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Wittstock/Dosse Glücklich alt werden in Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Glücklich alt werden in Wittstock
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17:17 04.02.2019
Eröffnung der Wanderausstellung "Gut älter werden im vertrauten Wohnumfeld" im Wittstocker Rathaus. Links: Katharina Wiegmann, Projektleiterin bei der Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg. Mitte: Hendrik Nolde von der Fapiq sowie Lissy Boost, Quartiersmanagerin im Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Das Leben möglichst lange genießen und dabei aktiv und eigenständig bleiben – wie das gelingen kann, zeigt eine neue Wanderausstellung, die am Montag im Foyer des Wittstocker Rathauses eröffnet wurde.

Unter dem Titel „Gut älter werden im vertrauten Umfeld“ werden auf elf Aufstellern 20 landesweit umgesetzte Beispiele beschrieben, die zeigen, wie das Leben im Alter lebenswerter gestaltet werden kann.

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Viele Beispiele als Anregungen

Da geht es etwa um die „Förderung von Selbsthilfe in der Nachbarschaft“; um den „Gedankenaustausch mit Gleichaltrigen“, die „Verbesserung der Rahmenbedingungen auf dem Wochenmarkt“ oder „Gemeinsam werkeln und fachsimpeln“. Auch der Quartierstreff im Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock wird vorgestellt.

Die präsentierten Projekte wurden in den Jahren 2016/2017 von der Fachstelle Altern und Pflege im Quartier (FAPIQ) gefördert. Sie sollen Beispiele geben, was möglich ist und die Aktivitäten und Ideen aus dem gesamten Land zusammenführen, um daraus weitere Projekte zu entwickeln.

Kurze Wege sind Schwerpunkt

„Der Schwerpunkt liegt auf kurzen Wegen“, sagte Hendrik Nolde, Referent für Quartiersentwicklung bei der FAPIQ, der gemeinsam mit Projektleiterin Katharina Wiegmann bei der Eröffnung dabei war. „Unsere Aufgabe ist es, Kommunen und Organisationen zu beraten, wie sie das lebenswerte Älterwerden im vertrauten Umfeld realisieren können“, sagte sie.

Förderung ist möglich

Gleichzeitig ermutigte sie die Menschen vor Ort dazu, Projekte einzureichen, um sie möglicherweise gefördert zu bekommen. „Das können auch kleine Dinge sein – wie ein Dorffrühstück, das wir schon einmal gefördert haben“, sagt Nolde. Beträge von 500 bis 5000 Euro seien je Projekt möglich. Anträge könnten bis zum 1. April bei der FAPIQ gestellt werden.

Kornelia Kurzawa, die Geschäftsführerin der Volkssolidarität (VS) im Verbandsbereich Prignitz-Ruppin, blickte auf die Entwicklung des Quartierstreffs zurück, den die VS im Auftrag der Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV) betreibt. „Ich bin stolz auf die tolle Arbeit, die dort geleistet wird“, sagte sie mit Blick auf Quartiersmanagerin Lissy Boost.

Verlässlichkeit ist wichtig

Bürgermeister Jörg Gehrmann sagte, dass es in Familien oft ein „Tabuthema“ sei, wenn es darum geht, wer einmal Verantwortung für ältere Familienmitglieder übernehmen soll, wenn diese eigene Entscheidungen nicht mehr treffen können. Und: „Ältere Menschen brauchen Verlässlichkeit. Die schöpft man vor allem aus dem Wohnumfeld.“

Das bekräftigte auch die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Muhß: „Wir können gar nicht so viele Pflegeheime bauen. Wir müssen für viele Menschen andere Lösungen finden“, sagte sie und meinte damit, dass das selbst bestimmte Leben in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich aufrecht erhalten werden müsse. Menschen, die keine Familie haben, brauchten Anlaufpunkte, die ihnen das Gefühl geben, dass da jemand ist, der helfen kann.

Die Ausstellung ist ab dem 7. Februar bei der VS in der Poststraße zu sehen sowie vom 20. bis 22. Februar im Quartierstreff im Wohngebiet Röbeler Vorstadt.

www.fapiq-brandenburg.de

Von Björn Wagener

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