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Ostprignitz-Ruppin Streitschlichter auf vier Rädern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Streitschlichter auf vier Rädern
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19:16 09.03.2018
Reinhard Rogge (hinten links) mit einem Fernsehteam des RBB. Quelle: RBB
Wittstock/Protzen

Ärger, Zwist und Stress – darauf kann wohl jeder gut verzichten. Oder nicht? „Wir sind richtig heiß auf Proteste“, sagt Reinhard Rogge aus Protzen. Wie bitte? Dieser Mann meint das wirklich ernst. Kein Wunder, denn er ist der berühmte Dritte, wenn Zwei sich streiten. Und der freut sich bekanntlich. Dabei ist der Besitzer zweier Tankstellen in Wittstock und Neuruppin alles andere als ein Streithahn, sondern lacht viel lieber, auch gern mal hinterm Steuer seines Autos, das regelmäßig die Blicke von Passanten auf sich zieht. Denn wann sieht man heute noch einen dieser knuffigen DDR-Kleinbusse namens Robur auf der Straße?

Der Robur von Reinhard Rogge allerdings ist eine Art Streitschlichter auf vier Rädern. Denn das Gefährt taucht überall dort auf, wo Menschen im Clinch liegen, sei es für oder gegen einen Straßenbau, Umwelt- und Naturschutzprojekte, Tempobegrenzungen oder worüber es sich sonst noch trefflich in den Haaren liegen lässt. Dann ist der betagte Geselle zur Stelle, samt seinem Fahrer und einem Kamerateam des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Vor Ort gehe es dann darum, die streitenden Parteien vor die Kamera zu holen und zu einem Austausch zu bewegen.

Zugpferd fürs Publikum

Der Robur diene dabei als Hingucker, eine Art Zugpferd fürs Publikum. Und es funktioniert: „Wir haben schon oft erreicht, dass die Leute wieder miteinander geredet haben“, sagt Rogge. Das zu erleben, freue ihn wiederum, auch wenn das Ganze natürlich nicht so leicht ist, wie es klingt: „Mancher Bürgermeister liebt uns nicht mehr“, schmunzelt er. Dennoch ist er sich sicher, dass es in so manchem Fall der Sache gutgetan hätte, wenn die zerstrittenen Seiten schon vorher miteinander geredet hätten.“

Aber wie kommt ein Tankstellenbesitzer dazu, mit Fernsehleuten des RBB in einem Robur durch die Lande zu brausen? Es begann mit einem Zufall, damals, vor vier Jahren. „Da wollte ich mit ein paar Kumpels zum Baikalsee nach Sibirien.“ Dafür wäre ein Robur doch genau das richtige, fand man in der Runde. Es wurde also ein solcher gekauft und mit viel Zeit und Mühe aufgebaut. „Ich habe ihn günstig bekommen, aber noch rund 12 000 Euro reingesteckt“, erinnert sich der Protzener.

Alles begann mit einem Zufall

Dann geschah es: Der fertige Robur stand eines Tages vor der Haustür, als „so ein kleines Auto vom RBB“ vorbeikam und anhielt. „Sie fragten mich, wem dieses Auto gehört. Ich sagte: Das ist meiner.“ Auf die Frage, ob das Gefährt zu mieten sei, antwortete Rogge mit einem schlichten Nein. Kurz darauf hätten sich die RBB-Leute aber wieder bei ihm gemeldet und wollten wissen, ob er sich nicht vorübergehend ein paar Tage frei nehmen könne. Denn sie wollten den Robur für ihre Fernseh-Pläne unbedingt haben, wenn nicht zur Miete, dann eben mit Besitzer. „So kamen wir zusammen.“ Wie sich herausstellte, hatte ausgerechnet der Regisseur des Dokumentarfilms „Immer ostwärts – von Berlin nach Wladiwostok“ an Rogges Tür geklingelt. „Ich war ein großer Fan dieser Dokumentation. Sie hatte uns überhaupt erst auf die Idee gebracht, mit dem Robur zum Baikalsee zu fahren.“

Langläufer Robur

Der Robur, Baujahr 1987, hat inzwischen etwa 48 000 Kilometer im Auftrag des Rundfunks Berlin Brandenburg zurückgelegt.

Die längsten Touren führten ihn bis nach Russland – sogar zwei Mal in einem Jahr: einmal direkt nach St.-Petersburg und einmal über Polen, Litauen und Estland, etwa 7000 Kilometer.

Der alte Bus wird auf seinen Touren jeweils von zwei weiteren Fahrzeugen des RBB begleitet. Er schafft pro Tag etwa 800 bis 900 Kilometer.

Das Gefährt braucht rund 20 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Um ans Ziel zu kommen, seien Navigationsgeräte sehr hilfreich und hätten bisher immer gut funktioniert. Für den Fall der Fälle hat Reinhard Rogge immer die wichtigsten Ersatzteile mit dabei.

Doch das Schicksal hatte zunächst einmal etwas anderes mit dem kleinen Bus, Baujahr 1987, vor. Er rollte fortan durchs Land Brandenburg – für die Sendung „Brandenburg Aktuell“ in besagter Mission – und das fast jede Woche, zuweilen auch ganz kurzfristig. „Ich bekomme zuerst einen Anruf und dann ein Fax mit dem Auftrag, dann fahre ich los, wenn es weiter im Süden des Landes ist, auch mal einen Abend zuvor“, erzählt Rogge. Um die Recherche und Organisation vor Ort müsse er sich nicht kümmern, das übernehme der RBB.

Bis nach St. Petersburg

Inzwischen sind außer diesen Streitschlichter-Einsätzen auch die Dokumentarfilme „Ein Sommer in Brandenburg“ und „Ein Sommer an der Spree“ mit dem Robur entstanden. Darüber hinaus führten ihn zwei Dreh-Einsätze sogar bis nach St.-Petersburg in Russland. Da habe er immer ein paar kleine „Mitbringsel“ dabei, falls das Team in eine Polizeikontrolle gerät. „Nur Kleinigkeiten, Schlüsselanhänger oder Kugelschreiber, Hauptsache aus Deutschland“, denn das sei das wichtigste. Gerade von diesen Touren hat Reinhard Rogge viel zu erzählen – von gepanschtem Sprit, unwetterartigem Regen, einem Beinahe-Unfall, Erlebnissen bei Grenzkontrollen oder so mancher Begegnung mit Einheimischen. Das 2000 Kilometer entfernte „St.-Petersburg sei „sehr sauber, die Tankstellen sehen genauso aus wie hier.“

Doch die meisten Einsätze fährt Rogge mit dem RBB-Kamerateam in Brandenburg – der letzte fand am 3. Februar in Niederlehme statt. „In Wittstock waren wir bisher noch nicht“, sagt er. Aber das könne ja noch kommen. Der ursprüngliche Plan bis an den Baikalsee zu fahren, ist bis heute ein Plan geblieben. „Ich habe sogar Anfragen von Leuten, die das gern richtig als Reise buchen würden, aber dafür fehlt mir einfach die Zeit.“

Von Björn Wagener

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