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Wittstock/Dosse Japanische Comics in Wittstock: 21-Jährige eröffnet eigene Manga-Schau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Japanische Comics in Wittstock: 21-Jährige eröffnet eigene Manga-Schau
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16:15 29.08.2019
Lea Tietze möchte Illustratorin werden und macht mit ihrer ersten Ausstellung auf sich aufmerksam. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

„Die Kultur in Japan interessiert mich“, sagt Lea Tietze aus Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Auch wenn sie von einer Reise nach Fernost bisher nur träumt, nähert sie sich immer wieder dieser Kunst.

Lea Tietzes Herz schlägt für Anime und Manga. Bei Anime handelt es sich um Zeichentrickfilme, die in Japan produziert werden. Manga sind japanische Comics. „Seit vier Jahren male ich Manga sowie selbst erdachte Anime- und Fantasy-Charaktere“, sagt die 21-Jährige.

Gerade hat sie ihr Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung am Oberstufenzentrum in Neuruppin absolviert, ihre berufliche Zukunft sieht sie als Illustratorin suchen. Ob Ausbildung oder Studium – welchen Weg Lea Tietze dabei einschlägt, steht noch nicht fest.

Farbakzente: Die Bilder oben links und rechts sehen den Pokemonfiguren ähnlich. Quelle: Christamaria Ruch

Derzeit reiht sie sich als jüngste Künstlerin bei der „Kunstblume“ in Wittstock ein, einem Kunstprojekt zur Landesgartenschauschau. Das Team der „Kunstblume“ stellte ihr kurzfristig einen eigenen Ausstellungsraum bereit.

Die Vernissage findet am Samstag, 31. August, um 14 Uhr statt. „Wir bieten lokalen Künstlern mit der „Kunstblume“ eine Plattform, die Ausstellung ist für Menschen von hier“, sagt Manager Manfred Walloschke. Lea Tietze ist dort die einzige Künstlerin, die Anime und Manga als Stilrichtung zeigt.

Konsequent Schwarzweiß: Zarte und kontrastreiche Zeichnungen reihen sich bei der Anime- und Manga-Ausstellung in der „Kunstblume“ in Wittstock ein. Quelle: Christamaria Ruch

„Ich habe schon immer gern gemalt“, sagt Lea Tietze. Ihr Markenzeichen: Saubere und gerade Linien. „Das ist fast druckreif“, sagt sie selbstbewusst. Wenn sie ein neues Bild zeichnet, beginnt sie immer mit den Augen. Dann malt sie den Haaransatz der überwiegend weiblichen Charaktere und daraus ergibt sich schließlich die Gesichtsform.

Schöne Augen sind wichtig

„Die Bilder entstehen spontan und entwickeln sich beim Zeichnen“, sagt Lea Tietze. „Schöne Augen sind in Japan wichtig, um Emotionen darzustellen.“ Der moderne Manga-Zeichenstil wird durch große Augen und ein kindhaftes Schema charakterisiert.

Konsequent greift sie zum Bleistift, auch das ist typisch für Manga. „Mangahefte sind meistens schwarz-weiß gemalt“, sagt sie. Mitunter koloriert sie ausgewählte Bilder und setzt damit farbliche Kontraste. Wenn Lea Tietze mit dem Bleistift zeichnet, vergehen bis zu 3,5 Stunden bis zum fertigen Manga. Sogar bis zu sechs Stunden arbeitet sie an einem farbigen Bild. Doch sie verlässt auch ihre gewohnten Wege. Neben den Mangaporträts wagt sie sich an kleine Monster. „Die sehen den Pokemonfiguren nur ähnlich“, sagt sie.

Lea Tietzes Werke neueren Datums sind mit kräftigem Bleistiftstrich gezeichnet. Dann zeigt sie gleich einige Beispiele. Diese Manga stechen mit starken Kontrasten hervor. Daneben fallen erst auf den zweiten Blick die zart gemalten Anime- und Fantasy-Charaktere auf. Sie wirken fast durchscheinend und verleihen den Figuren eine zerbrechliche Form. Lea Tietze fängt die Stimmungen mit akkuratem Bleistiftstrich ein.

Männer in der Minderheit

Auf einer Wand im Ausstellungsraum befinden sich 27 Bilder. Nur eins davon zeigt einen männlichen Charakter. Ein leicht aggressiver Zug liegt um seine Mundwinkel und der Schriftzug „on fire“ (in Brand geraten) auf seinem T-Shirt unterstreicht diese Emotion.

Lea Tietze experimentiert auch mit ihren Bildern. Dafür fotografiert sie die Zeichnungen und bearbeitet sie am Computer. Vor allem Effekte und Farbschattierungen baut sie in die Originale ein. Somit wird aus einem streng in Schwarz-weiß gehaltenen Manga ein farblicher Hingucker. Mitunter nutzt sie Computerprogramme, um ihren Bildern das Laufen beizubringen. Das Ergebnis sind Kurzanimationen.

Die Ausstellung „Kunstblume“ in der Rosa-Luxemburg-Straße/Ecke Kyritzer Straße in Wittstock ist bis 20. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr offen. Die Vernissage für Lea Tietzes Ausstellung ist am Samstag, 31. August, um 14 Uhr.

Von Christamaria Ruch

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