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Ostprignitz-Ruppin Verein will frischen Wind bringen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verein will frischen Wind bringen
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16:05 29.01.2018
Swantje Schäkel vom Dorfkulturverein Zempow.
Swantje Schäkel vom Dorfkulturverein Zempow. Quelle: Björn Wagener
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Zempow

Im Dorfgemeinschaftshaus in Zempow sollen künftig mehr Veranstaltungen stattfinden. Das hat sich der neue Dorfkulturverein auf seine Fahnen geschrieben, der aus dem örtlichen Autokinokulturverein hervorging. Bisher habe sich der Verein lediglich umbenannt. Eine veränderte Satzung müsse auf der nächsten Mitgliederversammlung noch festgelegt werden. Das teilten Swantje Schäkel und Annette Klumb vom Vereinsvorstand auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung mit.

Schließlich müsse der Vereinszweck nun allgemeiner gefasst werden. Denn der Verein solle Veranstaltungen aller Art unterstützen und ihnen einen Rahmen geben. Vorsitzender ist Frank Mögelin. Laut Annette Klumb sei ein Bewirtschaftungsvertrag bereits mit der Stadt – als Eigentümerin des Gemeindehauses – abgeschlossen worden.

Hoffnung auf viele Mitstreiter

Die Vereinsspitze gab auf der Sitzung ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich möglichst viele weitere Mitglieder finden, die sich mit Ideen und Vorschlägen einbringen könnten. „Es kann gut funktionieren, wenn Vertreter von Einrichtungen, Unternehmen oder auch anderen Vereinen dort mitarbeiten“, sagte Uta Lauterbach. So werde erreicht, dass sich niemand auf die Füße getreten fühlt und sich Veranstaltungen nicht überschneiden.

Mit dem erfolgreichen Kofferraumtrödelmarkt, der auf dem Gelände des Autokinos immer größere Kreise zieht, habe man zudem ein Instrument in der Hand, mit dem sich Geld verdienen lasse, sagte Swantje Schäkel. Auf der Sitzung wurde außerdem vorgeschlagen, sich an den Heimatverein im nahen Sewekow zu wenden, um von ihm zu lernen. Hintergrund der Neuausrichtung mit dem Dorfkulturverein sei die Tatsache, dass die Stadt Wittstock darauf hingewiesen habe, dass das Gemeindehaus in Zempow besser und mehr genutzt werde solle, sagte Swantje Schäkel. Deshalb habe sich auch der Ortsbeirat schon seit Monaten mit dieser Frage beschäftigt.

Stadt-Sprecher Jean Dibbert bestätigt den Abschluss eines Bewirtschaftungsvertrages mit dem Dorfkulturverein im Dezember vergangenen Jahres. Er lege fest, wie das Gebäude genutzt werden kann. Weitere Gespräche habe es dazu nicht gegeben. Eine stärkere Nutzung des Gemeinschaftshauses in Zempow werde seitens der Stadt zwar nicht gefordert, jedoch würde sie eine solche Entwicklung begrüßen.

Ein bewährtes Modell

Dass Dorfvereine Bewirtschaftungsverträge mit der jeweiligen Kommune abschließen, um Gemeindehäuser bestmöglich zu nutzen, ist in Wittstock und Heiligengrabe ein weit verbreitetes und bewährtes Modell. Die Kommune übernimmt die Betriebskosten, die Vereine sorgen für Leben in den Häusern.

Dass das gut funktionieren kann, zeigen Beispiele aus anderen Dörfern – etwa in Schweinrich, wo ebenfalls ein Nutzungsvertrag abgeschlossen wurde. Auch Eichenfelde oder Siebmannshorst seien laut Dibbert positiv zu nennen. „Dort übernehmen die Nutzer die kompletten laufenden Kosten für die Gebäude oder Container und sorgen für Ordnung und Sauberkeit.“ In der Gemeinde Heiligengrabe greifen ähnliche Modelle zum Beispiel in Blumenthal oder Blesendorf.

Von Björn Wagener