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Wittstock/Dosse Ordnungsausschuss: Bushaltestelle soll weg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ordnungsausschuss: Bushaltestelle soll weg
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13:33 25.10.2018
Die Bushaltestelle in der St.-Marien-Straße in Wittstock ist wegen ihrer Nähe zum Marktplatz beliebt. Dennoch steht ihre Existenz auf der Kippe.
Die Bushaltestelle in der St.-Marien-Straße in Wittstock ist wegen ihrer Nähe zum Marktplatz beliebt. Dennoch steht ihre Existenz auf der Kippe. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Die Bushaltestelle in der St.-Marien-Straße in Wittstock sollte ersatzlos entfernt werden. Zu dieser Auffassung gelangte der Ordnungsausschuss am Mittwochabend nach längerer Diskussion. Fahrgäste könnten künftig die nächsten Haltestellen in der Kuhstraße oder an der Touristinformation am Bleichwall nutzen, hieß es. Das wird so nun auch den Stadtverordneten zum Beschluss empfohlen.

Verlust wäre bedauerlich

Dabei gilt gerade diese Haltestelle als sehr beliebt, weil sie dem Marktplatz am nächsten liegt. „Ich fände es sehr schade, wenn es diese Haltestelle hier nicht mehr gäbe“, sagt Petra Mallon aus Dranse, die am Donnerstagvormittag dort mit zwei schweren Taschen auf den Bus wartete. Gerade für die Leute aus den Dörfern sei die Haltestelle sehr wichtig, weil sie mit ihren Einkäufen vom Wochenmarkt nur wenige Meter bewältigen müssen, um sie zu erreichen. Aber auch im Hinblick auf Arztbesuche von älteren Leuten findet die Dranserin diese Haltestelle wegen der kurzen Wege gut und praktisch.

Jetzige Lage problematisch

Dass der Ordnungsausschuss dennoch für die Entfernung der Haltestelle plädiert, liegt daran, dass haltende Busse in der schmalen St.-Marien-Straße regelmäßig einen Stau verursachen. Außerdem liegt die Haltestelle direkt vorm Restaurant „Akropolis“. Wartende Fahrgäste stehen so mitunter direkt vor den Tischen im Außenbereich.

Diese Nachteile sind nicht neu. Deshalb hatte die Stadt jüngst angekündigt, die Haltestelle weiter nach vorn in Richtung Zebrastreifen verlegen zu wollen, um zumindest den Konflikt am Restaurant zu entschärfen. Doch das scheiterte am Veto des Hauptausschusses. Deshalb diskutieren nun wieder die Fachausschüsse darüber, um den Stadtverordneten eine neue Lösung zu empfehlen.

Möglichkeiten diskutiert

Im Ordnungsausschuss sorgte das Thema am Mittwoch für eine angeregte Diskussion. Zunächst wurde die Möglichkeit favorisiert, die Haltestelle in Höhe des Fahrradgeschäftes Nehls zu platzieren und dafür drei Parkplätze auf der gegenüber liegenden Seite zu „opfern“, damit der nachfolgende Verkehr vorbeifahren kann.

Vor allem Wilfried Ulbrig drängte auf eine Lösung, weil schon „seit zehn Jahren“ darüber diskutiert werde. Jürgen Kontak bemängelte die „verbaute Innenstadt“ mit ihren engen Straßen, die Stau-Situationen fördere. Lutz Scheidemann, der die Sitzung leitete, verwies auf einzuhaltende Richtlinien beim Straßenbau. Das sei die Voraussetzung, um Fördermittel zu bekommen.

In der Sache kam die Diskussion zunächst nicht recht weiter, weil die Platzverhältnisse auch an anderer Stelle in der St.-Marien-Straße kaum besser sind. Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Schultz drängte jedoch darauf, zu einem Ergebnis zu gelangen.

Daraufhin schlug Kerstin Zillmann vor, auf die Haltestelle schlicht ersatzlos zu verzichten. Die nächsten Haltestellen befänden sich in zumutbarer Entfernung. Das sah auch Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg so.

Ob das durchgesetzt wird, hängt davon ab, ob auch der Bauausschuss am 8. November und der Hauptausschuss am 14. November dem zustimmen können. Das letzte Wort haben dann die Stadtverordneten.

Von Björn Wagener