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Ostprignitz-Ruppin Unbelehrbarer Angeklagter muss hinter Gitter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Unbelehrbarer Angeklagter muss hinter Gitter
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15:52 16.10.2018
Symbolbild. Quelle: dpa
Neuruppin

Nico S. redet nichts schön. Er steht zu dem, was er gemacht hat. Die Einsicht hindert den 25-jährigen gebürtigen Kyritzer nicht daran, weiter Straftaten zu begehen. Er wurde gestern vor dem Neuruppiner Amtsgericht wegen versuchter räuberischer Erpressung, versuchter Nötigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Einsichtig, aber unbelehrbar

„Wir sehen bei Ihnen durchaus Einsicht, aber das war auch bei den vorigen Verurteilungen so und Sie haben nahtlos weiter gemacht“, sagte Richter Jan Eßer. Deshalb sah das Gericht keinen Anlass, die Strafe noch zur Bewährung auszusetzen.

Zum ersten Verhandlungstermin war Nico S. nicht erschienen. Nun wurde er von der Polizei gebracht. Freimütig gab er zu, seinen ehemaligen Kumpel L. am 30. März vergangenen Jahres in einem Telefonat bedroht zu haben.

Geldeintreiben mit Drohung

„Ich wollte nur einfach mein Geld haben. Er schuldete mir 800 Euro“, sagte der Angeklagte. Er und sein Kumpel hatten 2016 in Wittstock ein wertvolles Mountainbike gestohlen und waren dafür verurteilt worden. Nico S. bezahlte seine Geldstrafe. Wie er aussagte, war aber vereinbart, dass sich der andere daran beteiligt, weil „er die Idee zu diesem Diebstahl“ hatte.

So eine Absprache habe es nie gegeben, er bezahle heute noch seine eigene Geldstrafe ab, bestritt der 24-jährige L.

Er erinnerte sich noch gut an den Anruf von Nico S., der ihm drohte, ihm die nächste Bude zu zerlegen, ihm den Schädel einzuschlagen und seine Freundin zu vergewaltigen. Da L. bereits eine solche Erfahrung in der Vergangenheit mit dem Angeklagten gemacht hatte, konnte er davon ausgehen, dass es keine leere Drohung war.

„Wenn alle anfangen würden, ihre möglichen Schuldner zu bedrohen, wo kämen wir da hin?“ meinte Richter Eßer. Wenn man berechtigte Forderungen habe, müsse man diese auf gesetzlichem Wege durchsetzen.

Pärchen zeigte Angeklagten an

Im Mai kam es zu einem weiteren Vorfall, den L. und seine Freundin dann anzeigten. Sie waren in der Wittstocker Burgstraße unterwegs, als der Angeklagte in einem Transporter vorbei kam, das Fenster herunterkurbelte und L. fragte, warum dieser nicht mehr an sein Handy gehe. Im Wegfahren sagte Nico S.: „Euch kriege ich noch.“ Eine ähnliche Drohung wie bei dem Telefonat fiel dabei aus Überzeugung des Gerichts nicht.

Selbst der Verteidiger war sprachlos

Drei Mal wurde Nico S, erwischt, als er ohne Fahrerlaubnis hinterm Steuer saß. Nicht die ersten Male. „Da fehlen mir die Worte“, meinte selbst Verteidiger Ralf-Thomas Schulz. Der Angeklagte wurde am Hermsdorfer Kreuz geblitzt, offensichtlich in einem Firmenfahrzeug. Zwei Mal wurde er im Wittstocker Stadtgebiet erwischt von der Polizei, bei der er bereits bekannt war.

Schluss mit Bewährungsstrafen

Man könne immer einen Grund finden, Auto zu fahren, wenn man keinen Führerschein hat. „Aber es ist verboten und daran sollte man sich halten. Das ist Ihnen oft genug gesagt worden“, so Eßer. Bisher sei Nico S. immer mit Bewährungsstrafen davon gekommen und damit gut gefahren. „Aber irgendwann ist Schluss.“ Obwohl der Angeklagte Arbeit hat und in einer festen Beziehung lebt, wurde er trotzdem straffällig.

Das Gericht hat sich damit auseinandergesetzt, welche Folgen eine Inhaftierung für den 25-Jährigen hat. Aber es sah auch nicht, dass sich S. ohne Haft bessert – anders als der Verteidiger erkannte das Gericht nicht, dass S. sich geändert hat. Es gab dem Angeklagten noch den Rat mit auf den Weg, die Zeit im Gefängnis sinnvoll zu nutzen.

Von Dagmar Simons

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