Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Wie Goethe an die Knatter kommt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wie Goethe an die Knatter kommt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:43 29.01.2018
Die Kyritzer Jahn-Gymnasiasten in der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar. Quelle: privat
Kyritz

Kyritz hat eine Goethestraße und – beinahe am anderen Ende der Stadt – sogar eine Goetheschule. Ansonsten spielt der „Dichterfürst“ im städtischen Leben kaum mal eine Rolle. Mit einer Ausnahme.

Denn auf der Internetseite www.weimarpedia.de der Klassik Stiftung Weimar und der Bauhaus-Universität Weimar begrüßen den Besucher derzeit reihenweise Beiträge, die alle mit „Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Kyritz“ unterschrieben sind. Unter dem Titel „Die Leiden des jungen Werther – ein Chat“ haben Schülerinnen des Gymnasiums dort beispielsweise den klassischen Briefroman Goethes in die Gegenwart übertragen: Wie hätte Werther wohl heute kommuniziert? Ein Video entstand. „Die City ist voll lame.“ Und: „Aber der Park ist übelst nice.“ Die jungen Autoren machten sich die alte Geschichte eindeutig zu Eigen. Und ihren Spaß hatten sie an der Aktion ganz offensichtlich auch.

Vom Poesierezept bis zum Interview

Eine andere Kyritzer Gruppe stellte eine Präsentation ins Netz, sozusagen eine Heimwerkeranleitung zum Dichten: „How to write a Goethe/Schiller“. Sie hatten nach den regionalen Wurzeln der beiden Dichter gesucht. „So wie wir heute, fanden auch Goethe oder Schiller ihre Inspiration in der Stadt, und einige dieser besonderen Orte haben wir gesucht und festgehalten“, heißt es dazu auf der Internetseite des Gymnasiums.

Für ihre Recherchen schlüpften die Kyritzer Gymnasiasten auch mal in historische Rollen. Quelle: privat

Weitere Autorenteams befassten sich mit Goethes Liebschaften („Weimar Gossip“), stellten die Geschichte von den verfaulten Äpfeln in Schillers Schreibtisch im Video nach („Die Apfel-Story“) oder inszenierten eine Homestory mit Familie Schiller („Interview mit Friedrich und Charlotte von Schiller“).

Seit fünf Jahren im Unterrichtsplan

Für all dies reisten 23 Kyritzer Gymnasiasten in diesem Januar eine knappe Woche lang nach Weimar. Schon seit fünf Jahren gehört diese Exkursion zum festen Programm der jeweiligen 11. Jahrgangsstufe. Und jedes Mal sind Text und Videobeiträge das Ergebnis. Auf weimarpedia.de kann man inzwischen fast 50 Kyritzer Beiträge finden – neben vielen, vielen anderen von jungen Leuten aus der ganzen Bundesrepublik.

„Die Schüler sind da immer sehr kreativ“, sagt Andreas Müller. Zusammen mit seiner Kollegin Simone Schütte hatte der Deutschlehrer die diesjährige Gruppe begleitet. „Klassik, Sturm und Drang und so, das gilt ja immer so ein bisschen als angestaubt und antiquiert.“ Die Bildungsreise nach Weimar schaffe es aber regelmäßig, das zu widerlegen. „Die Welt der Schüler heute ist gar nicht so weit weg von der Welt Goethes und Schillers vor 200 Jahren“, findet Andreas Müller. „Man muss sich nur drauf einlassen.“

Für andere zum Anschauen und Nachlesen

Das ist für die Schüler durchaus mit einem ansehnlichen Arbeitspensum verbunden. Neben dem umfangreichen Besichtigungsprogramm stand die Beschäftigung mit den beiden großen Dichtern und ihrer Zeit im Fokus, die Themensuche und das Umsetzen der Ideen. Die Veranstalter der Klassik Stiftung Weimar halfen beim Aufbereiten fürs Internet. Dort sollen die Beiträge auch andere Schüler zur Beschäftigung mit der klassischen Dichtung animieren.

Lehrer Andreas Müller zeigt sich mit den Resultaten und vor allem mit dem Erlebnis für die Schüler einmal mehr äußerst zufrieden, und das durchaus auch mit einem Blick auf Kyritz: „Es gibt hier eben nicht nur Goethe-Namensschilder, sondern auch ein paar Schüler, die sich für den Mann interessieren – und darüber hinaus.“

Schülerin Theresa Louis zeigte sich in ihrem Reisetagebuch jedenfalls beeindruckt: „Es ist unbeschreiblich, wie viel Kultur man hier findet“, schreibt sie über Weimar, „aber auch, wie sehr die Namen der ,Literaturgiganten’ kommerziell genutzt werden.“

Alternative Wintersport

Bei den Weimar-Besuchern handelte es sich übrigens nur um rund die Hälfte der 11. Jahrgangsstufe des Kyritzer Gymnasiums. Eine Gruppe von 28 Schülerinnen und Schülern nutzte die Exkursionswoche für den Sportunterricht: beim Skilaufen in Südtirol. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Uwe Quellmalz, war mit von der Partie und betont: „Acht Stunden Sportunterricht am Tag, das ist nicht bloß Spaß.“ Den gab es aber ganz bestimmt trotzdem – auf dem Skihang und abseits davon.

Von Alexander Beckmann

Barrierefrei soll er werden, der Kiosk soll wieder reanimiert werden. Einen Fahrrad- und Kanuverleih soll es geben, ein paar Motorboote, viel mehr weißen Sand und Unterkünfte für Kanu-Touristen auf Durchreise. Jörg Tümmel und Simone Schomborg von der Lindower Firma Reha Konzept sind die „Neuen“ und haben viele Pläne.

29.01.2018

Vier junge Tschetschenen gingen Samstagabend auf eine Gruppe Deutscher los. Nach der Schlägerei auf dem Markt in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) ging die Auseinandersetzung aber noch weiter. Sogar ein Vater war beteiligt.

14.03.2018

Der Verkauf des Putenbetriebs Kartzfehn ist noch immer nicht abgeschlossen. Der Antrag auf Genehmigung des Verkaufs durch das Bundeskartellamt wurde ein zweites Mal zurückgenommen. An der eigentlichen Übernahme soll sich dadurch aber nichts ändern.

29.01.2018