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Ostprignitz-Ruppin Skurriler Streit in Kosten für Frühförderung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Skurriler Streit in Kosten für Frühförderung
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15:29 15.05.2015
Die Vorschuluntersuchungen zeigen, wo die Kinder stehen. Quelle: Geisler
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Neuruppin

Schuld daran hat aus Sicht der Streitparteien jeweils der andere. Laut Münchow ist der "Knackpunkt" die "Nichtanerkennung der notwendigen ärztlichen Leistungen durch die Krankenkassen".

Das sieht Dorothee Binder-Pinkepank, Sprecherin der Ersatzkrankenkassen-Verbände, ganz anders. Demnach will der Kreis die Leistungen nach den Gebühren abrechnen, die für die privaten Krankenkassen gelten. "Das geht nicht", so Binder-Pinkepank. Der Kreis müsse sich schon an die Gebührensätze für die gesetzlichen Krankenkassen halten. Dies habe man bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt und mehrere Terminvorschläge unterbreitet, um das Problem zu klären. Für den Landkreis sei aber keiner der Termine "machbar" gewesen, so Binder-Pinkepank. Die Sprecherin findet das nicht ungewöhnlich. "Das kann schon mal passieren." Allerdings warten die Ersatzkrankenkassen-Verbände seitdem auf einen Terminvorschlag des Kreises. Bisher vergeblich. "Bis heute gibt es keinen Termin für ein Gespräch, das bereits Ende 2014 hätte stattfinden können", sagt Binder-Pinkepank.

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Dabei hat das Gesundheitsamt des Landkreises mehrfach betont, dass es ein großes Interesse daran hat, endlich mehr Geld von den Krankenkassen zu erhalten. Immerhin wurden allein im Förderjahr 2013/14 fast 430Kindern zwischen Wittstock, Rheinsberg, Kyritz und Neuruppin Frühfördermaßnahmen gewährt. 354Mädchen und Jungen erhielten eine heilpädagogische Förderung. Die Kosten für diese Eingliederungshilfeleistung nach dem Sozialgesetzbuch trägt bisher ausschließlich der Landkreis. Amtsarzt Münchow ärgert, dass die Ärzte des Kreises die Arbeit leisten, diese Leistung aber von den Krankenkassen nicht erstattet wird.

Dabei sind sich Experten beider Streitparteien darüber einig, dass die Kosten ohne Frühförderung immens wären: Allein im Landkreis würden sie laut einer Schätzung des Gesundheitsamtes mehr als sechs Millionen Euro betragen.

Zudem dringt der Landkreis auf ein Komplexangebot aus pädagogischen und medizinisch-therapeutischen Leistungen für die Kinder. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise ein Logopäde ein Kind behandelt, ohne zu wissen, dass sich auch ein Ergo- oder Physiotherapeut darum kümmert.

Wann die Streitparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren, ist offen. Denn bislang wartet jede Seite auf ein Entgegenkommen der anderen.

Von Andreas Vogel

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