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Ostprignitz-Ruppin Wenn das Wasser kommt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wenn das Wasser kommt
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17:14 12.09.2017
Es geht ganz schnell: Das Land erhielt in diesem Jahr einen kleinen Vorgeschmack auf Wassermassen. Quelle: Bernd Atzenroth
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Neustadt

In einer Sondersitzung befassten sich die Neustädter Stadtverordneten am Montag erneut mit ihrer Stellungnahme zur Festlegung von Überschwemmungsgebieten der Dosse durch das Land Brandenburg. Bei den vorangegangenen Beratungen waren einfach zu viele Fragen offen geblieben. Am Montag hatten sich die Stadtverordneten daher einen Vertreter des Landesumweltministeriums eingeladen.

Besondere Regeln in Überschwemmungsgebieten

Die Festlegung der Überschwemmungsgebiete beruht auf der Berechnung eines Hochwassers, wie es statistisch gesehen einmal in 100 Jahren vorkommen kann. Die Planung dient als Basis für Regelungen, die im Ernstfall die Schäden möglichst gering halten sollen. Grundlage für diese Vorbeugung ist das Landeswassergesetz.

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„Wir werden eine Stellungnahme abgeben – mit Hinweisen und Nachfragen“, erklärte Neustadts Bürgermeister Karl Tedsen nach der Sitzung. So erscheine die Festlegung des Überschwemmungsgebietes nicht durchgehend plausibel. Beispielsweise gingen die Berechnungen von einem freien Ablauf des Wassers aus. „Aber Sperrwerke und Schöpfwerke funktionieren ja häufig gar nicht mehr.“ Im Ernstfall sei mit einem Rückstau des Wassers zu rechnen. „Das Szenario, das vorgestellt wurde, entspricht also nicht den Gegebenheiten“, bemängelt Tedsen. Ein weiterer Beleg dafür sei der vor kurzem erneuerte Deich zwischen Wusterhausen und Neustadt, der in den Planungen gar nicht berücksichtigt wurde.

Hochwasserschutz unzureichend

Auch die Gesetzeslage selbst sorgt in Neustadt für Fragen. „Wir haben hier Neubauten, die noch vor den jetzigen Änderungen entstanden sind. Wenn da jemand eine Garage bauen will – gilt dann das alte oder das neue Gesetz? Wie wird das ausgelegt?“

Grundsätzliche Kritik äußerten die Stadtverordneten an der Gewässerunterhaltung und Regulierung: „Warum wurde so viel von dem gestoppt, was zu DDR-Zeiten funktioniert hat?“

Die Amtsverwaltung wird all dies nun in die Stellungnahme der Stadt einarbeiten, die bis Freitag abzugeben ist.

Von Alexander Beckmann