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Ostprignitz-Ruppin Vier Pflöcke für den jüdischen Friedhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vier Pflöcke für den jüdischen Friedhof
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05:30 27.02.2018
Melanie Füllgraf und Roman Blank vergleichen den kopierten Kartenausschnitt vom ehemaligen jüdischen Friedhof mit dem realen Areal. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Einen „Ort der Stille“ könne er sich dort vorstellen, wo es bis zu den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Wusterhausen einen jüdischen Friedhof gab. Nach längeren Diskussionen um die einstige Ruhestätte in Sichtweite zum Klempowsee hatte Bürgermeister Roman Blank in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag dieser Woche versprochen, die Abmaße des Areals feststellen zu lassen (MAZ berichtete).

Das ist bereits tags darauf geschehen. Das Vermessungsbüro Focke & Bruns hatte im wahrsten Sinne des Wortes Pflöcke eingeschlagen. Die Vermesser konnten dabei auf einen Kartenausschnitt aus dem Jahre 1910 zurückgreifen. Darauf eingezeichnet ist eine rechteckige Fläche in den Maßen 31 mal 9,50 Meter.

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Die alten Eichen stehen noch

Auf dem Blatt erkennbar sind auch zwei Eichen. Roman Blank und Melanie Füllgraf, Koordinatorin der Fachgruppe Planung, Entwicklung und Bau im Rathaus, besichtigten gestern das Ergebnis der Feststellung. In natura zeigt sich, dass die langsam zerbröselnde Freilichtbühne aus den 70-er Jahren große Teile der einstigen Friedhofsfläche einnimmt. Die Eichen stehen noch.

Im Umfeld ist reichlich Wildwuchs gediehen, der in der Folge weiterer Arbeiten entfernt werden soll. Der hintere Teil des Bauwerks könnte nun komplett verschlossen werden, davor Bänke gestellt und eine Tafel angebracht, die an das frühere jüdische Leben in der Stadt erinnert.

Besuch aus Edewecht

Eine weitere Idee geht so weit, das Umfeld mit Rhododendrongewächsen zu bepflanzen. Sie gedeihen deutschlandweit besonders gut im Ammerland, in dem bekanntlich auch die Wusterhausener Partnerstadt Edewecht beheimatet ist. Zur Eröffnung der nächsten Ausstellung des Kulturvereins, bei der ab April Arbeiten eines Künstlers aus Edewecht zu sehen sein sollen, wird auch die dortige Bürgermeisterin Petra Lausch an der Dosse erwartet.

„Ich werde mit ihr bei diesem Anlass darüber sprechen, ob Ihre Gemeinde uns bei der Umgestaltung des Platzes unterstützen kann“, so Bürgermeister Blank gestern gegenüber MAZ und weiter: „Vielleicht hilft uns auch der Verein Ostprignitz Jugend. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Mitglieder an dem Projekt beteiligen.“

Von Wolfgang Hörmann