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Wittstock/Dosse Corona-Risiko: Gedränge im Bus – Gefahr für alle?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse

Corona: Ortsvorsteher von Zempow Ulrich Schnauder kritisiert die vielen Schüler im Bus

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18:26 16.08.2020
Viele Schüler nutzen täglich den Bus – hier an der Haltestelle in Heiligengrabe.
Viele Schüler nutzen täglich den Bus – hier an der Haltestelle in Heiligengrabe. Quelle: Björn Wagener
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Zempow

Die Art der Schüler­beförderung birgt momentan eine große Gefahr für die Gesundheit der Schüler und die Aufrechterhaltung der gesamten Schulstruktur in Wittstock. Das befürchtet Ulrich Schnauder, der Ortsvorsteher in Zempow. In einem offenen Brief an Landrat Ralf Reinhardt schildert er das Problem:

„Sieben Kinder und Jugend­liche aus Zempow besuchen verschiedene Schulen in Wittstock. Auf ihrer Schulanfahrt müssen sie täglich um 7.18 Uhr in Schweinrich der Linie 746 mit Ziel Wittstock zusteigen. Der Bus ist auf dieser Strecke so überfüllt, dass viele Schüler eng gedrängt stehen müssen. Von der Einhaltung von Abstandsregeln und Corona-Prävention kann hier nicht ansatzweise die Rede sein.

Unterschiedliche Jahrgänge dicht an dicht

Das Zusammendrängen von Schülern unterschiedlicher Jahrgänge und Schultypen auf engstem Raum konterkariert sämtliche Schutzpläne der Schulen, mit getrennten Lerngruppen, Zugangs- und Abstandsregeln in Schulgebäuden und Pausenhöfen und gefährdet die Gesundheit der Schüler, der Busfahrer, der Lehrer, der Eltern und Großeltern.

Zempows Ortsvorsteher Ulrich Schnauder – hier in einer Sitzung des Ortsbeirates. Quelle: Christian Bark

Gerade vor dem Hintergrund der deutschlandweit wieder ansteigenden Corona-Fall-Zahlen erscheint ein derartiger Schülertransport als nicht akzeptabel. Sollte nur einer der Schüler eine Corona-Infektion mit in die überfüllten Busse bringen, können alle Wittstocker Schulen erst einmal wieder zumachen, die Lehrer, Schüler und ihre Angehörigen in Quarantäne gehen mit allen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen, die das mit sich bringt.“

Seit einer Woche hat sich nichts getan

Der Ortsvorsteher habe die morgendlichen Zustände auf der Buslinie 746 vor einer Woche der Schulleitung des Wittstocker Gymnasiums geschildert. Dort sei ihm zugesichert worden, dass man sich um die Lösung der Angelegenheit kümmern werde. An der Situation habe sich aber nichts verändert.

Ulrich Schnauder bittet den Landrat, „dringend tätig zu werden. Wenn Sie sich nicht in der Lage sehen, für dieses Problem eine Lösung zu finden, sollten Sie beim Land Brandenburg um Amtshilfe zu bitten.“

Von MAZonline