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Ostprignitz-Ruppin Abschied von einem warmen, sonnigen Jahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Abschied von einem warmen, sonnigen Jahr
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14:51 13.01.2020
Eiszeit im Februar: Ole und seine Mutter Jeannette Redepenning haben im vergangenen Winter bei Sonnenschein das Eis genossen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Das Jahr 2019 im Ganzen betrachtet war in der Region zwischen Kyritz, Wittstock und Neuruppin erneut zu warm. Von den zwölf Monaten schloss lediglich der Mai zu kalt ab. Zum Schneemannbauen reichte es nicht, denn die Region war nur Ende Januar kurzzeitig von einer maximal zwei Zentimeter hohen Schneedecke bedeckt.

Wer gern im Nebel unterwegs ist, der hatte im vergangenen Jahr an 14 Tagen die Gelegenheit dazu. Das Blitzortungssystem vermerkte Blitz und Donner von Neuruppin über Kyritz bis nach Wittstock an immerhin 16 Tagen des Jahres.

Das Jahr 2019 wurde meteorologisch gesehen ohne größere Ausreißer zu Ende gebracht. Der Dezember war zu warm, es gab aber schon wärmere. Er war zu trocken, es war allerdings bereits mehrmals trockener und er war sonnenscheinreich, doch gab es sonnigere.

Längere Trockenphasen im Frühjahr

Der Jahresverlauf war geprägt durch einige markante Witterungsereignisse. So gab es – wie schon 2018 – längere Trockenphasen. Seit einigen Jahren ist eine Frühjahrstrockenheit zu beobachten, die in der hiesigen Region erneut auftrat. Der April und der Mai hatten verbreitet nur sechs bis 20 Liter Regen je Quadratmeter. Menz im Nachbarkreis Oberhavel hatte Glück: Dort fielen 40 Liter pro Quadratmeter.

Die hochsommerlichen Perioden wurden selten durch die gefürchteten Starkregenereignissen unterbrochen. Glücklicherweise waren diese auch schwächer ausgeprägt als in den Vorjahren. An dieser Stelle seien die drei stärksten Niederschlagsereignisse genannt. Kyritz hatte 32, 29 und 17 Liter im Programm, in Wittstock waren es 22 und zweimal 18 Liter. In der Fontanestadt Neuruppin fielen 34, 28 und 21 Liter an einzelnen Tagen und in kurzer Zeit vom Himmel.

Im Jahr 2019 war es letztendlich in der Region aber nicht zu trocken – das ist eine kleine Überraschung. Niederschlagsarme und niederschlagsreiche Monate hielten sich die Waage.

So lässt sich das Wetter genießen: Sonnenschein am See. Quelle: Frank Molter/dpa

Der trockenste Monat war der April. Schon 74 Liter Regen reichten dem Oktober, um in Neuruppin nassester Monat des Jahres zu werden. 87 Liter gab es im Juni in Kyritz. In Wittstock war es der März mit 67 Litern. Am Ende des Jahres standen überall meistens etwas mehr als 500 Liter pro Quadratmeter auf der Haben-Seite, das entspricht in etwa dem Normalwert.

Zum Vergleich: 2003 und 1996 regnete und schneite es magere 361 beziehungsweise 359 Liter. Im bisher niederschlagsreichsten Jahr 2007 waren es 760 Liter in Neuruppin und gar 960 Liter in Kyritz.

Das Jahr 2019 war reich an Sonnenschein. Acht Monate des Jahres schlossen mal mehr und mal weniger deutlich im Plus ab. Besonders trüb war der März mit nur 66 Prozent des üblicherweise zu erwartenden Sonnenscheins. Den Sonnenscheinrekord hält der Juni. Überall im Ruppiner Land und in der Prignitz gab es mehr als 350 Stunden. Im gesamten Jahr standen für die Sonnenhungrigen rund 1900 Sonnenstunden zur Verfügung – das sind über 300 Stunden mehr als normal. Vom Rekord aus dem Jahr 2003 mit seinen über 2000 Sonnenstunden war man damit nicht so weit entfernt.

Neuer Hitzerekord in der Region

Die Meteorologen errechneten für die Region eine Jahresmitteltemperatur von 10,9 Grad. Damit lag die Region um 2,5 Grad über dem Referenzwert der langjährigen Klimareihe. Den deutschen Temperaturrekord brach am 25. Juli Lingen im Emsland mit 42,6 Grad Celsius.

Das Ruppiner Land brachte es an diesem Tag auf etwas mehr als 35 Grad. Rekordhitze herrschte hier dafür am 30. Juni: Rund 38 Grad zeigten die Thermometer von Neuruppin über Kyritz bis nach Wittstock. Damit wurde der alte Höchstwert von 37,2 Grad vom 10. Juli 1959 gelöscht.

Es gab auch Temperaturen von unter 0 Grad in der Region. Aber selbst im Januar wurde es nicht kälter als minus 8 Grad wie zum Beispiel in Wittstock. Im Gegensatz zum Hitzerekord blieb der Kälterekord von minus 24 Grad – gemessen am 27. Februar 1986 – unangetastet.

Was bringt der Winter? Ein Sprichwort lautet: „Im Januar viel Regen und wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh.“ Langfristmodelle zeigen weiterhin keinen ausgeprägten Wintereinbruch. Doch Vorsicht: Auch im März wurden schon Werte von minus 20 Grad in der Region registriert wie beispielsweise 1965.

Von Thomas Hinz

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