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Wittstock/Dosse Wittstock soll Zuhause für alle sein
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16:14 27.10.2019
In der Diskussionsrunde ging es auch um Alltagsrassismus in Wittstock. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Wo ist Zuhause? Diese Frage stand am Samstag im Mittelpunkt beim Film- und Diskussionsabend im Wittstocker Catharina-Dänicke-Haus. Die Veranstalter, der Verein Esta Ruppin die Engagement Global gGmbH, die Entwicklungsinitiativen fördert, hatten zuvor bereits in Perleberg, Wittenberge und Neuruppin einen solchen Abend organisiert.Wittstock war die letzte Station in Brandenburg, wie Inka Lange von Engagement Global erklärte.

Inka Lange von Engagement Global erklärte das Projekt. Quelle: Christian Bark

Gezeigt wurde zunächst der Film „We exist“, den Regisseur Lucian Segura 2018 gedreht hatte. Dabei griff er ganz unterschiedliche Schicksale von Menschen weltweit auf, die in irgendeiner Form von Migration und Leid betroffen waren. So etwa den durch den Krieg in Syrien erblindeten Abu aus Homs. Unterlegt waren die Geschichten mit viel Musik aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Film soll menschliche Ebene schaffen

„Aktuell sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Wir wollen mit dem Film die Schicksale dahinter zeigen“, erklärte Inka Lange. Lucian Segura war es darüber hinaus wichtig, eine menschliche Ebene zu schaffen, wie er sagte.

Der Film "We exist" zeigte unterschiedliche Schicksale von Migranten. Quelle: Christian Bark

„Gerade im ländlichen Raum sind solche Veranstaltungen wichtig, um dem Vorrücken von Rechts entgegenzuwirken“, sagte Inka Lange.

In der folgenden Diskussion sprachen die Teilnehmer nicht nur über den Film, sondern auch über persönliche Erfahrungen mit Migration. Dabei kritisierte Lucian Segura, dass Europa weiter postkoloniale Politik betreibe und um des eigenen Vorteils Willen weiter an einer Schwächung von Entwicklungsländern interessiert sei.

Fatima aus Somalia (l.) berichtete von ihren Erfahrungen. Quelle: Christian Bark

Das äußerte auch die Somalierin Fatima. Sie sprach sich aber nicht nur dafür aus, den Europäern die gesamte Schuld zuzuschieben. „Auch wir in Afrika haben eine gewisse Verantwortung“, sagte sie.

Alltagsrassismus in Wittstock

In Deutschland und Brandenburg beeindruckten sie die Rechte der Frauen. „Es ist aber auch wichtig, Angebote für Migrantenfrauen in Deutschland zu schaffen, damit sie sich integrieren können“, erklärte sie.

Sozialarbeiterin Anett Komrei-Suwareh berichtet von Alltagsrassismus in Wittstock. Quelle: Christian Bark

Für Integration und ein friedliches Miteinander, denn das mache auch ein sicheres Zuhause aus, müsse es mehr Toleranz und Begegnungen geben, wie Lucian Segura betonte. Wie Sozialarbeiterin Anett Komrei-Suwareh, die in Wittstock Flüchtlingsfamilien unterstützt und im Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ mitmacht, berichtete, gebe es in der Stadt nach wie vor Alltagsrassismus.

„Das fängt damit an, dass Frauen mit Kopftuch in der Apotheke nicht bedient werden“, sagte sie. Anwohner Klaus Doll hingegen berichtete, dass es auch Alltagsrassismus gegenüber Deutschen geben würde. Er selbst habe das in Berlin erlebt.

Klaus Doll (2.v.l.) berichtete von Rassismus gegenüber Deutschen in Berlin. Quelle: Christian Bark

Einig waren sich die Initiatoren darüber, dass in Wittstock mehr Raum für Begegnungen geschaffen werden muss. „Jeder Krümel ist wichtig. Jeder kann auch individuell etwas tun“, sagte Lucian Segura.

Am Freitag, 8. November, sollen ab 16.30 Uhr im Catharina-Dänicke-Haus Ideen für solche Begegnungstreffen gesammelt werden. Jeder Interessierte ist mit seinen Vorschlägen willkommen.

Von Christian Bark

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