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Ostprignitz-Ruppin Wie der Norden Brandenburgs vom Industrieflächen-Mangel in Berlin profitiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wie der Norden Brandenburgs vom Industrieflächen-Mangel in Berlin profitiert
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11:43 04.11.2019
Im Gewerbegebiet Temnitzpark vor den Toren Neuruppins und direkt an der Autobahn 24 gelegen gibt es noch 56 Hektar freie Fläche. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin/Perleberg

Die Prignitz und das Ruppiner Land machen sich große Hoffnungen, in den nächsten Jahren weitere Unternehmen bei sich ansiedeln zu können. „In Berlin gibt es kaum noch freie Industrieflächen“, sagt Christian Fahner, der Chef der kreisweiten Wirtschaftsfördergesellschaft REG in Neuruppin. Das mache sich schon jetzt bemerkbar.

Immer ein paar freie Hektar in der Hinterhand

Ähnlich sieht das Uwe Büttner, der Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz. „Wir haben eine Chance für die Zukunft, wenn wir freie Fläche und qualitativen Wohnraum für die Beschäftigten haben.“ Das setze aber jahrelange Vorarbeit voraus – auch weil die Umweltauflagen für Gewerbeflächen deutlich gestiegen seien. „Man muss immer ein paar freie Hektar in der Hinterhand haben, um vorbereitet zu sein“, sagt Uwe Büttner. Denn um eine neue Gewerbefläche entwickeln zu können, brauche es einen Vorlauf von etwa zwei Jahren. „Das ist ein dickes Brett.“

In der Prignitz gibt es lediglich in einem der neun Gewerbegebiete noch genügend Platz für große Ansiedlungen, in Falkenhagen bei Pritzwalk. Das Gewerbegebiet ist knapp 240 Hektar groß und befindet sich direkt an der Autobahn A 24 sowie an der Bundesstraße 103. Deshalb ist geplant, die Gewerbegebiete am Schwarzen Weg in Perleberg und das Areal Wittenberge-Süd zu erweitern.

Gemeinsames Konzept von Wittstock und Heiligengrabe in Arbeit

Nicht viel anders sieht es in Ostprignitz-Ruppin aus. Eigentlich gibt es nur noch im Temnitzpark, ebenfalls an der A 24 gelegen, größere Flächen für Industrieansiedlungen. Denn dort sind noch 56 Hektar frei. Die anderen etwa 20 Gewerbegebiete in Neuruppin, Fehrbellin, Rheinsberg, Kyritz und Wittstock sind bis auf die eine oder andere Restfläche weitgehend belegt, sagt der REG-Chef Christian Fahner. Auch deshalb arbeiteten derzeit die Stadt Wittstock und die Gemeinde Heiligengrabe mit einem Büro an einem gemeinsamen Konzept, das zeigt, wo neue für Gewerbeflächen ausgewiesen werden könnten. Offen ist noch, wann dieses Konzept fertig ist und öffentlich vorgestellt wird.

Heiligengrabe hat mit der Swiss-Krono-Gruppe einen der größten Industriebetriebe in der Region, der auf seiner 150 Hektar großen Fläche vor Ort allein 750 Beschäftigte und weltweit mehr als 4500 Mitarbeiter hat.

Kaum noch Platz an der Autobahn

Neun Gewerbegebiete betreut die Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz. In den meisten ist kaum noch Platz für neue Ansiedlungen.

Ausnahme ist das knapp 240 Hektar große Areal in Falkenhagen bei Pritzwalk an der Autobahn 24 . Dort gibt es genügend Freiflächen. Gleichwohl soll auch in Perleberg sowie in Wittenberge jeweils ein Gewerbegebiet erweitert werden.

In Ostprignitz-Ruppin gibt es 20 Gewerbegebiete. Die meisten sind belegt. Gesucht werden aber noch Investoren für die 56 Hektar freie Fläche im Temnitzpark. Dieser liegt vor den Toren Neuruppins direkt an der A 24.

In Neuruppin ist im Gewerbegebiet in Treskow noch eine etwa zehn Hektar große Fläche frei, die laut REG-Chef Christian Fahner den Stadtwerken gehört. Was damit passieren soll, das ist noch unklar.

Auch heimische Firmen sollten noch Platz haben

Berlin drückt“, sagt Christian Fahner. Dabei gehe es vor allem um Flächen an der Autobahn, auf denen nicht nur 24 Stunden am Tage und sieben Tage die Woche gearbeitet werden könne, ohne dass dadurch Anwohner belästigt werden. Vielmehr seien diese Gebiete für den Verkehr auch leicht erreichbar.

„Das Potenzial an der Autobahn ist das A und O“, sagt Christian Fahner. Allerdings dürfe dabei nicht vergessen werden, dass es genügend Platz geben müsse, dass die heimischen Firmen wachsen könnten.

IHK-Studie mit Mängeln

Ostprignitz-Ruppin muss sich Gedanken machen, was die hiesigen Unternehmen in den nächsten zehn, zwanzig Jahren brauchen und wo Platz für neue Investoren wäre.“ Christian Fahner würde sich dafür ein Konzept wünschen, das „mit Augenmaß“ ausleuchtet, wo im Landkreis in nächster Zeit noch neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollten.

Zwar hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam vor gut drei Jahren in einer Studie dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin trotz Bevölkerungsschwund und Berlinferne eine überraschend gute wirtschaftliche Entwicklung bescheinigt, die sich bis 2025 fortsetzen werde und dies darauf zurückgeführt, dass fast 14 Prozent der Beschäftigten in der Region über einen Fach- oder Hochschulabschluss verfügen. Zum Vergleich: Der Landesschnitt bei den sogenannten Hochqualifizierten lag 2016 bei zwölf und der beim Bund bei knapp zehn Prozent.

Allerdings habe es bei der Studie auch Fehler gegeben, so Fahner – weil beispielsweise freie Gewerbeflächen begutachtet worden seien, egal ob diese wirklich vermarktbar oder mit Altlasten bestückt seien.

Das größte Interesse im Ruppiner Land gilt derzeit den freien Flächen im Temnitzpark an der Autobahn. Dort hatten sich erst im Juli die Millionenpläne für einen Autohof mit Schnellimbiss zerschlagen.

Von Andreas Vogel

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