dem Gelände, das sich im Außenbereich von Fehrbellin befindet, überhaupt bauen zu dürfen, muss der Investor einen Bebauungsplan erarbeiten lassen. Lewin rechnet damit, dass alleine das bis zu anderthalb Jahren dauern kann. Er geht davon aus, dass es auf dem Areal schützenswerte Tierarten gibt und somit vermutlich auch entsprechende Untersuchungen notwendig sind. Besonders das frühere Plakotex-Lehrlingswohnheim, das eine Ruine ist und für das Projekt abgerissen werden soll, könnte sich als ein „Paradies für Tiere“ erweisen. „Das ist aber kein K.-o.-Kriterium. Wir können das Problem mit Ersatzbiotopen lösen.“

Von Celina Aniol