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Wittstock/Dosse Feuchtwiesen – Natur hilft bei Gestaltung der Laga mit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Feuchtwiesen – Natur hilft bei Gestaltung der Laga mit
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15:13 10.07.2019
Die Feuchtwiese an der Glinze beherbergt nicht nur viele Pflanzenarten, dort haben auch viele Insektenarten angesiedelt sowie Vogelarten wie Kiebitz und Brachvogel. Quelle: Cornelia Felsch
Wittstock

In Brandenburg wird das Wasser knapp, die Pegel sinken und die Böden sind ausgetrocknet. Der Sommerflor auf dem Gelände der Landesgartenschau in Wittstock ist immer mehr auf die künstliche Bewässerung angewiesen.

Anders sieht es in den Feuchtgebieten an Glinze und Dosse aus. „Der Wasserstand ist dort zwar auch um etwa 30 Zentimeter niedriger, aber das ist momentan nicht so problematisch“, sagt Gartenbauingenieur Andreas Kenzler.

Im Herbst 2017 standen die Flächen unter Wasser

Der Standort ist durch schwankende Wasserstände geprägt, die Pflanzen am Ufer der Glinze werden von diesem kleinen Flüsschen mit Nährstoffen versorgt. Das Gewässer sorgt bei Überschwemmungen für Nährstoffeintrag. „Im Herbst 2017 standen diese Flächen hier an der Glinze und Dosse völlig unter Wasser“, erinnert sich der Gärtner. „Man konnte sie nicht betreten. Hier haben sich Pflanzen angesiedelt die auch drei bis vier Wochen unter Wasser stehen können.“

Mädesüß, Blutweiderich, Baldrian, Lichtnelke, Sumpfdotterblume und Binsen gedeihen dort und haben sich bereits zu geschlossenen Beständen entwickelt.

Acker- und Weideflächen wurden benötigt

Noch im Mittelalter gab es in Deutschland reichlich Auenwälder und Feuchtwiesen. Diese natürlichen Biotope wurden von den Menschen aber immer mehr verdrängt. Acker- und Weideflächen wurden benötigt, um die Ernährung zu sichern. Heute sind die artenreichen Feuchtwiesen stark gefährdet.

Dass in Wittstock derartige Biotope Bestandteil der Landesgartenschau sind, ist auch für die Gärtner etwas Besonderes.

„Die Vegetation hat sich in diesen Gebieten ganz natürlich entwickelt“, sagt Andreas Kenzler. „Es hat uns bei der Gestaltung des Laga-Geländes auch viel Mühe bereitet, diese Bereiche dort zu schützen.“

Vegetation konnte sich ungestört entwickeln

Über 30 Jahre hinweg konnte sich dort ungestört eine für Feuchtwiesen typische Vegetation entwickeln, die auch wieder Unterschlupfmöglichkeiten für Wassergetier bietet. Molche, Schnecken, Frösche und vor allem Insekten finden dort ihren Lebensraum, der dann auch wieder verschiedenen Vogelarten als Nahrungs- und Brutraum dient.

Ganz ohne menschliches Zutun funktioniert es allerdings auch nicht. Die Feuchtwiesen müssen regelmäßig gemäht werden. In Wittstock geschieht dies einmal im Jahr, damit der Artenreichtum erhalten bleibt und die Flächen nicht verbuschen. Auf dem Laga-Gelände war dieser Zeitpunkt jetzt gekommen; die Seggen waren verblüht. Auch die gelben Wasserlilien und die blauen Prärielilien (Camassia), die feuchte Böden bevorzugen, haben sich verabschiedet.

Gärtner pflanzen Weiden

In den vergangenen Wochen haben die Gärtner auf dem Gelände Weiden gepflanzt, denn diese Baumart kommt auch mit Staunässe zurecht. Ein zeitweiser Überschuss an Wasser im Wurzelbereich ist mit Sauerstoffmangel verbunden und führt bei vielen Pflanzen zu Schäden. Pflanzenarten der Feuchtwiesen verfügen gegenüber den Arten anderer Standorte über spezielle Mechanismen. Etliche Arten verfügen über Hohlraumgewebe, wodurch Luft in die Wurzeln geleitet werden kann. „Das kann man sich wie bei einem Strohhalm vorstellen“, erklärt Andreas Kenzler.

Viele Pflanzengruppen kommen sowohl in trockenen, als auch in feuchten Gebieten vor. So wachsen in feuchten Uferbereichen das Sumpf-Vergissmeinnicht, die Wasser- Minze, der Bach-Ehrenpreis oder die Wasser-Schwertlilie.

Im Rahmen der Veranstaltungsserie „Wachsender Garten“ können die Besucher jetzt am Garten-Info-Treff kleine Wasserlandschaften bewundern und sich Anregungen für die Gestaltung im eigenen Garten holen. Dort werden auch die unterschiedlichsten Wasserpflanzen vorgestellt.

Von Cornelia Felsch

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