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Ostprignitz-Ruppin Großer Andrang bei der Briefwahl
Lokales Ostprignitz-Ruppin Großer Andrang bei der Briefwahl
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01:15 25.05.2019
Der Rheinsberger Künstler Tony Torrilhon hat eine selbst gestaltete Europa-Fahne über seine Werkstatt gehängt. Der gebürtige Franzose, Jahrgang 1931, ist ein überzeugter Europäer und findet die Europawahl wichtig. Er hat in drei Ländern der EU länger gelebt und spricht vier Sprachen. Quelle: Celina Aniol
Neuruppin

Kreiswahlleiter Dietmar Tripke rechnet damit, dass bei der Kommunalwahl am Sonntag deutlich mehr Menschen ihre Stimme abgeben als bei der Abstimmung vor fünf Jahren. Darauf deuten schon die Zahlen der Briefwahl hin.

2014 hatten im gesamten Kreis Ostprignitz-Ruppin etwa 4000 Menschen per Wahlbrief abgestimmt. „Wir gehen diesmal von 6000 bis 7000 Briefwählern aus“, sagt Tripke nach Rückfrage in den Gemeinden. Das Interesse an den Wahlen sei im Vergleich zu 2014 um mindestens 50 Prozent gestiegen.

Damit hatte der Kreiswahlleiter gerechnet und die Briefwahlvorstände entsprechend verstärkt. Die müssen schließlich am Sonntagabend auch mit dem Auszählen der Stimmen nachkommen. „Jeder kann Briefwahl machen“, versichert Tripke: „Wir finden für jeden eine Lösung.“

Neuruppins Stimmzettel enthält 98 Kandidaten

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde hatte schon vor Wochen dafür geworben, dass möglichst viele Neuruppiner ihre Stimme per Wahlbrief vor dem 26. Mai abgeben. Der Stimmzettel mit den 98 Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung ist so groß, dass Golde fürchtet, manche Wähler werden damit in den Wahlkabinen schwer klarkommen. Wer sich die Wahlunterlage nach Hause schicken lässt, hat mehr Freiheit und mehr Zeit, seine Kandidaten zu suchen.

Tatsächlich hat sich bis Mittwoch fast jeder zehnte Wahlberechtigte in Neuruppin seine Stimmzettel zuschicken lassen. 2541 Bürger hätten die Briefwahl beantragt, sagt Stadtwahlleiterin Jutta Mießner. Bei der Kommunalwahl 2014 waren es nur 1751. bei der Bundestagswahl 2017 dagegen 3457.

Jutta Mießner sieht den Trend nicht nur positiv. Die Briefwahl lasse mehr Möglichkeiten, dass sich Fehler einschleichen, sagt sie. Etwa, wenn Wähler nicht alle Zettel korrekt in die Umschläge einsortieren. Jutta Mießner: „Ich finde es besser, wenn die Leute am Sonntag ins Wahllokal kommen.“ In Neuruppin wird vor jedem ein Musterstimmzettel aushängen, sodass jeder in Ruhe suchen kann, wo seine Kandidaten auf dem Zettel stehen.

Großer Aufwand beim Auszählen am Sonntag

In Rheinsberg gab es bis Mittwoch wollen viele Wahlberechtigte per Brief ihre Stimme abgeben. Rund 1185 Briefwähler gibt es jetzt schon. Wahlleiterin Christiane Winkelmann rechnet damit, dass die 1200er Marke noch geknackt wird. Die Zahl würde etwa dem ersten Durchgang bei der Bürgermeisterwahl 2017 entsprechen; beim zweiten lag sie damals deutlich darüber.

Der Aufwand bei den aktuellen Wahlen mit den Abstimmungen auf vier unterschiedlichen Ebenen – Ortsbeirat, Stadtverordnetenversammlung, Kreistag, Europaparlament – ist deutlich höher als bei der Bürgermeisterwahl.

Die Verwaltung will deshalb ein zweites Briefwahllokal an der Rauschule einrichten. Normalerweise gibt es eines. Zudem wird die Zahl der Wahlhelfer aufgestockt.

Möglicherweise muss am Montag weitergezählt werden

Dennoch: Die Wahl bleibe eine Herausforderung, gerade in der Kernstadt. Denn dort gibt es Lokale, die für 800 Urnengänger zuständig sind. In den Dörfern hingegen müssen teilweise nur die Stimmen von 100 Wählern ausgezählt werden.

Winkelmann hofft, dass alle Ergebnisse am Wahlabend gegen 22 Uhr stehen. Sie weiß aber, dass das Auszählen deutlich länger dauern kann. Bis morgens um 5 Uhr habe es in Rheinsberg auch schon mal gedauert, bis alles fertig war. Das würde sie heute nicht unbedingt noch einmal wiederholen. „Irgendwann macht es keinen Sinn mehr: Dann kann man nicht mehr, sieht die Fehler nicht mehr“, sagt sie.

Im Rheinsberger Ortsteil Großzerlang stehen im Gemeindehaus schon die Wahlurnen für die Abstimmung am 26. Mai bereit. Quelle: Celina Aniol

Lindow geht einen anderen Weg. Die Briefwahlstimmen werden auf die Wahllokale verteilt, zu denen sie auch gehören. Mehr Wahlhelfer als sonst wird es deswegen an den einzelnen Standorten aber nicht geben, sagt Amtsdirektor Danilo Lieske. Auch wenn er zugibt, dass der Zeitaufwand diesmal sehr groß ist und das Land Druck macht, dass die Ergebnisse schnell vorliegen.

Das Land will die Zahlen möglichst schnell

„Diesmal haben sie da besonders großes Theater gemacht“, so Lieske. Das Interesse, die Resultate schnell zu präsentieren, versteht er. „Aber wir können nur das tun, was wir tun können.“

In Fehrbellin ist die Beteiligung an der Briefwahl bislang ähnlich hoch wie in anderen Wahljahren. Gut 800 der etwa 7700 Wahlberechtigten haben ihre Stimme bereits abgegeben, sagt Wahlleiter Peter Wolski. Das ist nur „minimal höher“ als sonst.

Auch Fehrbellin bereitet sich auf eine Superwahl vor. In Fehrbellin wird es erstmals vier Wahllokale geben, im größten Ortsteil Wustrau erstmals zwei. 126 Wahlhelfer und elf Verwaltungsmitarbeiter unterstützen die Wahl.

Von Reyk Grunow, Frauke Herweg, Celina Aniol

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