Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Bürgerdialog mit Bischof Dröge über Europa
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Bürgerdialog mit Bischof Dröge über Europa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 13.03.2019
Bischof Markus Dröge (2. v. r.) suchte mit weiteren Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft das Gespräch über Europa und seine Zukunft. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Was verbindet Frankfurt (Oder) und Wittstock? Beide Städte sind Gastgeber für einen Bürgerdialog zum Thema Europa. Dabei sucht die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (Ekbo) das Gespräch mit den Einwohnern. Europa und seine Zukunft stehen dabei im Mittelpunkt. Das alles geschieht vor dem Hintergrund der Europawahl am 26. Mai.

Bischof Markus Dröge von der Ekbo, Oberkirchenrätin Katrin Hatzinger aus Brüssel, Johanna Feldmann, Gymnasiastin in Neuruppin, Bürgermeister Jörg Gehrmann aus Wittstock, Landwirt Hans-Heinrich Grünhagen aus Wernikow und Reiner Kneifel-Haverkamp vom Ministerium für Europaangelegenheiten im Land Brandenburg stellten sich am Sonntagmittag im Catharina-Dänicke-Haus in Wittstock den Fragen. Mehr als 40 Besucher verfolgten die Runde. Das Berliner Missionswerk gehörte zu den Organisatoren der Veranstaltung.

Europa kommt abgehoben rüber

Matthias Puppe, Superintendent im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin, moderierte die gut zweistündige Veranstaltung. Frieden, Umweltschutz und eine menschenwürdige Asylpolitik zählen für ihn zu den brennenden Fragen rund um Europa. Nach einer Stunde Podiumsgespräch kam der Bürgerdialog in Gang. Damit entspann sich eine facettenreiche Diskussion.

Die Podiumsgäste sollten zunächst darlegen, „was getan werden muss, damit Europa in den Herzen der Menschen ankommt“, so Puppe. Katrin Hatzinger, seit 15 Jahren in Brüssel für die Evangelische Kirche Deutschland tätig, stellte fest: „Europa kommt wenig an. Kritisch gesehen kommt Europa abgehoben für die Menschen rüber.“ Jörg Gehrmann beobachtet: „Auf allen politischen Ebenen gelingt es nicht mehr, das Geschaffene in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Kritik. Es braucht positive Beispiele, dass Europa wahrgenommen wird.“

Europa ist die Zukunft

Markus Dröge betonte: „Es ist unsere Aufgabe, Kritik zu äußern, aber mit einem positiven Grundansatz. Europa ist gut, vieles ist selbstverständlich, dennoch schwindet die Akzeptanz.“ Aus Sicht von Landwirt Grünhagen „bringt die Landwirtschaft Europa zusammen. Johanna Feldmann besucht die 11. Klasse und war damit die Jüngste im Podium. „Europa ist Zukunft, es gelten die gleichen Werte trotz verschiedener Kulturen. Das wird Europa zusammen halten“, sagte sie.

„Ich begrüße die Veranstaltung, es müsste mehr dieser Art geben“, sagte Jürgen Paul, Präsident im Rotary Club Wittstock. Auch wenn er beipflichtete, dass die positiven Seiten von Europa öffentlich mehr herausgestellt werden sollen, mahnte er an: „Mir fehlt hier der Blick nach vorn, es sollte auch kontroverse Diskussionen geben, um den Nationalisten etwas entgegen zu setzen.“ Für Paul gibt es keine Alternative zu Europa: „Das ist eine Möglichkeit, Menschen mitzunehmen.“

Architektin Bärbel Kannenberg berichtete aus ihren Erfahrungen: „Die Bürokratie wird wahrgenommen, sie ist eine Fessel und bindet unsinnig viel Kraft.“ Sie appellierte: „Haben Sie in den Ministerien Mut für runde Tische, um die Meinungen zu erfahren.“ Patrick Schnabel vom Berliner Missionswerk zeigte sich erstaunt, in welche Richtung die Diskussion ging. „Das sind ganz andere Themen als in Frankfurt (Oder), aber es sind wirklich gute Fragen.“

Von Christamaria Ruch

Die Zeit im Winterquartier in Wittstock ist Vergangenheit. Zirkus Humberto eröffnete seine neue Saison. Vier Tage erlebte die Dossestadt Spannung und Spaß in der Manege. Jetzt beginnt die Tournee durch Norddeutschland.

10.03.2019

Seit November 2018 existiert die Bürgerinitiative „B 189 nein.“ Sie spricht sich gegen den Weiterbau der Bundesstraße zwischen Wittstock und Mirow aus. Die Akteure sammeln in Arbeitsgruppen Fakten. Und die haben es in sich.

10.03.2019

Zehn Kilo in zehn Wochen abnehmen – das wollen Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann, und sein Kontrahent Filmemacher Klaus Falk schaffen. Dabei probiert Klaus Falk auch einen Sport aus, der es ganz schön in sich hat.

11.03.2019