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Ostprignitz-Ruppin Wie ein großes Gewerbegebiet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wie ein großes Gewerbegebiet
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00:17 26.01.2017
Gewerbegebiete an der Autobahn 24.
Gewerbegebiete an der Autobahn 24. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Pritzwalk

Als „Tor zur Hauptstadt“ bezeichneten vor etwa einem halben Jahr die Anliegerkommunen entlang der Autobahn 24 ihre Kooperation entlang einer der wichtigsten brandenburgischen Verkehrsadern. Nun wird die Zusammenarbeit mit einem neuen Projekt gestärkt, das der Landrat von Ostprignitz-Ruppin jetzt beim Unternehmerverband „Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock“ in dessen Pritzwalker Geschäftsstelle vorstellte. „Wir wollen einen Schritt weitergehen und unsere Gewerbegebiete auch kreisübergreifend gemeinsam vermarkten“, sagte Reinhardt, der auch zum ersten Kooperationstreffen eingeladen hatte.

Investorenwünschen durch Schwerpunkte entgegen kommen

Jene Investoren, die heute eine Gewerbefläche für eine Ansiedlung suchen würden, für die würden sich die Gewerbegebiete der A 24-Region bereits heute mehr oder weniger als ein einziges darstellen, sagte Reinhardt, dies gelte es zu nutzen: „Zumal jedes der Gebiete eigene Schwerpunkte und Merkmale hat.“ So liege in Meyenburg der Schwerpunkt auf der Möbelindustrie, in Falkenhagen seien Holz und Papier, aber auch die Lebensmittelindustrie vertreten. In Heiligengrabe hat mit dem Holzverarbeiter Swisskrono das größte regionale Unternehmen seinen Sitz. Und im Temnitzpark könne nun nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder aktiv gearbeitet werden: „Die Zeit des Stillstandes ist vorbei.“ Hier sei der Schwerpunkt im Metall- und Holzbereich zu finden. In Kyritz wiederum würde Metallverarbeiter Alutrimm Ortsunkundige damit überraschen, ein Zulieferer der deutschen Automobilindustrie zu sein.

Ronald Thiel, Ralf Reinhardt und Mike Blechschmidt (v.l.): Das „Tor zur Hauptstadt“ ist kreisübergreifend durch die A 24 miteinander verbunden. Quelle: Claudia Bihler

Reinhardt: „Potenzielle Investoren könnten also im Norden beginnen und im Verlaufe eines Ansiedlungsverfahrens vom einen ins nächste Gewerbegebiet weitergereicht werden – bis sie den Standort gefunden haben, der auch die persönlichen Vorlieben eines Investors berücksichtigt: „Einer will vielleicht lieber an einem See leben, ein anderen mag die ländliche Umgebung mehr.“ Vor allem aber sei es auch nach einer Ansiedlung für einen Investor nützlich, dass er sich sowohl auf die Regionale Entwicklungsgesellschaft Nordwest-Brandenburg mit Sitz in Neuruppin als auch mit dem Förderverein Wachstumskern auf ein regionales Netzwerk verlassen könne.

Alleinstellungsmerkmale in Falkenhagen

Gastgeber Mike Blechschmidt vom Autobahndreieck wies auf die Vorteile Falkenhagens hin. Dort produziere die Eon-Nachfolgerin Uniper Energy-Storage Wasserstoff mittels Windenergie, der künftig wohl auch als Treibstoff vermarktet werden könne. „Die Entwicklung wasserstoffbetriebener Elektrofahrzeuge ist im Kraftfahrzeugbereich bereits etabliert, künftig werden solche Antriebe auch vor Lastwagen nicht halt machen.“ Falkenhagen sei zudem heute der Standort, an dem die so genannten Gigaliner auf die Autobahn auffahren dürften: „Als einziger Standort im Nordwesten Brandenburgs bietet sich Falkenhagen deshalb auch für solche Unternehmen an, die große Ladungen mit geringem Gewicht befördern können.“

Auch der Vizebürgermeister von Pritzwalk, Ronald Thiel, begrüßte die neue Initiative des OPR-Landrates: „Im Autobahndreieck und in den Kommunen arbeiten wir als kommunale Familie bereits seit langem kreisübergreifend zusammen. In der Rückschau kann man sagen, dass sich das gelohnt hat. Die unterschiedlichen Akteure begreifen sich hier bereits als zusammenhängende Region.“

Kommunale Familie arbeitet kreisübergreifend zusammen

Die Zusammenarbeit ist längst Realität: So fertigen etwa in Meyenburg die Möbelwerke mit Technik, die bei der Neuruppiner ASL entwickelt worden ist, andererseits finde die ASL bei der Falkenhagener Firma Dutch Visions einen Partner, der ASL-Planungen in die Realität umsetzen könne. Instandhaltungschefs treffen sich ebenso wie die Personalchefs aller großer Unternehmen bereits regelmäßig und ein Ersatzteilaustausch sei ebenfalls schon Realität, sagt Blechschmidt. Auch in Sachen Ausbildung könne die Zusammenarbeit vertieft werden – etwa indem die Bildungsträger Berufsschul-Lehrgänge so verteilen würden, dass sie auf jeden Fall in der Region bleiben können.

Von Claudia Bihler