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Wittstock/Dosse Ein Stück Verkehrssicherheit auf dem Handy
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ein Stück Verkehrssicherheit auf dem Handy
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07:04 03.03.2019
Maik Koch (Foto) aus Zaatzke und sein Geschäftspartner Marian Parchen aus Randow haben eine Verkehrswarnapp entwickelt. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Ein Fernsehbeitrag über „Smombies“, also Menschen, die permanent auf ihr Smartphone statt auf ihre Umgebung gucken, hat Maik Koch vor drei Jahren zum Nachdenken angeregt. Als dann auch noch sein jetziger Geschäftspartner Marian Parchen wegen dieses Phänomens beinahe über eine rote Ampel gelaufen wäre, entwickelten beide Männer die Idee für eine App.

„Ich bin eigentlich Elektrotechniker für Automatisierungssysteme“, sagt Maik Koch. Dadurch sei ihm zwar die Programmiersprache bekannt, ein IT-Spezialist ist der 33-Jährige aus Zaatzke damit aber trotzdem nicht – ebenso wie Marian Parchen, der eigentlich als Landwirt in Randow arbeitet.

Trotzdem hat die beiden jungen Männer die Idee nicht mehr losgelassen. Eine App, die den „Smombies“ in Gefahrensituationen warnt sollte entstehen.

App-Nutzern steht freies W-LAN an den Gefahrenstellen zur Verfügung. Quelle: Privat

„Wir haben das als deutsches Verfahrenspatent angemeldet“, berichtet Maik Koch. Ein Prototyp sei schon ab 2016 entwickelt worden. Demnach warnt das Smartphone ihre Nutzer mit akustischen, optischen oder Vibrationssignalen, wenn beispielsweise ein Bus oder eine Tram den Weg kreuzt oder die Ampel rot ist.

An entsprechenden Gefahrenstellen werden dann Signalquellen installiert. Über die soll der Nutzer der App auch freies W-LAN erhalten. Zwar gibt es laut Maik Koch mancherorts schon Bodenampeln an den Straßen, die könnten aber leicht durch Laub oder Schmutz verdeckt sein.

Motivation zur Entwicklung der App gaben den beiden Prignitzern die jährlichen Unfallzahlen. Allein zwischen 2014 und 2015 habe sich die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen das Smartphone als Ablenkung im Spiel war, um fast 700 auf 8694 erhöht. 85 Personen seien bei solchen Unfällen sogar gestorben. „Es ist also ein wachsendes Thema“, sagt Maik Koch.

App hilft auch Menschen mit Handicap

Mit ihrer App könnten er und Marian Parchen ihren Beitrag dazu leisten, dass der öffentliche Personennahverkehr auch in der Region sicherer wird. Und das nicht nur im Interesse der Smombies. „Auch hör- oder sehgeschädigte Menschen könnten davon profitieren“, betont der 33-Jährige.

Ihre Idee haben die Beiden nun zum Geschäft gemacht. Im September 2018 gründeten sie die Firma „iGO Solution 4MA GmbH“, haben neben dem Sitz in Randow auch ein Büro in Berlin gemietet.

Marian Parchen (l.) und Maik Koch stellten ihre App auch bei der Tourismusgalerie in Sewekow vor. Quelle: Privat

„Das ist das innovativste Startup, das ich bisher in der Region gesehen habe“, sagt Robin Schmidt, Wirtschaftsförderer bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG) in Neuruppin.

Er leitet dort seit Anfang 2018 einen regionalen Lotsendienst für Existenzgründer. „Wir bieten dabei eine völlig kostenfreie und umfangreiche Beratung“, sagt Robin Schmidt. Die enthalte beispielsweise ein viertägiges Developmentcenter.

Unterstützung für Existenzgründer

Seit 2018 gibt es den Lotsendienst bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg. Acht Mal im Jahr werden viertägige Developmentcenter angeboten.

Gefördert wird er Lotsendienst durch das Land Brandenburg sowie die Europäische Union.

47 Einzelqualifizierungen für Existenzgründer gab es 2018. In diesem Jahr sind es bereits zehn.

Mehr Informationen zum Lotsendienst unter: www.reg-nordwestbrandenburg.de

Mehr Informationen zu iGO Soltution 4MA GmbH unter: www.igo-solution-4ma.com

In den Fortbildungskursen wird Existenzgründern Basiswissen unter anderem zur Rechtsform ihres Unternehmens, zu Förderprogrammen, dazu, wie man Anträge stellt, und zum Marketing vermittelt. Danach seien spezielle Einzelcoachings möglich.

Das Basiswissen haben Marian Parchen und Maik Koch laut Robin Schmidt bereits mitgebracht. Die REG habe aber wertvolle Kontakte herstellen können – unter anderem zur Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, zur Wirtschaftsförderung Brandenburg sowie zur Sparkasse Ostprignitz-Ruppin.

Pilotprojekt startet in Ostprignitz-Ruppin

„Das Geschäftsmodell hat ein hohes Wachstumspotenzial“, schätzt Robin Schmidt die Zukunft von iGO Solution 4MA ein. In der Regel stammten die mehr als 40 pro Jahr Qualifizierten aus Bereichen wie der Pflege oder dem Gesundheitswesen. Der IT-Bereich sei hingegen etwas Besonderes.

Wichtig für das junge Unternehmen ist es nun, sich zu vernetzen. „Wir sind auf der jüngsten Tourismusgalerie in Sewekow schon gut mit Interessierten ins Gespräch gekommen“, berichtet Maik Koch. Auch auf der Verkehrstechnikmesse „InnoTrans“ in Berlin hatten beide einen Stand.

Derzeit wird ein Pilotprojekt vorbereitet, wobei die App praktisch getestet werden soll. Den genauen Ort für das Projekt will Maik Koch noch nicht verraten. „Es wird eine Stadt in Ostprignitz-Ruppin sein“, sagt er.

Zusätzlich zum Warnsignal gibt die App Einkaufstipps. Quelle: Privat

Wie die Existenzgründerberatung der REG soll die Verkehrsapp für Nutzer kostenlos sein. „Wir wollen in Sachen Sicherheit keine Zweiklassengesellschaft“, betont Maik Koch. Damit sich App und W-LAN-Hotspots finanziell aber doch tragen, werde die App „Tipps“ aus der näheren Umgebung mitteilen.

Die wird in einem Umkreis von rund 150 Metern gefasst. „Dann zeigt die App an: übrigens gibt es um die Ecke gleich einen guten Bäcker“, erklärt Maik Koch.

 

Von Christian Bark

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