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Ostprignitz-Ruppin Wenig Hoffnung für den Prignitz-Express
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wenig Hoffnung für den Prignitz-Express
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02:15 27.10.2017
Wo wird der Prignitz-Express einmal hinfahren. Trotz jahrzehntelanger Diskussion kann das heute noch niemand sagen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Pläne des Landes für den Ausbau des Bahnverkehrs sorgen in Neuruppin für Verwunderung und Ärger. Das, was dort zur weiteren Entwicklung des Prignitz-Expresses zu lesen ist, scheint allem zu widersprechen, was seit fast 20 Jahren zwischen der Stadt und dem Land vereinbart wurde. Seit den 90ern kämpft Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn darum, für Pendler endlich eine schnellere Verbindung ins Berliner Zentrum zu bekommen. Bisher war es erklärtes Ziel, dass der RE 6 irgendwann einmal nach Berlin Gesundbrunnen fahren soll.

Das Land hatte sich schon vor Jahren hinter diese Forderung gestellt und auch die Berliner Regierung hatte das in ihrem Koalitionsvertrag geschrieben. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis die sogenannte Kremmener Bahn so ausgebaut wird, dass der Prignitz-Express über Hennigsdorf und Tegel in die Berliner Mitte rauschen kann. Doch plötzlich scheint alles anders.

Als Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider am Montag in Potsdam den neuen Entwurf des Landesnahverkehrsplanes für die kommenden Jahren vorstellte, spielte der Prignitz-Express nur am Rande eine Rolle. Auf etlichen Bahnlinien will das Land in den nächsten Jahren für ein besseres Angebot sorgen. Auch für Neuruppin sieht das Ministerium in Potsdam Handlungsbedarf. Neuruppin gehört zu den wenigen Orten, in denen Pendler ganz besonders auf die Bahn angewiesen sind.

Nur vier Regionalbahnhöfe haben mehr als 1000 Fahrgäste

Etwa 30 000 Fahrgäste benutzen jeden Tag die Bahnhöfe im Regionalverkehr, heißt es in der Untersuchung des Landes. Wenige Bahnhöfe werden dabei besonders oft genutzt, allen voran der am Rheinsberger Tor in Neuruppin. Er gehört zu den nur vier Regionalbahnhöfen im Land mit mehr als 1000 Fahrgästen am Tag. „Wir haben hier 1500 Fahrgäste am Tag“, sagt Bahnsprecher Burkhard Ahlert.

Fest steht aber, dass die Zahl weiter steigt. Selbst in Regionen, in denen die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren schrumpfen wird, gibt es wahrscheinlich mehr Bahnfahrer. Davon geht die Landesregierung jedenfalls aus.

Umso mehr ist Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn vom Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes enttäuscht. Da ist plötzlich nicht mehr von Gesundbrunnen als Endbahnhof des Prignitz-Expresses die Rede. Stattdessen sollen die Züge weiter über Spandau fahren und nach 2022 in Berlin-Charlottenburg enden. Der erhoffte Zeitgewinn für Pendler dürfte damit dahin sein.

Neuruppin ist entsetzt vom Umschwenken des Landes

Krohn war entsetzt, als er das am Montag hörte: „Ich kann überhaupt nicht begreifen, warum man beim Land plötzlich Charlottenburg favorisiert.“ Seit 20 Jahren reden Stadt, Kreis und Land schon miteinander – doch gebracht hat das bisher wenig. Die Bahnverbindung nach Berlin wurde statt besser gefühlt eher schlechter. Studien wurden in Auftrag gegeben, Untersuchungen gestartet – nur damit Land und Bahn jetzt alles noch einmal prüfen. Krohn: „So langsam hab ich es echt satt.“ In anderen Städten sei gut zu sehen, was eine gute Bahnanbindung nach Berlin bringt – mehr Einwohner und mehr Entwicklung. Nur für Neuruppin wolle das Land offensichtlich nichts tun.

Steffen Streu vom Infrastrukturministerium in Potsdam versteht den Ärger nicht. „Der Bahnhof Charlottenburg ist genauso gut wie Gesundbrunnen“, sagt der Ministeriumssprecher. Beide liegen nahe am Zentrum und beide haben eine gute Verkehrsanbindung.

Streu verweist auf eine Vereinbarung, die das Land vor wenigen Tagen mit der Bahn geschlossen hatte. Demnach wollen beide prüfen, wie auf acht besonders wichtigen Bahnstrecken aus dem Umland nach Berlin das Angebot schneller verbessert werden kann. Auch der RE6 gehört dazu. Allerdings geht es dabei explizit um ein besseres Bahnangebot für Velten, weniger für Neuruppin oder Wittstock.

Dass der Regionalexpress irgendwann einmal über Hennigsdorf und Tegel weiter ins Berliner Zentrum fährt, sei nicht ausgeschlossen, heißt es aus dem Ministerium. Doch Bahn und Land müssten erst einmal prüfen, ob und wie das möglich ist. Studien dazu liegen seit Jahren vor, auch bezahlt mit Geld des Landes. Trotzdem soll noch einmal diskutiert werden.

Frühestens in zehn Jahren ist damit zu rechnen, dass Regionalzüge über die Kremmener Bahn fahren. Dann könnte es für Pendler aus dem Nordwesten eine weitere Verbesserung geben: Das Land denkt darüber nach, den Prignitz-Express alle 30 Minuten fahren zu lassen statt nur einmal pro Stunde. Irgendwann „nach 2030“ könnte das passieren.

Von Reyk Grunow

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