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Ostprignitz-Ruppin Tod von Vanessa – Unfallfahrer muss ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Tod von Vanessa – Unfallfahrer muss ins Gefängnis
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00:34 24.03.2018
Schwerer Unfall am 18.09.2016: 17-jährige Mopedfahrerin stirbt bei Wittstock. Frontal mit Auto zusammengestoßen. Moped ist Schrott. Quelle: Julian Stähle
Dossow

Ein gerechtes Urteil in diesem Fall, der die Gemüter derart erhitzt, ist schwer zu fällen, sagte der Staatsanwalt. Das Neuruppiner Amtsgericht hatte über den Unfalltod einer 17-jährigen Schülerin auf der Landstraße zwischen Dossow und Wittstock am 18. September 2016 zu befinden.

Eine Zeit lang nicht mehr ans Steuer

Der 27-jährige Stephan F. wurde am Mittwoch wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt – ohne Bewährung. Außerdem wird ihm der Führerschein entzogen und vor Ablauf eines Jahres darf er keine neue Fahrerlaubnis erwerben.

Gutachter überzeugt: Vanessa könnte noch leben

Angeklagter ist der einzige Zeuge

„Ganz genau wissen wir auch nicht, was passiert ist“, sagte Richter Jan Eßer. Mehrere Varianten seien möglich. Sicher ist, dass Stephan F. sich dort befand, wo er eigentlich nichts zu suchen hatte, die Mopedfahrerin nicht mit Gegenverkehr rechnen musste und der Angeklagte schneller als erlaubt unterwegs war. Das hatte der Verkehrssachverständige aus dem Verletzungsbild sowie aus dem Schadensbild beider beteiligter Fahrzeuge geschlossen.

Der Angeklagte hatte von einem Ausweichmanöver der Schülerin gesprochen, wohl wegen eines Tieres. Um nicht mit ihr zusammen zu stoßen, sei er auf ihre Spur gewechselt. Als sie dann zurück auf ihren Fahrstreifen wollte, sei es zum Zusammenstoß gekommen, den er nicht habe verhindern können.

Version des Angeklagten kann nicht stimmen

„So kann es nicht gewesen sein“, sagte Eßer. Der Angeklagte habe sich vielleicht eine Erklärung zurecht gelegt, mit der er leben könne, die aber klar widerlegt ist. Das Gericht hielt folgende von drei Möglichkeiten am wahrscheinlichsten: Stephan F. fuhr zu schnell, war kurz unaufmerksam, hat in der Kurve zu stark gelenkt und geriet deshalb in den Gegenverkehr. „Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass man in der Fahrspur bleibt und nicht zu schnell fährt“, sagte Eßer.

Ein Fahrfehler, der auch anderen passieren kann

Stephan F. hat einen Fehler gemacht, den man ihm vorwerfen kann. Aber „wir reden über einen Fehler, der jedem im Straßenverkehr passieren kann“, so Eßer. Der Verteidiger sprach von einer Hexenjagd, der sein Mandant ausgesetzt ist.

Angeklagter nimmt es mit den Verkehrsregeln nicht so genau

Der Strafrahmen kann von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Gefängnis liegen. Bei dem tragischen Ausgang sei eine Geldstrafe nicht die richtige Sanktion. Strafrechtlich ist Stephan F. bisher unbelastet. Verkehrsrechtlich dagegen ist er bereits zwei Mal vor dem tödlichen Unfall aufgefallen. Einmal hat er während der Fahrt mit dem Handy telefoniert, ein anderes Mal wurde er mit 0,5 Promille am Steuer erwischt.

Schon wieder beim zu schnell fahren erwischt

„Das zeigt, dass er es nicht immer für so wichtig hält, sich an Regeln zu halten“, sagte Eßer. Dafür spricht, dass Stephan F. elf Monate nach dem tragischen Unfall wieder zu schnell fuhr. Statt mit 80 war er mit 113 Stundenkilometern unterwegs. „Er hat nicht so richtig aus der Tat gelernt und daraus die richtigen Schlüsse gezogen. Böswillig könne man sagen, dass genau diese Fahrweise Monate vorher zu dem tragischen Geschehen geführt hat“, sagte Eßer. Deshalb kam für das Gericht eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nicht in Betracht. Auch wenn es Stephan F. zu gute hielt, dass er versucht hat, sich bei den Eltern zu entschuldigen, die dies aber nicht annahmen. „Es gibt Situationen, in denen man sich nur falsch verhalten kann“, so Eßer.

Von Dagmar Simons

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