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Wittstock/Dosse Mit Kerzen an eine dunkle Zeit erinnert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Mit Kerzen an eine dunkle Zeit erinnert
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18:42 09.11.2018
Mit Kerzen in der Hand gingen die Teilnehmer zum Marktplatz.
Mit Kerzen in der Hand gingen die Teilnehmer zum Marktplatz. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Der Pogromnacht von 1938 gedachten am Freitagabend etwa 50 Menschen auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof am Rosenplan in Wittstock. Die Nacht zum 10. November vor 80 Jahren gilt als der Beginn der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland.

„Menschen wurden nicht mehr nach ihren Taten beurteilt, sondern nach ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion. Den jüdischen Mitbürgern haben die Nazis zuerst das Menschenrecht, dann die Bürgerrechte und am Ende das Lebensrecht abgesprochen.

Ein hasserfüllter Exzess

Das mündete in einen Gewaltausbruch, einen hasserfüllten Exzess“, sagte Superintendent Matthias Puppe in seiner Gedenkrede. In

Nach jüdischer Tradition wurden kleine Steine niedergelegt. Quelle: Björn Wagener

diesen Tagen könne man „getrost schockiert sein, mit welcher Unverfrorenheit Menschen wieder Mitbürger diskriminieren, ihnen Angst machen oder ihnen drohen“, so Matthias Puppe, der die Teilnehmer anschließend zu einer Schweigeminute aufforderte.

Danach wurden – nach jüdischer Tradition – kleine Steine an Gräbern niedergelegt und Kerzen angezündet. Mit ihnen in der Hand gingen die Teilnehmer gemeinsam zum Marktplatz, begleitet von der Polizei. Das Ziel waren die dortigen „Stolpersteine“, die an jüdische Mitbürger erinnern, die den Nazis zum Opfer fielen. Dort wurde der Abend des Gedenkens fortgesetzt.

Von Björn Wagener