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Ostprignitz-Ruppin „Sterntaler“ shoppt fürs Obdachlosenquartier
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Sterntaler“ shoppt fürs Obdachlosenquartier
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16:00 19.01.2018
Die Kyritzer Sterntaler-Gruppe kaufte im Baumarkt Ausstattung für das Obdachlosenquartier in Groß Pankow ein. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Für manchen ist das wohl ein Traum: Mal nach Herzenslust so richtig im Baumarkt shoppen gehen. Die ehrenamtliche Unterstützergruppe der HilfsaktionSterntaler“ hat es jetzt ausprobiert und es erwies sich als recht anstrengend, fast 3000 Euro Spendengeld möglichst sinnvoll für das Obdachlosenquartier der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Groß Pankow zu investieren.

Eine Bleibe in der allergrößten Not

Das Quartier bietet Platz für bis zu 13 Menschen, die ansonsten sprichwörtlich auf der Straße säßen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Mietschulden, Drogenprobleme, Entlassung aus der Haft, Trennung vom Partner, Zerstörung der Wohnung durch Brand oder ähnliches. Kommunen des Landkreises Prignitz – darunter die Gemeinde Gumtow – und auch die Stadt Kyritz finanzieren das Quartier in Groß Pankow, um damit ihre Pflicht zur Unterbringung von Menschen in Not zu erfüllen. Das reicht gerade für das Allernötigste.

Die HilfsaktionSterntaler“ von MAZ, Volkssolidarität und Sparkasse hat sich entschlossen, einen Teil des von MAZ-Lesern im Dezember gespendeten Geldes für die Ausstattung der Obdachlosenunterkunft einzusetzen. Ehrenamtliche Unterstützer der Aktion trafen sich Mitte der Woche mit Dietra Schwarz von der Awo Prignitz im Kyritzer Hagebaumarkt zum Einkaufen.

Beleuchtung, Mobiliar und ein Rasenmäher

Zum einen ging es darum, in den Zwei- und Mehrbettzimmern des Groß Pankower Hauses für angemessene, zeitgemäße Beleuchtung zu sorgen. 22 neue Deckenlampen sollen die teilweise noch aus den 80er Jahren stammende vorhandene Lichttechnik ersetzen. Ausgestattet werden die neuen Leuchten mit 54 LED-Lampen. Kostenpunkt: alles in allem gut 1000 Euro.

Dem Obdachlosenquartier fehlt es derzeit an einem Raum, in dem sich Bewohner und Betreuer, aber auch Besucher von Beratungsstellen und ähnlichem ab und an versammeln könnten. Mit dem Kauf von 20 robusten, auch im Freien nutzbaren Stühlen und zwei Tischen für insgesamt 1210 Euro konnte „Sterntaler“ dafür bessere Bedingungen schaffen.

Beispielsweise könnten sich Bewohner und Betreuer damit im Garten des Hauses zusammensetzen. Für dessen Pflege, die die Bewohner möglichst selbst übernehmen sollen, orderte die Sterntaler-Gruppe einen Rasenmäher im Wert von 320 Euro. Und um vielleicht auch die gemeinschaftliche Aktivität etwas zu fördern, gab es noch einen einfachen, aber robusten Grill für 150 Euro.

Ein wenig mehr als nur ein Dach überm Kopf

All die genannten Dinge sind nun bestellt und können demnächst von den Awo-Mitarbeitern im Baumarkt abgeholt werden. Dann hat „Sterntaler“ für weitere 2844 Euro Hilfe geleistet. Dietra Schwarz von der Awo freut sich für ihre Klienten: „Na, die werden Augen machen. Das kannste aber glauben.“

Für die Spendenaktion hatten MAZ-Leser im Dezember rund 9500 Euro gespendet – mit vielen kleinen und einigen großen Beträgen. Neben dem Obdachlosenquartier in Groß Pankow unterstützt „Sterntaler“ diesmal vor allem die Lebensmittelausgabe für Bedürftige der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung am Kyritzer Bahnhof. Für knapp 2000 Euro wurden neue Kühlgeräte beschafft. Für etwa die gleiche Summe gab es vor Weihnachten zusätzliche Lebensmittelrationen. Derzeit ist es geplant, noch einmal solch eine Summe für den Einkauf von Lebensmitteln bereitzustellen. Das Spendenaufkommen für die Lebensmittelausgabe deckt den Bedarf derzeit nämlich bei weitem nicht.

Von Alexander Beckmann

Die Autorin Manja Präkels erinnert in ihrem autobiografischen Roman an dunkle Zeiten. In den 1990er Jahren erlebte sie als Jugendliche in Zehdenick, wie einer ihrer Freunde von einer brutalen Nazibande totgeprügelt wurde. Bis heute verharmlosen ihrer Meinung nach Menschen die Vergangenheit.

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