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Wittstock/Dosse Elektronikgeschäft schließt zum Jahresende
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13:02 27.12.2019
Bernd Dieter Hahn vor einem alten Iris-Fernseher aus den 60er Jahren. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Seit fast 30 Jahren ist der Elektronikladen von Bernd Dieter Hahn in der Gröperstraße eine feste Größe in Wittstock. Am 1. März 1991 hatte Hahn sein Geschäft eröffnet, zum 28. Dezember wird er es für immer schließen. „Eigentlich hätte ich mindestens bis 2020 weitermachen wollen, aber es geht auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr“, erklärt der 66-Jährige.

Angefangen hatte Bernd Dieter Hahn vor 50 Jahren mit einer Lehre zum Funkmechaniker, spezialisiert auf Fernseher. Nach seiner Armeezeit arbeitete er ab 1974 im Dienstleistungsbetrieb, Abteilung Bild und Ton. „Ich war Antennenbauer. Die Leute wollten über ihren Anschluss hauptsächlich ARD, ZDF, DDR 1 und 2 sowie SFB gucken“, blickt Bernd Dieter Hahn zurück.

In den Folgejahren hat er sich dann weiter auf Fernsehgeräte spezialisiert, die Meisterprüfung schloss er 1987 in Staßfurt bei Magdeburg ab, wo sich das größte Fernsehgerätewerk der DDR befand.

Das Geschäft in der Gröperstraße wird zum Jahresende geschlossen. Quelle: Christian Bark

Aus Staßfurt stammt auch noch ein alter Iris-Fernseher aus den 1960er Jahren. Eines der vielen Relikte aus einem halben Jahrhundert Funk- und Fernsehtechnikgeschichte, die Bernd Dieter Hahn miterlebt hat. Die Geräte stammen noch aus seiner Tätigkeit im Dienstleistungsbetrieb in Wittstock, wo er Ende der 80er Jahre als Abteilungsleiter arbeitete.

Mit der Schließung dieses Betriebs nach der Wende machte sich Hahn selbstständig, 1919 eröffnete er sein Geschäft. „Es gab zwei große Herausforderungen“, erinnert er sich. Zum einen die betriebswirtschaftliche und zum anderen die technische.

Allerdings habe er sich immer auf dem Laufenden gehalten. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, betont der 66-Jährige. Die Entwicklung von der Röhre bis hin zum OLED-Fernseher sei äußerst interessant gewesen. Sein Geschäft „Hahn Elektronik“ habe immer die Ausrichtung TV, Radio und Antennen gehabt. „Vor 27 Jahren haben wir die ganzen Wohngebiete in Wittstock mit verkabelt“, erinnert sich Bernd Dieter Hahn.

Großmärkte und Internet machen Konkurrenz

Zeitweise waren sieben Mitarbeiter angestellt, Bernd Dieter Hahn hatte eine Filiale in Pritzwalk sowie einen Mobilfunkladen zusätzlich in Wittstock betrieben. „Filialen funktionieren aber in der Branche nicht. Der Unternehmer gehört in ein Geschäft“, erklärt Bernd Dieter Hahn.Das Mobilfunk-Geschäft habe aufgrund des Überangebots in Wittstock nicht mehr funktioniert, die Konkurrenz der Großmärkte sowie im Internet hätten auch ihre Spuren hinterlassen.

Mittsommernachtsshopping in Wittstock Bernd Dieter Hahn (l.) gehört zu den seit zehn Jahren zu den Initiatoren. Quelle: Björn Wagener

„Vor allem der Service war am Ende verstärkt nachgefragt“, berichtet der Unternehmer. Er selbst sei meistens zu seinen Kunden herausgefahren, die mittlerweile aber auch immer älter geworden seien.

Zuletzt hatte sein Geschäft viel mit der Einrichtung von Internetanschlüssen und Fernsehempfang via digitalen Kabelanschluss zu tun gehabt. Trotz besagter Schwierigkeiten hätte das Geschäft also noch einige Jahre weiter bestehen können. „ich bin nicht glücklich darüber, dass ich keinen Nachfolger habe“, sagt Bernd Dieter Hahn.

Allerdings könne er verstehen, dass junge Leute nicht in einer Einzelhandelsbranche anfangen wollten, die langfristig keine Zukunft habe.

Um seine beiden Mitarbeiter, die nun arbeitslos werden, tut es dem Geschäftsinhaber besonders leid, wie er sagt. „Ich denke aber, dass sie rasch wieder einen Job finden werden“, sagt er. Und ganz lassen kann es der 66-Jährige nach dem 28. Dezember dann wohl doch nicht. Zwar schließen Laden und Postfiliale in der Gröperstraße, sein Büro will Hahn aber noch geöffnet lassen und auch noch Service anbieten. „Auch wird es noch bis ins kommende Jahr hinein einen Restpostenverkauf geben“, kündigt er an.

Nachfolger für Händlerstammtisch gesucht

Mit Bernd Dieter Hahn verlässt aber nicht nur ein Einzelhändler die Bühne, denn vor knapp zehn Jahren hatte er auch den Wittstocker Händlerstammtisch mit ins Leben gerufen. „Das war nach unserem ersten Mittsommernachtsshopping“, blickt der 66-Jährige zurück. Besagte Einkaufsnacht, die 2017 auf das „Herbstfeuerwerk“ erweitert worden war, gehört laut Hahn zu den großen Erfolgen seines Engagements. Zumindest 2020 will er sich aber noch im Händlerstammtisch und den Veranstaltungen einbringen. „Wir müssen nun Leute finden, die sich um diese Ereignis und die Innenstadt kümmern“, so Bernd Dieter Hahn.

Allgemein betrachte er die Situation vieler Innenstadthändler in Wittstock mit Sorge. „Es wird schwierig, einen Nachfolger zu finden“, erklärt der 66-Jährige. Wenn allerdings nach und nach Geschäfte im historischen Stadtzentrum schließen müssten, ginge auch ein Stück Vielfalt in der Dossestadt verloren.

Von Christian Bark

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