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Wittstock/Dosse Architektin als Kunst-Quereinsteigerin stellt in Wittstock aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Architektin als Kunst-Quereinsteigerin stellt in Wittstock aus
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10:40 31.07.2019
Ellinor Euler zeigt eine raumfüllende Installation im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Ellinor Euler mag Strukturen. Wer ihre Kunstwerke ansieht, versteht ihren Anspruch. Egal ob sie an Kreisen oder Kugeln arbeitet, Draht zu immer neuen und feinen Linien formt – konsequent und strukturiert setzt sie diese Haltung in Kunst um.

18 Künstler stellen aus

Ellinor Euler gehört zu den 18 Künstlern, die in der Kunstausstellung „Fundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park bis zum 29. September ihre Werke zeigen. Sie ist Architektin und kam als Quereinsteigerin zur Kunst.

Mehr Tiefe und Weite: Die mit Pailletten verzierte Kugel liegt auf einem Spiegel. Quelle: Christamaria Ruch

Kunst und Architektur liegen nah beieinander, beide Richtungen sind von Strukturen geprägt. Auch das Arbeiten in Serien ist ihnen gemein. „Die Wiederholungen aus der Architektur setzen sich in der Kunst fort“, sagt sie. Ellinor Euler arbeitet in der Kunst in Serien.

Pendlerin zwischen Berlin und Indien

Sie pendelt zwischen mehreren Orten: Berlin, das Kunsthaus Dosse Park in Wittstock und Indien zählen zu ihrem Lebensumfeld. Auch zwischen diesen Standorten lassen sich Linien ziehen und sie führen Ellinor Euler auf kreisrunden Wegen oder über verschlungene Pfade zum Ziel. Konsequent verzichtet sie darauf, ihre Werke mit Titeln zu versehen. „Der Betrachter soll durch einen Titel nicht in eine Richtung gedrängt werden.“

Meditation beim Malen: Unzählige Kreise reihen sich auf dem handgeschöpften Papier aneinander. Quelle: Christamaria Ruch

Auf handgeschöpftem Papier aus Indien hinterlässt sie mit pigmentierter Tinte unzählige Kreise. „Das ist wie eine Meditation, mit Fleiß hat das nichts zu tun“, sagt sie.

Für ihre vier ausgestellten Arbeiten hat sie das Format 70 mal 100 Zentimeter gewählt, greift dabei abwechselnd zu zwei Stiftgrößen und reiht dann Kreis an Kreis. „Teilweise habe ich eine Vorstellung, teilweise entwickelt sich das beim Arbeiten weiter“, sagt sie.

Brücken bauen zum Handwerk der Region: Das Material für die Wandobjekte stammt von einem Metallbauer aus Zootzen. Quelle: Christamaria Ruch

Wenn sie den Winter in unterschiedlichen Künstlerresidenzen in Indien verbringt, findet sie vor Ort das handgeschöpfte Papier. Dabei handelt es sich um Hadernpapier: Das ist nachhaltig produziert, denn es wird aus Alttextilien angefertigt. Für die Ausstellung „Fundamenta 1“ überließ sie dem Kurator Frank Pieperhoff die Auswahl ihrer Werke. Ihre Bilder werden gemeinsam mit den monochromen Arbeiten von Christiane Conrad kombiniert.

13 Kugeln auf dem Boden

Einen weiteren Platz nutzt Ellinor Euler für eine raumfüllende Installation. 13 Kugeln liegen wohl geordnet auf dem Boden. Wegen der schwarzen Farbe assoziiert der Betrachter zunächst, dass die Kugeln schwer sind. „Sie sind aus sechs Lagen Papier gefertigt und mit schwarzer Glitterpaste angemalt“, sagt Euler.

Sie bringt in dieser Installation ihre Liebe zu Indien zum Ausdruck und fand in Bombay das Material für die Feinarbeiten. Die Kugeln sind mit Steinen, Pailletten und Bändern belegt. „Diese werden für die Kleidung in Indien verwendet.“ Bei sieben der 13 Kugeln entsteht eine zusätzliche Tiefe, denn sie liegen auf kreisrunden Spiegeln. Dabei legt sie Wert darauf, eine ungerade Anzahl an Objekten zu verwenden. Kreise und Kugeln gehen eine Symbiose ein.

„Das Spiegeln ist wichtig, damit werden Tiefe und Weite geschaffen“, sagt Ellinor Euler. Die Installation strahlt Ruhe aus. „Ich habe viel ausprobiert und wollte die Kugeln nicht nur hinlegen“, sagt sie.

Plötzlich wandelt sich die Kugel zum Kreis – an der Wand hängt ein aus schwarzem Heißkleber gefertigter Kreis. Damit erobert die Installation auch eine Wand im Raum.

Installationen aus Metall

Außerdem stellt sie Wandobjekte und Installationen aus Metall aus. Dabei baut sie von ihrem Atelier im Kunsthaus Dosse Park eine Brücke zum Handwerk in der Region. Bei Metallbauer Lutz Greisert in Zootzen fand sie den Werkstoff, aus dem sie ihre Werke formt.

Mit „Fundamenta 1“ ist sie sehr zufrieden. „Der Kurator hat gute Arbeit geleistet, die Künstler haben ihm vertraut, wie er die Werke in Szene setzt.“

Info Die Ausstellung „Fundamenta 1“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock steht bis 29. September für Besucher offen. Die Öffnungszeiten sind dienstags und mittwochs 13 bis 18 Uhr sowie donnerstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.fundamenta-art.de

Von Christamaria Ruch

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