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Ostprignitz-Ruppin Star in geselliger Runde
Lokales Ostprignitz-Ruppin Star in geselliger Runde
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16:45 19.01.2018
Der Star – Vogel des Jahres 2018 – bringt im Frühjahr seine Brutstätte in einem Starenkasten auf Vordermann. Quelle: dpa
Alt Ruppin

Der Star lebt am liebsten in geselliger Runde. In großen schwarzen Wolken versammeln sich die Stare lärmend am Himmel zum Vogelzug ins Winterquartier. Doch die Schwärme sind kleiner geworden. „Der Bestand ist rückläufig, wie bei vielen Singvögeln“, sagt Henry Lange, der auf einer Veranstaltung des Naturschutzbund-Kreisverbands Neuruppin den Vogel des Jahres 2018 vorstellte.

Der Neuruppiner ist Greifvogel- und Eulenexperte, arbeitet als ehrenamtlicher Horstbetreuer für das Landesumweltamt und ist Ersthelfer, wenn Vögel in Not geraten. Doch den Rückgang der Bestände kann auch er nicht aufhalten. Der Star braucht vor allem geeignete Bruthöhlen und offene Nahrungsflächen. „Doch diese schrumpfen immer mehr“, sagt Henry Lange. Sind keine Tiere mehr auf den Weiden, dann gibt es auch keinen Mist, in dem die Vögel nach Würmern und Insekten stochern können. Die Landschaft ist aufgeräumt, Altbäume mit Brutmöglichkeiten sind rar. In der neuesten bundesweiten Roten Liste der Brutvögel ist der Star als „gefährdet“ eingestuft, denn heute brüten etwa zwei Millionen Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren.

Das Wildtier des Jahres wurde die Wildkatze: sie kommt in Brandenburg nicht vor. Quelle: Peter Geisler

Zum Seevogel des Jahres wurde der Sandregenpfeifer gewählt. „Der Vogel gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht“, sagte der Biologe Dietrich Dolch, der an diesem Abend weitere Tiere und Pflanzen des Jahres vorstellte. „Der Vogel wird durch die Klimaerwärmung deutlich leiden“, fügt er hinzu.

Auch der Grasfrosch – der Lurch des Jahres 2018 – ist in seinem Bestand gefährdet. Die Zersiedlung der Landschaft und die stark befahrenen Straßen führen zu großen Verlusten.

Das Wildtier des Jahres, die Wildkatze, lebt vorwiegend im Süden Deutschlands und kommt in Brandenburg nicht vor. Naturschützer bemühen sich seit Jahren darum, durch Anpflanzungen von Bäumen und Büschen grüne Wildkatzenkorridore zu schaffen um neue Lebensräume zu erschließen.

Seevogel des Jahres wurde der Sandregenpfeifer

Weitere Tiere des Jahres sind der Dreistachlige Stichling, die Zwerglibelle, der Große Fuchs als Schmetterling des Jahres, der Schwarze Schnurfüßer als Höhlentier des Jahres und die Gelbbindige Furchenbiene als Wildbiene des Jahres. Die Gemeine Skorpionsfliege ist als Insekt in Deutschland nicht gefährdet. Dennoch ist sie schon etwas Besonderes. „Bei der Nahrungssuche sind sie nicht sehr wählerisch“, sagte Dietrich Dolch. Sie ernähren sich von toten Insekten und plündern sogar Spinnennetze.“ Warum die Spinnen das Insekt nicht angreifen, konnte auch der Biologe nicht erklären. Eine Besonderheit gibt es auch bei der Spinne des Jahres, der Fettspinne. So besitzen die Männchen Organe mit denen sie Laute erzeugen können – bis zum dreigestrichenen Cis von 1000 Hertz.

Das Rebhuhn hat in den vergangenen Jahrzehnten arg gelitten

Unter den stetigen Veränderungen der Landschaft mit Zersiedelungen und Monokulturen hat das Rebhuhn arg gelitten. Der Naturpark Holsteinische Schweiz hat den selten gewordenen Vogel deshalb zum Naturparktier des Jahres erklärt. Bis in die 1960er-Jahre war das Rebhuhn weit verbreitet, und gehörte bei vielen Menschen als alltägliches Gericht auf den Speiseplan. Doch durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind die Bestände dramatisch zurück gegangen. „Ich habe schon lange kein Rebhuhn mehr gesehen“, sagte Dietrich Dolch, der abschließend noch einige Pflanzen des Jahres vorstellte.

Als beliebter Speisepilz wurde der Wiesenchampignon von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie als Pilz des Jahres vorgestellt. „Er kommt fast weltweit vor, wird aber bei uns durch die Überdüngung der Wiesen immer seltener“, sagte Dietrich Dolch.

Eine Heilpflanze die heutzutage kaum jemand kennt und von der es in Brandenburg keine aktuellen Vorkommen gibt, wurde von der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres erkoren – der gemeine Andorn. Auch das Moos des Jahres, das Echte Apfelmoos, ist im Brandenburger Raum als gefährdet eingestuft.

Von Cornelia Felsch

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