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Ostprignitz-Ruppin Skaterpark ist kaum zu retten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Skaterpark ist kaum zu retten
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19:10 26.03.2018
Die Geräte der Skateranlage sind inzwischen 17 Jahre alt und schon sehr mitgenommen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Dem beliebten Skaterpark an der Heinrich-Rau-Straße in Neuruppin droht in seiner jetzigen Form wohl das Aus. Seit Jahren diskutieren Jugendliche, Stadtverwaltung und Stadtverordnete schon, wie die Anlage zu retten ist. Doch inzwischen scheint klar, dass die Geräte in schlechterem Zustand sind als gehofft. Vor allem sind die nötigen Reparaturen aber ein viel größeres Problem als angenommen.

Die Männer des Neuruppiner Stadtbauhofes haben bisher stets versucht, den kaputten Fahrbahnbelag auf den Geräten aus Stahl auszubessern. Aber mittlerweile sind die Schäden so groß, dass der Bauhof allein nicht mehr weiterkommt und Fachleute ran müssten – wenn es denn welche gibt. „Wir haben auch ein Problem, Fachfirmen zu finden“, musste Neuruppins Baudezernent Arne Krohn jetzt gegenüber den Stadtverordneten einräumen. „Wir haben schon mit den Innungsmeistern des Dachdeckergewerbes, des Schlossergewerbes und der Fahrzeugreparatur Kontakt aufgenommen“, sagt Krohn – doch habe sich keine Firma gefunden, die sich in der Lage sieht, diese spezielle Konstruktion der Geräte für Skater zu sanieren.

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Zwei Geräte will die Stadt jetzt noch einmal reparieren lassen

Das Problem ist offenbar der Verbund von Stahl und einer speziellen Fahrbahnbeschichtung. Reine Betonelemente, wie sie in manchen anderen Anlagen verwendet werden, lassen sich besser und leichter reparieren. Neuruppin hatte sich vor 17 Jahren allerdings für diese Konstruktion entschieden. „Heute würde man da auch andere Materialien nehmen“, sagt der Neuruppiner Baudezernent. Wenigstens zwei der Geräte will die Stadt jetzt noch einmal reparieren lassen. Die anderen müssen in absehbarer Zeit wohl abgebaut werden. Zumindest dann, wenn sie durch die nächste Tüv-Prüfung fallen. Gutachter hatten schon früher vor dem schlechten Zustand gewarnt.

Vor Jahren war der Skaterpark für den Bau des benachbarten Kreisverkehrs abgebaut worden. Schon als die Geräte 2015 wieder aufgestellt werden sollten, stellte sich heraus, dass viele sehr heruntergekommen sind. „Es wird eine Lösung geben“, versprach Bürgermeister Jens-Peter Golde den Jugendlichen damals. Anderthalb Jahre später ist die Situation nicht viel besser.

Ämter fordern viel mehr Investitionen als bezahlbar sind

Für den Haushalt 2018 hat das Baudezernat eine Summe von 150 000 Euro angemeldet. Dieser Betrag wäre grob geschätzt nötig, um die Skateranlage wieder auf Vordermann zu bringen. Doch die Chance, dass die Summe am Ende auch im Haushalt steht, wenn die Stadtverordneten im Dezember darüber abstimmen, ist eher gering. Alle Ämter im Rathaus haben für die nächsten vier Jahre rund 15 Millionen Euro mehr an dringend nötigen Investitionen angemeldet, als Neuruppin vermutlich ausgebe kann. Zurzeit sind Kämmerer Willi Göbke und die Amtsleiter dabei, die Liste zusammenzustreichen. Der Kämmerer hatte zuletzt gewarnt, dass Neuruppin 2018 weniger Geld zur Verfügung steht als erhofft.

Von Reyk Grunow