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Ostprignitz-Ruppin Stuttgarter wollen in Rheinsberg Windräder bauen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stuttgarter wollen in Rheinsberg Windräder bauen
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00:21 01.09.2017
Bei Dorf Zechlin sollen insgesamt sechs Windräder entstehen, die jeweils bis zu 213 Meter hoch sind. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Für viel Unruhe sorgen weiterhin die Pläne, in der Nähe von Dorf Zechlin sechs, jeweils 213 Meter hohe Windräder zu errichten. Schließlich ist der Antragssteller nicht irgendwer. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Tochterfirma des Energieriesen EnBW aus Stuttgart. Das Unternehmen verspricht den Einwohnern von Dorf Zechlin jährlich hohe Zahlungen, damit vor Ort Projekte in Angriff genommen werden können, für die es seit Jahren kein Geld gibt.

Bei Dorf Zechlin ist kein Eignungsgebiet ausgewiesen

Mit dieser Aussicht auf Zuschüsse hat der Ortsbeirat dem Bau der riesigen Anlagen bereits zugestimmt. Auch unter den Rheinsberger Stadtverordneten gibt es längst keine generelle Ablehnung von Windrädern mehr in der Gemeinde. Vielmehr sollen am Donnerstag bei einer Sondersitzung, die um 18.15 Uhr im Saal der Heinrich-Rau-Schule beginnt, die Vor- und Nachteile beim Bau der sechs Windräder bei Dorf Zechlin genau beleuchtet werden. Dabei wäre das eigentlich gar nicht notwendig. Denn Windkraftanlagen dürfen nur in sogenannten Windkrafteignungsgebieten errichtet werden – und so ein Eignungsgebiet gibt es in der Gemeinde Rheinsberg nicht. Weder der noch gültige Regionalplan von 2003 weist so ein Eignungsgebiet bei Dorf Zechlin aus, noch der Entwurf des neuen Regionalplanes, der gerade zwei Monate ausgelegen hat und bald beschlossen werden soll.

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Seltene Singschwäne rasten jedes Jahr in der Nähe

Von dieser Ausgangslage hat sich die finanzstarke EnBW-Tochter aber nicht schrecken lassen und beim Land beantragt, bei Dorf Zechlin jene sechs Windräder bauen zu dürfen. Bei Planern und Behörden heißt es dazu, dass eben jeder einen Antrag stellen kann – aber nicht darauf hoffen darf, dass der Antrag auch genehmigt wird. Immerhin kommt bei dem Areal bei Dorf Zechlin noch hinzu, dass dort seit Jahren seltene Singschwäne rasten.

Gegner der Windrad-Pläne bei Dorf Zechlin befürchten dennoch, dass das Land in Ausnahmefällen auch den Bau von Windrädern außerhalb der sogenannten Eignungsgebiete genehmigt. Das haben jetzt aber die Sprecher von gleich zwei Ministerien, die für Wirtschaft und Energie sowie für Infrastruktur und Landesplanung, ausgeschlossen. Demnach ist die Erlaubnis von Windrädern „außerhalb dieser Gebiete“, gemeint sind Windkrafteignungsgebiete, „nicht vorgesehen“. In einem Jahr wird man wissen, ob es bei dieser Aussage bleibt. Dann wird das Land über den Antrag aus Stuttgart entscheiden.

Von Andreas Vogel