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Ostprignitz-Ruppin Schutzzonen für den Zander auf der Seenkette
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schutzzonen für den Zander auf der Seenkette
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00:33 30.03.2018
Das Raubfischköderverbot soll dem Schutz des Zanders dienen. Quelle: Matthias Anke
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Bantikow

Die Vorstände der 19 Vereine im Kreisanglerverband Kyritz wurden über die Einführung mehrerer sogenannter Zanderschonbezirke auf der Kyritzer Seenkette informiert. Dazu kamen Vertreter des Landesanglerverbands sowie der Unteren Fischereibehörde aus Neuruppin zum Verbandstag, der dieses Mal in Bantikow erfolgte.

Die neue Regelung gilt ab Ostersonntag, 1. April, und bis Ende Mai. In diesem Zeitraum hat der Zander zwar ohnehin Schonzeit, da aber Hechten, Barschen oder anderen Raubfischen nachgestellt werden darf, seien erhebliche Störungen des Laichgeschehens möglich. „Das Männchen vom Zander bewacht das Nest, anders als etwa der Hecht“, erklärt Jonny Dieck von der Fischereibehörde, weshalb das Raubfischangeln wenigstens innerhalb einiger Schutzzonen unterbleiben soll. Diese seien eine Möglichkeit, um den Bestand zu schützen und die Reproduktion zu ermöglichen.

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Sämtliche Raubfischangelei ist in den ausgewiesenen Zonen verboten

Dieck spricht vom sogenannten Methodenangelverbot. Es gelte nicht nur allein der Verzicht auf Kunstköder, sondern sämtliche Formen des Raubfischangelns, etwa mittels Köderfischen.

Die Entscheidung dazu sei erst vor einigen Wochen getroffen worden – einvernehmlich zwischen dem Landesanglerverband als Pächter der Gewässer, dem Fischer Dirk Mielke als Bewirtschafter und der Unteren Fischereibehörde. „Auch für den Fischer gilt diese Einschränkung. Er wird in dieser Zeit auf den Einsatz von Stellnetzen innerhalb und möglichst unmittelbar angrenzend an die Zanderschonbezirke verzichten“, sagt Dieck.

Verstärkte Kontrollen angekündigt

Bei den Laichgebieten handele es sich um Erfahrungswerte und auch nur die größten bekannten Stellen. Sie wurden jetzt auf einer Karte eingetragen, die auf der Internetseite des Landesanglerverbands einsehbar ist. Auf den Gewässern selbst werden die Bereiche in diesen Tagen zusätzlich mit roten Bojen markiert, und zwar auf dem Obersee, Untersee und Bückwitzsee gleichermaßen. „So ist das für jeden erkennbar. Wir wollen das dann verstärkt kontrollieren“, sagt Jonny Dieck. Mit Booten dürfen die betroffenen Bereiche aber weiterhin durchfahren werden.

Willi Dorn zeigt eine der roten Bojen. Sie sollen die Schutzzonen markieren. Quelle: Carola Kademann

Die Maßnahme diene darüber hinaus einer Befreidung eines seit längerem schwelenden Konflikts zwischen Anglern und dem Fischer, wie Willi Dorn andeutet. Als Sprecher des Kreisanglerverbands sagt er: „In der Vergangenheit gab es immer wieder hitzige Debatten über eine ,Überfischung’ der Zanderbestände durch den Fischer und Übergriffe von Anglern auf Material des Fischers.“ Erholen sich die Bestände nun, käme das beiden Seiten zugute. „Nach dem Mai werden sich alle Beteiligten zusammensetzen und den Erfolg oder Nichterfolg auswerten und das weitere Vorgehen festlegen.“

Mit Ruderbooten die Gebiete nur zu überfahren, soll jedoch weiterhin möglich sein. Quelle: Carola Kademann

Jonny Dieck indes gibt bereits zu bedenken, dass das eigentliche Problem für die zumindest gefühlt geringeren Zanderbestände ein anderes sein dürfte: „Es ist die immer bessere Gewässerqualität.“ Hechte hätten damit weniger Probleme. Sie haben zudem eine viel höhere Reproduktionsrate.

Von Matthias Anke

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