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Wittstock/Dosse Beim Klimawandel gehen die Meinungen auseinander
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Beim Klimawandel gehen die Meinungen auseinander
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07:24 26.08.2019
Die Kandidaten (v. l.): Dieter Groß (Linke), Christa Pfeifer (BVB/Freie Wähler), Matthias Dittmer (Bündnis 90/Die Grünen), Katrin Lange (SPD), Tom-Morten Theiß (FDP), Jan Redmann (CDU) und Arnd Heymann (AfD). Quelle: Christian Bark
Pritzwalk/Kyritz/Wittstock

Zwei Frauen und fünf Männer bewerben sich diesmal im Landtagswahlkreis 2 bei den Wählerinnen und Wählern in den Städten Pritzwalk, Kyritz und Wittstock, in den Gemeinden Heiligengrabe und Groß Pankow sowie in den Ämtern Meyenburg und Putlitz-Berge um das Direktmandat.

Ein Septett streitet um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 2. Sehen sie hier, wer künftig Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe, Kyritz, Meyenburg, Groß Pankow und Putlitz im Landtag vertreten will.

Um Ihnen neben unserer sonstigen Berichterstattung etwas Entscheidungshilfe bei Ihrer Wahl geben zu können, hat die MAZ einen Fragenkatalog mit fünf Fragen an alle erarbeitet. Die Antworten darauf finden Sie seit Donnerstag in Ihrer MAZ, wobei pro Ausgabe mit Ausnahme der am Montag je eine Frage abgehandelt wird.

Unsere vierte Frage lautet:

Missernte, Dürre, Wasserknappheit – wie soll die Prignitz/die Region mit dem Klimawandel umgehen?

Hier die Antworten:

Jan Redmann (CDU):Wir müssen mehr Wasser in der Landschaft halten. Deshalb setze ich mich für die Rettung des Wasserspeichers Sadenbeck ein. Zudem muss das Land Landwirte unterstützen, klimaangepasster zu wirtschaften. Klimaschützer Nummer 1 ist der Wald. Wir wollen mindestens 25 Millionen neue Bäume im Land pflanzen, um zu ersetzen, was wir durch Trockenheit oder Schädlinge an Wald verloren haben, und um CO2 abzubauen. Jeder kann selbst einen Beitrag leisten, durch sparsamen Umgang mit Ressourcen oder den Kauf regionaler Lebensmittel.

Christa Pfeifer (Freie Wähler):Förderung von ökologischem Landbau statt Monokulturen und Einsatz von Gift. Eingrenzung der Massentierhaltung, keine neuen Mastanlagen, tiergerechte Auflagen für bestehende Betriebe, Finanzhilfen für deren Umgestaltung. Erneuerbare Energien ohne weitere Windräder. Änderung der EEG-Umlagen. Wer unter den Windrädern zu leiden hat, ist über den Strompreis zu entschädigen. Keine Kunststoffverpackungen und zusätzliche Umverpackungen. Versandkostenzuschlag auf Onlinebestellungen statt freie Retouren.

Dieter Groß (Linke):  Die Auswirkungen der klimawandelbedingten Dürre in der Prignitzer Region auf die Landwirtschaft waren gravierend. Für 2019 lässt sich noch keine abschließende Bewertung vornehmen, aber auch in diesem Jahr wirken sich die dürrebedingten Probleme noch aus. Bodenwasservorräte konnten nicht wieder aufgefüllt werden. Die Linke hat die finanziellen Dürrehilfen für die Landwirtschaft unterstützt. Das Linken-geführte Finanzministerium konnte einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Finanzhilfen im Jahr 2019 liefern.

Tom-Morten Theiß (FDP): Wir vertrauen auf die Expertise der Landwirte, sich bspw. durch Sortenvielfalt auf den Klimawandel einzustellen. Umweltschutz soll sich für Landnutzer lohnen, dass Land Maßnahmen wie Aufforstung und Blühstreifen konsequent fördern. Klimaschutz müssen wir vor allem global denken und technologieoffen angehen. Darüber hinaus ist jeder Einzelne gefragt. In der Summe haben auch kleine Maßnahmen und die bewusste Veränderung des Konsumverhaltens großen Einfluss auf Klima und Umwelt, ganz ohne Verbote.

Katrin Lange (SPD): Vor allem sollten die Prignitzer nicht auf die falschen Propheten hören, die ständig davon reden, dass man „in Panik geraten“ soll. Es gibt für Panik weder einen Grund, noch ist durch Panik jemals etwas besser geworden auf der Welt. Es gibt bei uns auch keinen „Klimanotstand“. Die Umsetzung der Energiewende muss überprüft werden: Sie ist teuer, unsozial und ineffektiv. Auch mit den Windrädern geht es so nicht weiter. Neue Windräder daher nur noch, wenn die Gemeinde dem zustimmt, sonst nicht.

Arnd Heymann (AfD):Wir wissen, dass alle sämtlichen und kommenden Maßnahmen in Deutschland nahezu keinen Einfluss auf das Klima haben werden. Doch ist es sinnvoll, nachhaltig mit Produktion, Landwirtschaft und Ressourcen umzugehen. Wir möchten die Entscheidungsmöglichkeit in den Regionen stärken, damit lokal optimierte Konzepte zu Wasserspeicherung, und -verbrauch, Aufforstung von Mischwäldern und nachhaltiger Landwirtschaft umgesetzt werden können. Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Brandschutz sind kombinierbar.

Matthias Dittmer (Grüne):
Matthias Dittmer (Grüne):Der Erhalt der Naturräume ist lebenswichtig. Eine Agrarwende hin zur ökologischen Landwirtschaft wird zunehmende Wetterextreme nicht verhindern können. Die Auswirkungen aber kann sie mildern. Der Grundwasserspiegel sinkt. Also müssen wir unser Wasser besser schützen. Flussläufe können renaturiert und Rückhaltebecken gefördert werden. Auf die Entnahme von Grundwasser zur Bewässerung sollte verzichtet werden. Die Rettung des Waldes müssen wir angehen. Wir müssen den Umbau umsetzen und, wo möglich, aufforsten.

Das waren die Vorgaben für die Kandidaten

Die Kandidatinnen und Kandidaten hatten für ihre Antworten jeweils die gleichen Längenvorgaben und mussten sich auf 500 Zeichen beschränken.

Exakt eingehalten haben diese bei diesem Thema vier der sieben Kandidaten: Katrin Lange, Christa Pfeifer, Arnd Heymann und Tom-Morten Theiß. Matthias Dittme,, Jan Redmann und Dieter Groß haben etwas zu lang geantwortet – ihre Antworten werden daher auf die vorgegebene Länge gekürzt. Übrigens: Sollten Antworten zu kurz ausfallen, bleibt die Restfläche frei. Das ist aber diesmal nicht vorgekommen.

Die Reihenfolge der Kandidaten-Antworten wird jedes Mal wechseln. Nachdem wir bei ihren Porträts eine alphabetische Reihenfolge gewählt hatten, haben wir uns diesmal nicht an sie gehalten.

Beim Direktmandat gilt: Nur einer kann gewinnen, und das ist derjenige oder diejenige mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis bei der Wahl am 1. September. Vor fünf Jahren war dies die SPD-Politikerin Ina Muhß, die aber nicht wieder zur Wahl steht, sodass es im Wahlkreis 2 auf jeden Fall einen neuen direkt gewählten Mandatsträger (oder eine Mandatsträgerin) gibt. Ob eventuell mehr als einer der hier vorgestellten Frauen und Männer es in den Landtag schafft, hängt bei dem einen oder anderen auch davon ab, ob er oder sie auf der Landesliste der jeweiligen Partei platziert ist und an welcher Stelle.

Denn wer dort einen guten Platz hat, kann auch über ein gutes Zweitstimmenergebnis seiner/ihrer Partei in den Landtag einziehen. Doch ist es am sichersten, das Direktmandat zu erringen. Zudem ist dies ein stärkeres Votum der Bürgerinnen und Bürger aus dem Heimatwahlkreis.

Von Bernd Atzenroth

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