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Wittstock/Dosse Gemeinsam Lebenszeit schöpfen
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16:42 13.01.2020
Die Frauen stießen beim Neujahrstreffen vor allem auf die Gesundheit an. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die Diagnose „Krebs“ stellt für Betroffene immer einen Schock dar. Bereits im Vorfeld und vor allem nach der Therapie kann es helfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Hier kommt die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs in Wittstock ins Spiel. Seit nunmehr 17 Jahren ist sie für betroffene Frauen in der Region Anlaufpunkt, seit 22 Jahren ist sie Teil des Landesverbands Frauenselbsthilfe nach Krebs Berlin-Brandenburg und dessen einzige Vertretung im Nordwesten Brandenburgs.

„Es gab mal Ambitionen, eine Gruppe in Neuruppin am Klinikum zu gründen. Das ist dann aber nichts geworden“, blickte Gruppenleiterin Elsbeth Fröhlich zurück. 29 Mitglieder zählt die Wittstocker Gruppe derzeit. Die Teilnehmer kommen vor allem aus den Gemeinden Wittstock und Heiligengrabe aber auch aus Pritzwalk. „Wir lachen vor allem viel zusammen und schöpfen so Lebenszeit“, sagte Elsbeth Fröhlich. Denn nur über Tod und Krankheit zu reden würde die Gruppenmitglieder auf Dauer deprimieren.

Eine von 19 Gruppen im Verband

1993 wurde die Selbsthilfegruppe in Wittstock gegründet. 1998 trat sie dem „Landesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs“ Berlin-Brandenburg bei. Damit ist Wittstock eine von 19 Gruppen im Landesverband.

29 Frauen gehören der Gruppe an. Sie hatten und haben alle mit einer Krebserkrankung zu kämpfen. In der Gruppe können sie sich unter Gleichgesinnten austauschen und gemeinsam Spaß haben. Sie treffen sich in der Regel jeden zweiten Mittwochnachmittag im Monat.

Folgende Termine stehen in diesem Jahr an:

12. Februar: Zum Thema „Sicherheit im Alltag“ hält die Polizei 16 Uhr einen Vortrag im KMG-Klinikum.

5. März: Es geht zur „Musical-Dinner-Show“ nach Sternberg.

8. April: Vortrag der Löwenapotheke ab 16 Uhr zum Thema „Gesundheit“ im KMG-Klinikum.

13. Mai: Waldspaziergang in Alt Daber, Treff ab 14 Uhr auf dem Parkplatz am Bleichwall in Wittstock.

10. Juni: Kremserausflug ins Grüne, Treff am KMG-Klinikum-Parkplatz ab 13 Uhr.

9. September: Themenabend „Patienten-Arzt-Gespräch“ ab 16 Uhr im KMG-Klinikum mit Chefarzt Bernd Christensen.

14. Oktober: Kaffee- und Singenachmittag ab 16 Uhr im KMG-Klinikum.

11. November: Ab 14 Uhr Besuch der Wittstocker Bibliothek mit Lesung.

9. Dezember: Jahresabschluss ab 17 Uhr im Hotel „Röbler Thor“ in Wittstock.

Viel gelacht wurde auch beim Neujahrstreffen der Gruppe im Konferenzraum des Wittstocker KMG-Klinikums. Das hat schon Tradition und beinhaltetet auch das Anstoßen auf ein gesundes neues Jahr – wobei die Betonung auf „gesund“ liegt. Die Frauen nutzten die Gelegenheit zum Erzählen und den Vorausblick auf das bevorstehende Jahr 2020.

Langes Leben mit dem Krebs

Der Plan ist wieder umfangreich. In der Regel gibt es jeden zweiten Mittwoch im Monat ein Treffen. Die Themenvielfalt ist beachtlich und neben gemeinsamen Singnachmittagen, Kremserfahrten, Wanderungen stehen auch ernste Themen wie etwa ein „Patient-Arzt-Gespräch“ an. Das wird Klinik-Chefarzt Bernd Christensen übernehmen. „Er redet nicht um den heißen Brei herum, sondern wird auch sehr direkt“, lobte Gruppenmitglied Karin Kranz.

Elsbeth Fröhlich wurde für zehn Jahre Vorstandsarbeit vom Verband geehrt. Quelle: Christian Bark

Sie hatte gerade erst ihren 80. Geburtstag gefeiert und folglich den Sekt beim Neujahrstreffen ausgegeben. Seit 19 Jahren gehört die Wittstockerin der Gruppe an. „Wir sind eine lustige Truppe und können zusammen lachen aber auch zusammen heulen“, sagte Karin Kranz. Für sie seien die Treffen immer wieder schön. Das trage auch dazu bei nicht nur über die Krankheit zu sprechen, sondern sie auch mal zu vergessen. „Krebs kann man nicht heilen. Er schläft in einem und man muss so leben, dass er nicht aufgeweckt wird“, sagte die 80-Jährige.

Lilly Bünger (2. v. r.) führt die Chronik. Quelle: Christian Bark

Wie Karin Kranz haben auch viele andere der 29 Mitglieder schon ein relativ hohes Alter erreicht. „Es gibt ein Leben nach dem Krebs und das kann lange währen“, sagte Elsbeth Fröhlich. Das die Krankheit immer wieder zuschlagen kann, führten den Teilnehmern wieder der Tod zweier Mitglieder vor Augen, für die es bei dem Treffen eine Schweigeminute gab. Dafür hat die Gruppe aber wieder zwei neue Mitglieder dazugewonnen. Nicht selbstverständlich, wie Elsbeth Fröhlich erklärt.

Auflösung vieler Gruppen in Brandenburg

Denn in Brandenburg hatten sich in der Vergangenheit viele Selbsthilfegruppen auflösen müssen. Entweder weil die Mitglieder zu alt und zu krank waren oder sich kein Vorstand gefunden hatte. Letzteres Problem war den Wittstockern vor drei Jahren auch gefährlich geworden. „Dafür sind in Berlin in jüngster Zeit weitere Gruppen entstanden“, berichtete Elsbeth Fröhlich. Sie leitet die Gruppe übrigens schon zehn Jahre und ist dafür vom Verband ausgezeichnet worden. Wichtig für die Gruppe sei zudem, dass sie den Konferenzraum des KMG-Klinikums kostenfrei nutzen dürfe.

2019 hatten die Frauen das übergroße Darmmodell besucht, das auf Darmkrebs aufmerksam machen sollte. Quelle: Christian Bark

Beim Neujahrstreffen wurde auch auf 2019 zurückgeblickt. Erinnerungshilfen gab vor allem die Bilderchronik, die Gruppenmitglied Lilly Bünger führt. Abgebildet waren darin die Mitglieder, wie sie ein übergroßes Darmmodell besuchten, das auf Darmkrebs aufmerksam machen sollte. Auch die Landesgartenschau (Laga) gehörte zu den Höhepunkten im vergangenen Jahr. „Wir haben viele Gruppen aus anderen Regionen hier begrüßt und durch Wittstock geführt“, blickte Elsbeth Fröhlich zurück. Alle seien begeistert gewesen.

Von Christian Bark

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