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Wittstock/Dosse Fuchsien bevölkern die 8. Hallenschau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Fuchsien bevölkern die 8. Hallenschau
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15:01 31.07.2019
Neben der ausufernden Fuchsienpracht kommt der Hibiskus durch seine überdimensional großen Blüten zur Geltung. Quelle: Cornelia Felsch
Wittstock

Zu Hunderten sitzen die grazilen Glockenblüten an den zahlreichen Fuchsienexemplaren, die derzeit den historischen Güterboden der Landesgartenschau bevölkern. „Fuchsien sind echte Liebhaberpflanzen“, sagt Manuela Kenzler. „In Deutschland gründen sich derzeit immer mehr Freundeskreise.“

Für Manuela Kenzler, die für die Arrangements in der Blumenhalle zuständig ist, begann der Tag um vier Uhr morgens. Lange bevor die ersten Besucher das Gelände betreten, ist sie in der Halle unterwegs, um die blühenden Schönheiten zu pflegen, mit Wasser zu versorgen und Verblühtes zu entfernen. „Wenn ich morgens hier rein komme ist es oftmals wie in der Sauna“, sagt sie. Aber das nimmt sie in Kauf, schließlich hat sie ihren Traumberuf gefunden.

Hingucker aus Südamerika

Bis zum 8. August können die Besucher der Landesgartenschau in Wittstock nun die aus Südamerika stammenden Hingucker in der achten Hallenschau bewundern. Die meisten Blumen kommen aus der Gärtnerei Schlestein in Basdorf (Barnim).

Die Gärtnerei, die sich auf Fuchsien spezialisiert hat, verfügt über einen Bestand von mittlerweile 800 verschiedenen Sorten. Bis 1990 beschränkte sich das Sortiment auf 25 Arten, da die Gärtnereien zu DDR-Zeiten zu 60 Prozent Gemüse anbauen mussten, damit die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. Nur 40 Prozent waren den Blumen vorbehalten.

Fuchsienparadies mit Party

Mittlerweile hat sich die Gärtnerei zu einem Fuchsienparadies gemausert. Ein jährliches Highlight ist die Fuchsienparty Ende Juni in Basdorf.

Damit Fuchsien ihre volle Schönheit entfalten können, brauchen sie allerdings viel Zuwendung – nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser, eine gute Standortwahl und die verwelkten Blüten sollten regelmäßig entfernt werden.

Einige der in Wittstock gezeigten Exemplare haben bereits ein Alter von 40 Jahren erreicht. „Das ist allerdings nur mit sehr aufwendiger Pflege möglich“, sagt Manuela Kenzler, die von der Vielfalt der Farben und Formen schwärmt. „Man braucht auch viel Fingerspitzengefühl, um sie in eine gewünschte Form zu ziehen.“

Sehenswerte Vielfalt

Hingucker bei dieser Schau sind die bis zu zwei Meter hohen Pflanzen – mal als Hochstamm, Halbstamm, Busch oder zu Bögen gezogen. Besonders die in die Jahre gekommenen Exemplare sind sehenswert. Die Stämme erinnern an alte Olivenbäume. Die Kronen sind übersät von zarten Blüten in vielen Varianten.

Wie kleine Glöckchen hängen die Blüten an der Pflanze – für Manuela Kenzler sind es bewundernswerte Kunstwerke. Quelle: Cornelia Felsch

Die Vielfalt reicht von der weiß-blau blühendenden, winterharten magellanica über die weißblütige gefüllte Arctica, die alte Sorte Empress of Prussia bis hin zu gefüllten Blüten, die fast kleinen Rosen ähneln. Winzig klein dagegen sind die Blüten der Wildsorten. Etwas ungewöhnlich ist die Fuchsie „Walz Jubelteen“, deren Blüten nach oben zeigen.

Fuchsien, die aus Mittel- und Südamerika stammen, sind seit dem 18. Jahrhundert in Europa bekannt. Als Topfpflanzen im Garten oder auf dem Balkon sind sie äußerst beliebt. Benannt wurden sie nach dem deutschen Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs. Der Mönch und Botaniker Charles Plumier fand 1696 in der heutigen Dominikanischen Republik einen zierlichen Strauch, mit leuchtend roten Blüten.

Fuchsienpracht auf hohen Bäumen

In Europa kamen Züchtungen erstmals 1832 auf den Markt. Heute gibt es weltweit zirka 16.000 registrierte Sorten in großer Formen- und Farbenvielfalt. In ihrer Heimat wachsen Fuchsien bei hoher Luftfeuchtigkeit schon mal zu zehn Meter hohen Bäumen heran. Besonders begehrt sind in Deutschland Sorten, die vor allem widerstandsfähig gegenüber niedrigen Temperaturen sind.

Auf der Landesgartenschau blühen die Fuchsien nicht nur in der Halle, sondern auch im Friedrich-Ebert-Park. „Sie müssen allerdings immer gut gegossen werden“, sagt Manuela Kenzler. „ Der Ballen muss immer feucht sein. Allerdings dürfen sie nicht von oben gegossen werden, dann können die zarten Blätter leicht verbrennen.

Liebhaber haben sich in der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft zusammengeschlossen. In Brandenburg und Berlin werden von Fuchsienexperten 700 Sorten kultiviert.

Noch bis zum 8. August können die Laga-Besucher in der Blumenhalle in die erstaunliche Vielfalt der Fuchsien eintauchen.

Von Cornelia Felsch

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