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Wittstock/Dosse Ausstellung zeigt bis 4. August Papierkunst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ausstellung zeigt bis 4. August Papierkunst
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10:27 26.07.2019
Die transparenten Bahnen aus Papier von Sabine Neubauer erinnern an große Wäschestücke. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Draußen ein wolkenloser Himmel und drinnen im Raum schweben kleine blaue Wolken. Sie hängen an seidenen Fäden unter dem Lichtschacht und werden von der Sonne umschmeichelt.

Die Papierkunst gehört zum aktuellen Ausstellungsreigen im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock. Unter dem Titel „Pappel Witt“ taucht der Besucher in eine leichte und heitere Schau rund um das geschöpfte Papier in. Die „Kleinen blauen Wolken“ schuf Anke Meixner, Künstlerin mit eigener Papierwerkstatt in Zarrentin am Schaalsee. Papierkunst ist eine Nische, nur wenige Künstler arbeiten mit diesem Medium.

Ute Fürstenberg ist Projektleiterin bei „Pappel Witt“ und arbeitet seit 2007 an einer Ausstellungsreihe zum Thema Papier. Quelle: Christamaria Ruch

Ute Fürstenberg ist Künstlerin, Kunstmanagerin und Grafikdesignerin. Sie ist Projektleiterin bei „Pappel Witt“ und gab den Anstoß für diese Schau. „Die Landesgartenschau (Laga) in Wittstock und Fontane 200 in Neuruppin sind zwei große Ereignisse in diesem Jahr“, sagt sie. Und: „Gleichzeitig wird in diesem Jahr 200 Jahre maschinelle Papierherstellung gefeiert.“

Diese drei Höhepunkte lassen sich mühelos miteinander verweben. „Papier ist ein geniales Thema, ich bin seit zwölf Jahren davon infiziert“, sagt Ute Fürstenberg. Mit einer ersten Ausstellung „Pappel one“ 2007 in Hohenofen legte sie den Grundstein für eine Reihe, die nun mit „Pappel Witt“ in Wittstock angekommen ist. Papier ist wandelbar – von filigran und leicht bis zum festen Baustoff.

Der Lichtschacht lässt die „Kleinen blauen Wolken“ von Anke Meixner unterschiedlich schimmern. Quelle: Christamaria Ruch

Die Ausstellung nähert sich dem Papier von der experimentellen Seite her. Handgeschöpfte Bögen, Collagen, Papier- und Buchobjekte sowie Papierskulpturen zeigen die Bandbreite in der Papierkunst. Neben Künstlern, die ihre Werke eigens für die Schau bereit stellten, hat ein großer Teil der Arbeiten seinen Ursprung in der ersten Sommerakademie Papier.

Acht bildende Künstlerinnen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern experimentierten Ende Juni unter künstlerischer Leitung vom Handpapiermacher Gangolf Ulbricht im Kunsthaus Dosse Park. Sie konnten vor allem mit Blick auf die handgeschöpften Papiere neue Techniken ausprobieren. „Zum Auftakt besuchten wir die Laga und sahen uns die Flachsstrecke auf dem Amtshof an“, sagt Ute Fürstenberg. Vor allem die Schwimmsiebtechnik und Pulp Painting standen bei der Sommerakademie auf dem Programm. Das sind Methoden, die in großformatige Arbeiten münden.

Marianne Gielen schuf ein fantasievolles Muster, das an die Textilkunst erinnert. Quelle: Christamaria Ruch

Bei der ersten Technik wird der Faserstoff in ein schwimmendes Sieb gegeben und bei Pulp Painting wird der gefärbte Faserstoff direkt auf das Sieb gebracht, beispielsweise mit Pipetten. „Man spürt beim Arbeiten, wie viel Wasser verwendet wird“ sagt Ute Fürstenberg. Die Künstler können bei beiden Verfahren jederzeit in diesen Prozess eingreifen und etwa Struktur und Oberfläche verändern.

Vier Mobiles aus farbigem Papier werden in der Ausstellung von einer Fensterfront umrahmt. Ulrike Harder-Reinhold steht hinter dem Kunstwerk „Varanasi.“ Das handgeschöpfte Papier erinnert in seiner Farbigkeit an die hauchzarte Rinde von Birken. Die Rauminstallation „Panta rhei“ (Alles fließt) von Sabine Neubauer baut eine Brücke zum einstigen Pflegeheim, auf dessen Gelände nun das Kunsthaus Dosse Park angesiedelt ist. Die ­transparenten Bahnen schimmern in zarten Farbtönen und erinnern an große Wäschestücke, die zum Trocknen aufgehängt sind. Sie wirken wie von der Zeit geschleift. Es ist eine Frage der Zeit, wann sich die fadenscheinigen Bahnen in Luft auflösen.

Marianne Gielen setzt dazu einen farbigen Kontrapunkt: Die Technik Pulp Painting bringt drei gleich große Blätter hervor, „die nah an die Textilien reichen, das ist ein Schritt zur Kleidung“, sagt Ute Fürstenberg. Orange, Rot, Weiß und Schwarz fallen als fantasievolle Muster ins Auge und heißen „Das ist kein Mohnfeld in W.“

Eine Hommage an Theodor Fontane: Doreen Stenzel arbeitete mit Wasserzeichen im Papier. Quelle: Christamaria Ruch

Doreen Stenzel schuf nun mit „Wortallüren“ eine Hommage an Fontane und arbeitete seinen Satz „Der Zauber steckt im Detail“ als Wasserzeichen in das Papier.

Besucher können Papier herstellen

Die Ausstellung„Pappel Witt“ im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock ist bis 4. August donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Bei der Finissage am Sonntag, 4. August, können die Besucher die Papierherstellung ausprobieren.

Ein Dokumentarfilm über die Ausstellung und Vernissage wird an diesem Tag mehrmals gezeigt.

Von Christamaria Ruch

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