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Ostprignitz-Ruppin Schwochow forciert Ausbau der Mühlenstraße
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwochow forciert Ausbau der Mühlenstraße
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19:17 09.03.2018
Ob die Mühlenstraße saniert werden soll oder ob das Land lieber eine innerörtliche Umgehung bauen soll, ist in Rheinsberg umstritten. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Erst im Dezember haben die Rheinsberger Stadtverordneten erneut deutlich gemacht, dass sie den Bau der südlichen Umfahrung forcieren wollen. Sie beschlossen auch, dass die Verwaltung einen Brief mit dieser Forderung an das Land und den Landkreis schreiben soll. Bis jetzt sei das zwar nach Aussagen des neuen Bürgermeisters Frank-Rudi Schwochow nicht passiert. Er will aber bis Ende nächster Woche das Schreiben losschicken. „Ich werde es machen – auch wenn es meiner Auffassung widerspricht“, so Schwochow. „Ich muss mich selbstverständlich dem Votum der Stadtverordneten beugen.“

Leicht falle es ihm nicht. Denn Schwochow ist davon überzeugt, dass der Bau einer Entlastungsstraße durch das Wohngebiet Rhinhöhe keine gute Lösung für die Stadt ist. „Wir lösen damit kein Problem – wir produzieren damit Probleme.“ Der Bürgermeister glaubt, dass andere Varianten der Verkehrslenkung für die Stadt Rheinsberg besser wären. Diejenige, die ihm im Moment am erfolgversprechendsten erscheint, ist die Aufteilung der Autoströme. Diese könnte durch eine Einbahnstraßenregelung in der Innenstadt erreicht werden, sagte der Stadtchef im jüngsten Bauausschuss.

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Neu ist diese Idee nicht. Rheinsberg hat das Modell vor einigen Jahren geprüft und auch einige Versuche mit dem Land dazu gestartet. Damals ist der Vorstoß wieder verworfen worden, weil die Lastwagen die Kurven in den engen Straßen der Kernstadt kaum oder gar nicht geschafft haben (die MAZ berichtete). Auch jetzt werden sie dort nicht plötzlich um die Kurve kommen, lenkt Schwochow ein. Insbesondere die Kreuzung der Berliner und der Rhinstraße sei problematisch für die großen Fahrzeuge. „Dafür müsste man sie umbauen.“ Ob das heutzutage möglich ist, das werde die Stadt klären müssen. Damit das Projekt in Angriff genommen werden kann, müsse vorher aber die Mühlenstraße saniert werden, stellt der Bürgermeister klar. Um den Ausbau schnell zu erreichen, wolle er schon in den nächsten Tagen den Kontakt zum Verkehrsministerium suchen und dort Druck machen.

Genau das ist aber stark umstritten. Viele Rheinsberger befürchten, dass der Verkehr nur noch schneller durch die Mühlenstraße rollt, wenn sie ausgebaut ist – und das würde die unter den vielen Fahrzeugen leidenden Anwohner kaum entlasten. Genau deshalb machte sich auch im Bauausschuss eine Bewohnerin der Mühlenstraße Luft. Sie sehe in der Sanierung keine Lösung. Auch dann nicht, wenn die Verkehrsströme später umverteilt werden. Denn das würde das grundsätzliche Pro­blem mit vielen Lkw in der Innenstadt nur auf andere Bereiche verlagern. Zudem würde diese Variante die Stadt teuer zu stehen kommen, wenn die Laster dann über ihre Straßen statt über die Straßen des Landes oder Bundes rollen.

Schwochow hofft, dass das Land dann einspringen und die Unterhaltung der Nebenstraßen mitfinanzieren könnte. Doch selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, sollte es sich die Stadt überlegen, ob ihr eine gute Verkehrsführung das nicht wert ist. „Es darf da keine Denkverbote geben.“ Er geht davon aus, dass sich die Rheinsberger nun noch einmal intensiv mit den verschiedenen Varianten auseinandersetzen werden. Er selbst will prüfen, was umsetzbar ist. Die Sanierung der Mühlenstraße sei indes ein Muss – auch weil das Land vor Kurzem signalisiert hat, dass die Umgehung in den nächsten zehn Jahren nicht gebaut wird. Schwochow rät deshalb dringend zur Erneuerung, auch weil durch neue Technik die Fahrbahn von den Häusern getrennt wird, wodurch sich Erschütterungen stark verringern lassen. CDU-Stadtvertreter Björn Plazikowski plädierte im Ausschuss dennoch für die Umgehung. Schließlich sei die Absage des Landes kein Dogma. „Und selbst wenn das Planung 15 Jahre dauert, dann haben wir etwas Gutes für unsere Nachwelt getan.“

Von Celina Aniol