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Wittstock/Dosse Amerikaner rollt grünen Teppich im Kunsthaus Dossepark aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Amerikaner rollt grünen Teppich im Kunsthaus Dossepark aus
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00:20 05.01.2019
Antar Dayal steht hinter der Idee vom Rasenhaus. Damit schlägt das Kunsthaus Dosse Park in Wittstock eine Brücke zur Landesgartenschau. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Hinter dieser Tür eröffnen sich völlig neue Perspektiven. Denn wer erwartet schon ein im wahrsten Sinne des Wortes „Büro im Grünen“? Die Landesgartenschau (Laga) vom 18. April bis 6. Oktober in Wittstock macht’s möglich.

Auf dem Gelände vom Kunsthaus Dosse Park in Wittstock finden immer mehr Künstler aus dem In- und Ausland Zeit, Ruhe und Inspiration für ihre Arbeit. Einige von ihnen arbeiten dort dauerhaft, andere wiederum sind Gast auf Zeit oder pendeln zwischen den Kontinenten.

Antar Dayal gehört zu diesen Grenzgängern: Der 63-jährige Maler, Illustrator und Drucker stammt aus Deutschland und lebt schon mehr als 40 Jahre in Amerika. Er wohnt im kalifornischen Santa Barbara und verbrachte 2018 seine zweite Saison in Wittstock. „Zunächst war es nur als Sommeratelier geplant, aber wegen einzelner Projekte bin ich auch länger hier“, so Antar Dayal.

Damit meint er etwa das Rasenhaus. Mit diesem Objekt steht das Kunsthaus Dosse Park in den Startlöchern für die Laga. „Das ist unser Beitrag für die Laga, wir möchten viele Besucher auch hier auf das Gelände locken“, sagt Antar Dayal. Hinter dem Rasenhaus verbirgt sich das ehemalige Pförtnerhaus auf dem früheren Gelände der Landespflegeanstalt.

Büro im Grünen: 200 Quadratmeter Kunstrasen sind in dem Objekt installiert. Quelle: Christamaria Ruch

Das Objekt gehört zur Kunstreihe Sonnenhaus, Wolkenhaus und Rasenhaus. Kaum öffnet Antar Dayal die Tür, wird der Besucher mit ungeahnten Perspektiven überrascht. Grün, so weit das Auge reicht.

Auf dem Fußboden, an den Wänden bis hinauf unters Dach sprießt Rasen. Die Decke ist entfernt, nur einzelne Balken sind erhalten und ebenfalls in Grün gehüllt. Von oben spenden LED-Lampen Licht. Hocker und ein Bild sorgen für eine erste Büroatmosphäre. Auch sie sind von Rasen überwuchert. Am Ende des Raumes ist die Tür entfernt und dort wartet eine weitere Überraschung: Spiegel links und rechts an den Wänden gaukeln eine unendliche Tiefe vor.

„Das Rasenhaus ist noch nicht ganz fertig“, sagt Antar Dayal. Ein Schreibtisch und weitere Büromöbel sollen noch ihren Platz finden. Außerdem gehört eine Klangkunst zum Projekt. „Wiesengeräusche werden erklingen“, sagt der Künstler. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich um Kunstrasen handelt, der in dem Gebäude fachmännisch verlegt ist. „Das sind 200 Quadratmeter Kunstrasen“, sagt Antar Dayal.

Selbst die Bären auf dem Wandbild reiben sich die Augen vor dem vielen Grün. Quelle: Christamaria Ruch

Der Künstler möchte mit seinem Projekt zum Nachdenken anregen. „Es geht um die Thematik des Rasenkultes, der in Frankreich und Großbritannien im 18. Jahrhundert begann“, sagt er. Damals gingen die Landbesitzer neue Wege und der Rasen entwickelte sich zu einem unübersehbaren Statussymbol. „Die Rasenkultivierung war ein Zeichen der Macht, denn Rasen erfüllte keinen tieferen Sinn“, so Dayal.

Das ehemalige Pförtnerhaus auf dem früheren Gelände der Landespflegeanstalt bietet neue Perspektiven. Quelle: Christamaria Ruch

Während das gemeine Volk jeden Quadratmeter Land für den Anbau von Obst, Gemüse und Getreide nutzte und damit seine Existenz sicherte, schöpften die Reichen aus dem Vollen und ließen Rasen wachsen. Mit Blick in das Hier und Jetzt äußert Antar Dayal kritisch: „Die Gras- und Rasenkultur kann auch übertrieben werden und ist nicht gut die Umwelt. Wie viel Dünger landet auf Rasen, damit er dem Anspruch genügt?“, fragt Dayal.

Einige Rasenmischungen sind so weit ausgetüftelt, dass „der Rasen besser ist als eine Matratze“, so Dayal. Als Künstler sieht er sich in der Verantwortung, die Umgebung zu spiegeln. Mit dem Rasenhaus hält er den Besuchern zugleich einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken der eigenen Ansprüche an.

Von Christamaria Ruch

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