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Wittstock/Dosse Gestohlener Troll ist wieder aufgetaucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Gestohlener Troll ist wieder aufgetaucht
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00:57 24.12.2018
Patricia und Friedrich Dahm aus Wittstock sind froh, dass ihr Troll wieder da ist. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Große Weihnachtsfreude bei Familie Dahm: Ihr Troll ist wieder da – so kurz vor dem Fest.

Als sie ihn das erste Mal im Schaufenster eines norwegischen Geschäfts erblickten, hatten sich Patricia und Friedrich Dahm bereits in den 1,40 Meter hohen und 50 Kilogramm schweren Wikinger-Troll aus Kunststoff verliebt. Das Ehepaar aus Wittstock verreist jedes Jahr nach Norwegen. Dort reizt sie nicht nur die Landschaft, sondern auch die Tradition und Sagenwelt, zu der auch die Trolle gehören.

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„Ich hatte schon andere Trolle von Norwegen mitgebracht“, sagt Friedrich Dahm. Aber keiner sei so wie dieser gewesen. Lange habe er im vergangenen Jahr verhandelt, das gute Stück aus Handarbeit – es stammt aus einer Trollmanufaktur – zu einem guten Preis zu bekommen. Als es dann geklappt hatte, fand das Unikat seinen Platz vor der Haustür des Ehepaares in Wittstock.

Der Troll stand vor dem Hauseingang der Familie. Quelle: Privat

Obwohl mit einer Kette gesichert, war der Troll eines Morgens verschwunden – es war Ende August dieses Jahres. „Eine Woche vorher hatte man uns schon Pflanzen aus dem Garten gestohlen“, erinnert sich Patricia Dahm.

Und nun war der Troll weg, die Diebe hatten die Metallöse durchtrennt, an der die Kette angebracht war. „Wir waren wirklich traurig. Irgendwie gehörte der Troll schon zur Familie“, blickt Patricia Dahm zurück.

Ende August berichtete auch die MAZ über den Troll. Quelle: Christian Bark

Das blieb auch Nachbarn und Bekannten nicht verborgen. Täglich hätten sie gefragt, ob der Troll schon gefunden worden sei. Auch Fremde, die über den Verlust aus der Zeitung erfahren hatten, erkundigten sich nach dem Verbleib des rund 3000 Euro teuren Fabelwesens.

Suche auch digital gestartet

Familie Dahm ließ unterdessen nichts unversucht. Das Ehepaar bereitete Flugblätter vor, machte seinen Verlust bei Facebook publik. „Das wurde über 2000 Mal geteilt“, sagt Friedrich Dahm. Die Täter hätten es bei der Bekanntheit des Trolls wohl schwer gehabt, in zu Geld zu machen.

Nach dreieinhalb Monaten des Hoffens und Bangens gab es dann kürzlich einen wertvollen Hinweis. Ein Kunde des Ehepaars, das in Liebenthal einen Schrottplatz betreibt, hatte den Troll auf einem Flugblatt gesehen und wiedererkannt.

Der Troll stammt aus einer Manufaktur in Norwegen. Quelle: Privat

Wildschweine hatten wohl am Ufer der Glinze, nicht weit von Dahms Wohnhaus, die mit einem roten Tuch umhüllte und unter Schilf versteckte Figur freigewühlt. „Als wir ihn fanden, sah es aus, als würde er weinen“, verweist Patricia Dahm auf die Feuchtigkeit, die dem Troll in seinem Versteck noch anhaftete.

„Ein neuer Troll wäre lange nicht so toll gewesen, wie dieser. Da hängt doch unser Herz dran“, sagt Friedrich Dahm. Allerdings sei der Figur beschädigt gewesen – der Knauf des Schwertes war abgebrochen. Die kommenden Tage wird das gute Stück aber repariert.

„Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, das man uns machen konnte“, sagt Patricia Dahm. Der Kunde habe sich ebenfalls sehr über seinen Finderlohn gefreut. Dass die Diebe gefasst werden, hält Friedrich Dahm allerdings für unwahrscheinlich. Wichtig sei erstmal nur, dass sich die Figur wieder angefunden hat.

Wenn der Troll repariert ist, soll er wieder vor dem Hauseingang der Familie stehen. „Dann aber mehrfach gesichert“, betont Friedrich Dahm. So sei der gesamte Bereich videoüberwacht. Außerdem läute der Alarm, wenn jemand unbefugt den Eingangsbereich des Hauses betritt.

Von Christian Bark