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Ostprignitz-Ruppin Er vergisst den Abwasch, sie sticht ihn nieder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Er vergisst den Abwasch, sie sticht ihn nieder
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21:21 21.04.2015
Quelle: dpa
Kyritz

Weil ihr damaliger Lebensgefährte den Abwasch nicht wie sonst erledigt hatte, stach sie zu. An die Tat selbst kann sich die 33-jährige Kyritzerin bis heute nicht erinnern. „Ich habe nur einzelne Bilder im Kopf“, sagte sie. Blut im Flur, das Messer, viel mehr weiß sie nicht mehr von der Nacht des 25. September 2011. Aber „ich muss es ja gewesen sein, weil sonst keiner in der Wohnung war“.

Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde sie am Dienstag vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Diese wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Angeklagte ist problembeladen. Seit 2001 ist sie wegen Depressionen in Behandlung, war damals zu einem Drogenentzug in der Klinik. Auch Alkohol spielte eine große Rolle in ihrem Leben. Immer wieder gab es längere trockene Phasen. Zur Tatzeit trank sie täglich bis zu drei Liter Wein. Seit 2009 lebte sie mit Matthias S. zusammen. Am 24. September hatten beide bei einem Umzug geholfen und den Abend dann vor dem Fernseher ausklingen lassen. „Irgendwann habe ich gemerkt, es geht nicht mehr und bin ins Bett gegangen“, sagte die Angeklagte. Matthias S. blieb im Wohnzimmer.

Er schreckte gegen 2 Uhr hoch, weil seine Freundin schrie. „Das passierte öfter nachts. Sie hatte mich gebeten, sie dann zu wecken“, sagte der 39-Jährige. Das tat er. Er ging zurück ins Wohnzimmer, sie folgte ihm. Auf dem Weg dorthin sah sie, dass das dreckige Geschirr vom Vortag noch da stand. Es kam zum Streit. Sie griff zum Spülschwamm. Als er in die Küche kam, langte sie in den Küchenschrank. „Als hätte ich etwas geahnt, habe ich versucht, die Schranktür zuzuhalten“, erinnerte sich Matthias S. Vergebens. Ihr gelang es, ein langes Küchenmesser zu fassen und zuzustechen. Einmal, dann zog sie es heraus. „Sie war nicht wirklich da“, beschrieb Matthias S. ihren Zustand. Er presste sich die Hand auf die Wunde, aus der nach seinen Angaben „das Blut pulsmäßig sprudelte“, sprang in sein Auto und fuhr ins nahe gelegene Kyritzer Krankenhaus. Von dort rief er seine Freundin an. Sie kam sofort, weinte bitterlich und hat sich mehrfach entschuldigt. „Sie wollte das alles nicht, das habe ich ihr geglaubt“, sagte Matthias S. Er kam nur knapp mit dem Leben davon. S. wäre tot gewesen, wenn der Stich nur ein wenig mehr rechts oder links gewesen wäre. „Wir können alle froh sein, dass die Tat so glimpflich ausgegangen ist“, sagte Richter Gerhard Pries.

Matthias S. lag fünf Tage im Krankenhaus. Anschließend zog er wieder zu seiner Freundin, von der er mittlerweile getrennt ist. Sie verstehen sich aber noch gut. Angezeigt hat er sie viel später – aus Wut über eine andere Sache. Dass die Tat so lange zurückliegt, kam der Angeklagten zugute, ebenso wie ihr Geständnis und ihr Verhalten danach. Auch, wenn die Angeklagte „aus dem Schlaf kam und sicherlich alkoholisiert war“, ging das Gericht davon aus, dass sie voll schuldfähig war. Für die Richter stand fest, dass die Frau nicht ins Gefängnis muss. Allein die Ermittlungen und das Hauptverfahren würden ausreichen, sie von weiteren Straftaten abzuhalten.

Von Dagmar Simons

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