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Ostprignitz-Ruppin Starthilfe in den Berufsalltag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Starthilfe in den Berufsalltag
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00:19 14.01.2018
Manuela Körber (v. r.) ist Ansprechpartnerin in Wittstock, Frank Seefried für die Westprignitz und Anke Steffen leitet das Projekt. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Bisher mussten junge Leute aus dem Raum Wittstock und Heiligengrabe entweder bis nach Pritzwalk fahren, um die Hilfe von Manuela Körber in Anspruch nehmen zu können, oder der Integrationscoach kam zu ihnen nach Hause. „Das ist manchmal zu persönlich“, sagte Manuela Körber. Nun verfügt das Projekt „Integration statt Ausgrenzung“ (Isa) über ein eigenes Büro in Wittstock.

Zur Büroeröffnung gab es Sekt und Schnittchen. Quelle: Christian Bark

„Hier herrscht weniger Amtsatmosphäre als beim Jobcenter, trotzdem ist es ein neutraler Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärte Integrationscoach Manuela Körber bei der Eröffnung der neuen Räume am Donnerstag. „Wir haben oft nicht die Zeit, mit schwervermittelbaren Jugendlichen tiefer ins Gespräch zu gehen“, sagte Christiane Thormann vom Jobcenter des Kreises Ostprignitz-Ruppin. Da seien die Isa-Mitarbeiter genau die richtigen Ansprechpartner, die jungen Leute für das Leben und einen Beruf fitzumachen.

„Wir haben die Zeit, die jungen Leute auf ihrem Weg zu begleiten“, berichtete Frank Seefried aus seiner Erfahrung als Sozialcoach in Wittenberge. Dort sei es schon gelungen, viele Schützlinge in Arbeit oder Ausbildung zu bekommen. Das Besondere sei, dass alles auf Freiwilligkeit beruhe. Die Treffen finden vertraulich und in regelmäßigen Abständen statt – ganz ohne Zwang oder Auflagen. „Wir nehmen aber nicht jeden“, betonte er. Wer nach wie vor Drogen konsumiere oder keine Lust auf das Projekt habe, falle aus dem Raster. Grundsätzlich sei Isa aber für alle jungen Leute zwischen 18 und 35 Jahren geeignet, die nach einer Lebenskrise, einer Suchterkrankung oder anderen Problemen den Sprung in den Job und ein geregeltes Leben verpasst hätten. So auch Kinder von Spätaussiedlern, junge Migranten oder Menschen mit Handicap.

ISA-Projekt der Pritzwalker Bildungsgesellschaft befindet sich direkt im Torgebäude. Quelle: Christian Bark

„Zuletzt habe ich einen jungen Wittstocker mit 80 Prozent Schwerbehinderung betreut“, berichtete Manuela Körber. Der Jugendliche habe zwar sein Abitur in Neuruppin geschafft, für die Ausbildungssuche aber immer mal „Motivation“ benötigt. „Ich habe jedes Mal nachgehakt, ob er sich beworben hat“, so der Integrationscoach. Mittlerweile lerne ihr Schützling in einem Handwerksbetrieb. Die theoretische Ausbildung erhalte er bei der Pritzwalker Bildungsgesellschaft. Die ist Träger des Integrationsprojekts. „Natürlich freuen wir uns, wenn wir so junge Leute zu uns holen können“, sagte Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm, der bei der Eröffnung am Donnerstag ebenfalls dabei war. Wenn der Wunschberuf nicht in Pritzwalk gelehrt werden kann, bemühe sich die Gesellschaft aber auch, Alternativen für die Jugendlichen zu finden. Wichtig sei dabei immer das Netzwerk.

Das Projekt Integration statt Ausgrenzung

Integration statt Ausgrenzung (Isa) fördert Personen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Ausbildung oder Arbeit. Es ist Teil des Programms Europäischer Sozialfonds (ESF)-Integrationsrichtlinie Bund, und wird darüber finanziert. Die Fahrtkosten trägt das Jobcenter.

Das Projekt läuft von 2015 bis 2019. Bisher ist es vornehmlich in der Prignitz (Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk) aktiv. Nun auch in Ostprignitz-Ruppin mit dem neuen Büro in Wittstock und einem kleinen Büro in Neuruppin. Betreut werden junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren.

Das hob auch Wittstocks Vizebürgermeisterin und Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben am Donnerstag hervor. Die Stadt stelle kostenlos den Büroraum im Gröpertor für das Projekt, damit Jugendliche aus der Region einen zentralen Anlaufpunkt hätten und so den Weg in den Job finden würden. Im Gebäude selbst sei noch ein Projekt für nachhaltige Entwicklung der Stadt untergebracht. „So kooperativ ist nicht jede Kommune", lobte Jörg Ahlgrimm. Darüber hinaus schlug Dorothea Stüben vor, dass Manuela Körber am nächsten Treffen des Netzwerks der Kinder- und Jugendarbeit der Region Wittstock (Netwit) teilnimmt und dort das Projekt und seine Ziele vorstellt.

Das Isa-Büro befindet sich in der Gröperstraße 28 in Wittstock, direkt im Torgebäude. Geöffnet ist nach Bedarf und Absprache. Kontakt ist unter Tel. 03395/31 15 12, mobil: 0173/8 30 63 80 oder per Email unter koerber@gbg-pritzwalk.de möglich.

Von Christian Bark

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