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Ostprignitz-Ruppin Schüler entwickeln Modell für Regionalladen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schüler entwickeln Modell für Regionalladen
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02:27 16.04.2018
Das erste Geschoss steht: Läuft alles nach Plan, wird das erste Gebäude des Projekts „An der Pauline“ in diesem Jahr fertig sein. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Irmgard Ringgenberg wird umziehen. Von einer Wohnung der Neuruppiner Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) in das Gemeinschaftswohnprojekt „An der Pauline“. Der Umzug – der Abschied des Gewohnten – fällt der älteren Dame nicht leicht. Dennoch freut sie sich. „Wir hoffen, dass es wieder so eine schöne Gemeinschaft gibt“, sagt sie. Die Nähe zum See, die Aufzüge an den Wohnungen, das geplante Bistro – all das waren Argumente, sich auf das Gemeinschaftswohnprojekt einzulassen. „Man kann hier auch mal einen Kaffee trinken gehen“, sagt sie lächelnd. „Man kennt hier doch so allerlei.“

Bis 2022 wird die WBG auf einem alten Bahnareal unweit der Fehrbelliner Straße bis zu 90 neue Wohnungen bauen. Das erste Gebäude soll noch in diesem Jahr fertig sein. Schüler des Evangelischen Gymnasiums begleiteten das Projekt im Rahmen eines Seminarkurses – sie drehten einen Film über die Anfänge des Baus und ließen darin auch künftige Bewohner wie Irmgard Ringgenberg zu Wort kommen. Am Dienstag stellten sie den Film, aber auch die ebenso erarbeiteten Modelle eines Regionalladens und eines Gartens den neuen Mietern erstmals vor.

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Vorbild sind die „Unverpackt“-Läden

Neben den eigentlichen Wohnungen will die WBG auch ein Senioren-Wohnhaus mit angeschlossener Kita und ein Gemeinschaftshaus bauen. Im denkmalgeschützten Bahnhof soll zudem eine Gastronomie entstehen. Auch ein Regionalladen ist geplant. Dafür haben drei Schülerinnen bereits einen Modell nach dem Vorbild der „Unverpackt“-Läden entwickelt. Kunden bringen dort eigene Behältnisse mit und können – unabhängig von Verpackungsgrößen – selbst bestimmen, welche Mengen sie einkaufen.

Namen und Logo für den künftigen Laden haben die Schülerinnen ebenfalls schon erdacht – „PUR“ für persönlich, unverpackt und regional. Ein großartiger Vorschlag, wie Projektleiter Heiko Weißenfels findet. Damit die späteren Kunden sich ein Logo aussuchen können, haben die Schülerinnen gleich mehrere Entwürfe vorgelegt. Eine stilisierte Eisenbahn als Reminiszenz an den früheren Bahnhof etwa oder ein Glas, in dem Kunden ihre Einkäufe mitnehmen.

Verschiedene Generationen an einem Ort

Noch ist nicht klar, inwieweit sich die Vorschläge der Schüler verwirklichen lassen. Neben einem Modell für einen Regionalladen hatten sie auch eine Idee für einen Garten entwickelt – Gemüse und Obst aus dem Garten könnte im angegliederten Regionalladen angeboten werden, so ihr Vorschlag. Zwölf Schüler hatten das Gemeinschaftswohnprojekt über eineinhalb Jahre begleitet. Der soziale Gedanke von „An der Pauline“, wo verschiedene Generationen später einmal zusammen leben sollen, sei für die Schüler spannend gewesen, sagt der betreuende Lehrer Karsten Voge. „Es geht um die Frage, wie man Zukunft gestalten kann.“ Weitere Projekte mit der WBG sind geplant.

Von Frauke Herweg