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Ostprignitz-Ruppin Verkauf von Putenbetrieb stockt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verkauf von Putenbetrieb stockt
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16:16 29.01.2018
Kartzfehn ist an mehreren Standorten im Kreis angesiedelt – auch in Pfalzheim.
Kartzfehn ist an mehreren Standorten im Kreis angesiedelt – auch in Pfalzheim. Quelle: Peter Geisler
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Der Verkauf des Putenunternehmens Kartzfehn verzögert sich weiterhin. Ende vergangenen Jahres war der Antrag auf Genehmigung des Kaufes beim Bundeskartellamt ein zweites Mal zurückgenommen worden. „Aus rein formalen Gründen“, so Kartzfehn-Sprecher Thorsten Mahlstedt. An der geplanten Übernahme des Putenvermehrers ändere sich dadurch nichts: „Der Käufer will weiterhin kaufen“, sagte Mahlstedt. „Wir wollen weiterhin verkaufen.“

Schon Anfang Juni war der Kaufvertrag unterzeichnet worden. Die notwendige Genehmigung durch die Bonner Bundeskartellbehörde liegt jedoch noch immer nicht vor. Warum der Antrag auf Genehmigung zwei Mal zurückgenommen wurde, kann Mahlstedt nicht sagen. Allerdings seien solche Rücknahmen durchaus „auch üblich“. Als Käufer hatte zunächst der britische Branchenriese Aviagen Turkeys einen Genehmigungsantrag gestellt, später dann ein Tochterunternehmen.

Branchenriese ist weltweit aktiv

Aviagen Turkeys ist der vermutlich weltgrößte Anbieter von Zuchttieren für Putenhaltung. Das Unternehmen gehört zur EW Group aus dem niedersächsischen Visbek, einer Dachgesellschaft für mehr als hundert Firmen aus Europa, Asien und Nordamerika. Als Produzent von Puteneiern sei Kartzfehn ein interessanter Übernahmekandidat für Aviagen gewesen, hatte es nach dem Verkauf geheißen.

Kartzfehn beschäftigt in Ostprignitz-Ruppin an zwölf Standorten mehr als 200 Menschen. Im Juni hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Aviagen Turkeys das Familienunternehmen mit Stammsitz im niedersächsischen Bösel übernehmen will. Das Tagesgeschäft sei durch den noch immer nicht abgeschlossenen Verkauf unberührt, sagt Mahlstedt. „Für das tägliche Arbeiten hat sich überhaupt nichts geändert.“

Von Frauke Herweg