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Ostprignitz-Ruppin Seniorenwohngemeinschaft öffnete Türen
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00:17 06.05.2016
Indra Müller und Birgit Frauböse von der Pflegedienstleitung berieten auch Gisela Zerler (v.l.). Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

„Es kostet immer Überwindung, einen neuen Schritt zu gehen“, sagt Gisela Zerler. Doch schon jetzt stellt sie langsam die Weichen für ihre Zukunft. Aus diesem Grund besuchte die 79-Jährige am Dienstag die Seniorenwohngemeinschaft (WG) „mittendrin“ Am Markt in Wittstock. Am Tag der offenen Tür nutzen viele Besucher das Angebot für einen Rundgang oder Gespräche.

Träger ist die ASB-Gesellschaft für soziale Einrichtungen. Pflegedienstleiterin Indra Müller stand mit ihren Mitarbeitern Rede und Antwort.

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Roswitha Krenz führte durch das Haus, schloss einige der 22 Einzelzimmer auf und gab den Gästen Einblicke in den Alltag. Krenz ist dort als Präsenzkraft tätig, bezeichnet sich auch als Hausmutter. „Jeder wird hier aktiv in das Leben einbezogen und wir möchten den Mietern die Pflege und Betreuung so lange wie möglich gewähren.“ Die Wohngemeinschaft kann eine Alternative zum Leben im Seniorenheim sein. „Je länger unsere Mieter hier leben, umso enger ist die Beziehung“, so Roswitha Krenz. Aktuell stehen vier Zimmer frei.

Gesucht und gefunden: Rosemarie Ramin (l.) kümmert sich ehrenamtlich um Elsbeth Fürch. Quelle: Christamaria Ruch

„So lange, wie es geht, möchte ich noch alleine leben, aber diese Wohngemeinschaft interessiert mich wirklich“, sagt Gisela Zerler. Einen Schritt weiter ist Elsbeth Fürch aus Fretzdorf. Die 90-Jährige bezog im Oktober letzten Jahres ein Zimmer in der WG. „Anfangs fiel es mir schwer, mich einzugewöhnen, aber jetzt fühle ich mich wohl“, sagt sie. Dann begrüßt sie Rosemarie Ramin, die ihre ehrenamtliche Helferin ist. Sofort fällt die Sympathie füreinander auf. „Wir gehen gemeinsam spazieren oder mal einkaufen“, sagt Ramin.

Die acht Alltagsbegleiter, vier Servicekräfte und drei Mitarbeiter in der Nachtschicht sorgen gemeinsam mit den Freiwilligen für einen angenehmen Alltag der derzeit 18 Mieter. „Alle Mahlzeiten werden hier vor Ort zubereitet“, sagt Roswitha Krenz.

Demokratisch entsteht auch der Speiseplan, wo genug Raum für die Lieblingsessen der Mieter ist. Die Wäsche wird vor Ort gewaschen und niemand muss seine Stücke kennzeichnen. Jeder Mieter bringt seine eigenen Möbel mit. Interessenten können einen Schnuppertag in der Wohngemeinschaft verbringen. Dabei lernen sie das Alltagsgeschehen kennen. Auch Elsbeth Fürch ging diesen Weg, bevor sie in die Wohngemeinschaft zog.

Roswitha Krenz führte durch das Haus. Quelle: Christamaria Ruch

Im Mietersprecherrat sind fünf Personen tätig. Andreas Ellfeldt ist davon der einzige Mieter; die anderen sind Angehörige. Leiter Bernd Weihshahn ist bis heute dem Gremium treu geblieben, obwohl seine Verwandte schon vor längerer Zeit verstorben ist.

Ellfeldt schätzt „die sehr kurzen Wege im Mietersprecherrat.“ Wenn irgendwo der Schuh drückt oder Anschaffungen getätigt werden, wird dies gemeinsam besiegelt.

Die großzügigen Gemeinschaftsräume „sind ein wichtiger Treff für uns“, sagt Andreas Ellfeldt. Der 56-Jährige ist mit Abstand der jüngste Mieter; der älteste Bewohner ist 98 Jahre. Ellfeldt: „Ich wohne seit einem Jahr hier, aber fühle mich wirklich sehr wohl.“ Die Senioren-WG in Wittstock heißt zu Recht „mittendrin“ - zentraler als dort kann niemand im Alter leben.

Von Christamaria Ruch

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