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Ostprignitz-Ruppin Stärkefabrik startet in die Saison
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stärkefabrik startet in die Saison
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17:36 14.08.2017
In den nächsten Monaten werden Tag für Tag bis zu 1900 Tonnen Kartoffeln von der Fabrik zu Stärke verarbeitet. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Auf dem Werksgelände an der Pritzwalker Straße in Kyritz herrscht seit Montag wieder deutlich mehr Betrieb. Landwirte aus weitem Umkreis haben mit der Lieferung von Kartoffeln ans Werk der Emsland-Stärke begonnen. Am Dienstag, so kündigte Werksleiter Martin Jahn an, werde man mit der Verarbeitung beginnen und damit mit der „Kampagne“, wie die Stärkekartoffelsaison in Kyritz traditionell genannt wird.

Bei einer Verarbeitungskapazität von 1800 bis 1900 Tonnen Kartoffeln pro Tag ist das Werk in der Regel bis zum Jahresende mit so einer Ernte beschäftigt. „Tatsächlich hängt das aber von den Erträgen ab“, erklärt Martin Jahn.

Rohstoffversorgung scheint gesichert

Wie es um die steht, sei momentan noch nicht endgültig abzusehen. Vereinzelt habe es durch die übermäßigen Niederschläge schon Ausfälle gegeben. Aber das hänge sehr vom jeweiligen Anbauort ab. Denn auf der anderen Seite brauche die Kartoffel durchaus Feuchtigkeit. Also bleibe abzuwarten, wie die Ernte jetzt läuft. „Wir verarbeiten ja viele späte Sorten. Deren Ertrag hängt noch vom Wetter der nächsten Monate ab.“ Wichtig für die industrielle Verarbeitung ist zudem der Stärkegehalt der Knollen. Da gebe es eine recht weite Spanne.„In nassen Jahren kann der durchaus auch mal geringer ausfallen.“

Mit einem Mangel an Rohstoff rechnet Martin Jahn derzeit jedenfalls nicht. Vor einigen Jahren hatte es beim Stärkekartoffelanbau nach Änderungen der EU-Förderpolitik einen gewissen Einbruch gegeben. Die Produktion in der Region ging spürbar zurück. Kartoffellieferungen erreichten Kyritz zum Teil nur über lange Wege. Doch inzwischen, so schätzt der Werksleiter ein, habe sich die Situation wieder stabilisiert. „Wir sind optimistisch, dass wir noch mehr Kartoffeln bekommen können. Wir sind wieder auf dem aufsteigenden Ast.“

Investitionen in den Standort

Nicht umsonst habe die Unternehmensgruppe in letzter Zeit viel Geld in den Produktionsstandort investiert. Jüngstes Beispiel ist eine Eindampfungsanlage für Produktionsabwässer. Sie soll die äußerst geruchsintensiven organischen Inhaltsstoffe weitgehend vom Wasser trennen. Statt 1000 Kubimetern Abwasser täglich sollen nur noch 100 als Dünger auf die Äcker gebracht werden – mit entsprechend geringerem Aufwand und weniger Folgen für die Umgebung.

Mit dem Start der diesjährigen „Kampagne“ will das Werk die Anlage in Betrieb nehmen. Martin Jahn ist froh, dass alles pünktlich fertiggestellt wurde. „Spannung ist bei solchen Großprojekten natürlich immer dabei.“ Startschwierigkeiten ließen sich einfach nicht ausschließen. „Aus Erfahrung weiß ich, dass es in der Einfahrphase Probleme geben kann.“ Die bisherige und die neue Technik müssten sich schließlich erst aufeinander einspielen. In ein, zwei Wochen lasse sich sagen, ob der Start gelungen ist. „Unsere Mitarbeiter sind aber eigentlich ganz entspannt.“

Die Eindampfungsanlage soll nicht die letzte Investition gewesen sein, „Es sind weitere Projekte im Gespräch“, lässt der Werksleiter durchblicken. „Wenn davon jedes zehnte realisiert wird, sind das schon glänzende Aussichten.“ Seit Jahren ist beispielsweise die Rede davon, neben Kartoffeln auch Erbsen in Kyritz zu Stärke zu verarbeiten. Das hätte Auswirkungen auf die ganzjährige Auslastung der Produktionsanlagen.

Seit über 140 Jahren im Geschäft

Die Stärkefabrik ist heute praktisch das Kyritzer Traditionsunternehmen schlechthin. Gegründet 1873, prägte sie das Bild der Stadt entscheidend mit – und ihren Geruch auch. Ebenso entscheidende Impulse gab sie der Entwicklung der regionalen Landwirtschaft.

Seit 1991 gehört das Werk dem Unternehmen Emsland-Stärke mit Sitz im niedersächsischen Emlichheim. Jährlich verarbeitet es rund 200 000 Tonnen Kartoffeln zu Stärke. Drei Viertel davon wiederum werden noch im Werk zu weiteren Produkten veredelt.

Von Alexander Beckmann

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