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Wittstock/Dosse Chöre und Orchester begeistern in der Marienkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Chöre und Orchester begeistern in der Marienkirche
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15:01 27.05.2019
Sänger und Musiker aus zwei Landkreisen musizieren gemeinsam   in der Marienkirche Wittstock: Klassiker von Bach bis Händel erklingen beim chorsinfonischen Orchesterprojekt in der Wittstocker Marienkirche.
Sänger und Musiker aus zwei Landkreisen musizieren gemeinsam in der Marienkirche Wittstock: Klassiker von Bach bis Händel erklingen beim chorsinfonischen Orchesterprojekt in der Wittstocker Marienkirche. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Manchmal werden Träume wahr. Genau so einen Traum hatte Harald Bölk, Leiter der Kreismusikschule in Neuruppin: „Ich hatte mir gewünscht, mal ein chorsinfonisches Orchesterprojekt auf die Beine zu stellen.“

Am Sonntagnachmittag erlebten gut 300 Zuhörer in der Wittstocker Marienkirche das Chor- und Orchesterprogramm „Fo(u)r Fontane.“ Ursprünglich war der Auftritt zur Landesgartenschau (Laga) auf der Bühne im Wittstocker Amtshof geplant, doch diese erwies sich als zu klein.

Denn 55 Musiker aus den beiden Kreismusikschulen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sowie der Kammerchor der Evangelischen Schule (Evi) Neuruppin und der Märkische Jugendchor vom Neuruppiner Schinkelgymnasium mit insgesamt 80 Sängern standen hinter dem Projekt. „Das ist das erste Mal, dass wir in dieser Konstellation auftreten“, sagte Harald Bölk vor dem Konzert.

Ulrike Schubach dirigierte die 55 Musiker und 80 Sänger beim Gesamtauftritt. Quelle: Christamaria Ruch

Die beiden Chorleiterinnen Ulrike Schubach und Annett Voge sowie Axel Gliesche als Leiter der Prignitzer Musikschule freuten sich ebenfalls auf den Auftritt. „Wir haben uns gut abgestimmt und waren relativ flexibel bei den Proben“, so Schubach. Das Projekt kam nach nur einer Handvoll gemeinsamer Proben zur Bühnenreife und trägt die Handschrift der einzelnen Ensembleleiter.

„Jeder hat seine Musikträume eingebracht“, so Ulrike Schubach. Sie übernahm beim gemeinsamen Auftritt aller Sänger und Musiker das Dirigat. Zuvor setzten die einzelnen Chöre und Orchester jeweils eigene Akzente – immer zwei Lieder oder Instrumentalstücke erklangen dabei.

Zwei Schüler moderierten das Programm

„Ich finde das richtig gut, mal mit den Schülern zu spielen“, so Harald Bölk, der nun Trompete spielte. Annett Voge reihte sich bei den beiden Chören ein und Axel Gliesche spielte Bratsche. Zwei Schüler aus beiden Chören moderierten das Programm.

„Vier Ensemble haben sich im Fontanejahr zusammen getan und gedenken nun der Koryphäe Theodor Fontane“, sagte der Schüler. „Fontane wird nachgesagt, dass er kein Musikliebhaber war, aber dem war nicht so“, sagte die Schülerin.

Weltliche und geistliche Lieder sang der Kammerchor der Evangelischen Schule Neuruppin. Quelle: Christamaria Ruch

Das Blechbläserquintett aus Neuruppin eröffnete das Programm mit der „Sonate von die Bänkelsängerlieder.“ Harmonisch und ausgereift bahnte sich das Stück seinen Raum.

Der Kammerchor vom Evi überzeugte mit „Wie lieblich ist der Maien“ von Johann Steuerlein. Das „Evening rise“ ist traditionell indianisch und lebt von einer getragenen, stillen bis verhaltenen Atmosphäre. Auch das Lied „If the day is done“ von Vytautas Miskinis fängt diese Stimmung ein.

Das Blechbläserquintett aus Neuruppin eröffnete das Konzert. Quelle: Christamaria Ruch

„Die zwei respektablen Chöre singen, um Fontane ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagte die Schülerin. Doch das Gleiche erreichte der Auftritt auch beim Publikum in der Landesgartenschaustadt Wittstock. Das ausgewogene Maß zwischen weltlichem und geistlichem Liedgut sowie bekannten und neuen Stücken sorgte für Hörgenuss.

Chor und Orchester steigerten sich immer mehr und liefen beim Gesamtauftritt zur Höchstform auf. Sie brachten Erfolgswerke von Bach, Händel, Puccini, Verdi und Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör. „Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten“ ist ein Huldigungskantate von Bach und kommt dem Eingangschor zum Weihnachtsoratorium sehr nahe.

Das „Halleluja“ aus „Der Messias“ von Händel ist ebenfalls ein äußerst beliebtes Stück und erklang – am Ende des 75-minütigen Konzertes – sogar noch mal als Zugabe.

Von Christamaria Ruch