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Wittstock/Dosse Ärger über Art der Grabenpflege
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ärger über Art der Grabenpflege
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16:14 08.10.2019
Landwirt Eberhard Granzow (r.) beschwert sich bei Rainer Plätke vom Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz über die Art der Grabenpflege. Quelle: Björn Wagener
Klein Haßlow

Tiefe Gräben ziehen sich in Klein Haßlow nicht nur durch landwirtschaftliche Flächen. Mindestens ebenso tief sind die Gräben zwischen örtlichen Landwirten und dem Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz. Bei einem Ortstermin nehmen einige Landwirte kein Blatt vor den Mund: Da ist von fehlendem Management die Rede, von „völligem Blödsinn“, „jeder Menge Defizite“ und davon, dass Arbeitseinsätze geschadet, nicht genutzt hätten.

Es geht um die Art und Weise wie bei Klein Haßlow Gräben gepflegt werden. Landwirt Eberhard Granzow ist sauer.

Fluss fließt in falsche Richtung

Der Babitzer Bach etwa fließe inzwischen schon in die falsche Richtung, weil er seit Jahren nur einseitig ausgebaggert werde und sich das Bett dadurch auch nur einseitig vertieft habe. Damit nicht genug: Auch trocken liegende Gräben würden ausgebaggert. Dabei hätte es dort genügt, die Böschungen zu mähen. Und die Technik, die dazu nötig ist, werde über frisch bestellte Felder herangefahren. Die Folge: Tiefe Spurrinnen. Sie finden sich vor allem auf einem Feld von Marian Parchen. Der ist entsprechend sauer und will einen Schadensausgleich vom Verband einfordern.

Ein Kommunikationsproblem

Dabei besteht offenbar ein Kommunikationsproblem: „Ihr unterhaltet euch nicht mit den Landwirten, um zu erfragen, was gemacht werden soll. Diesen Weg geht ihr nicht. Wir wissen nicht, wann was getan wird, bekommen es oft nur durch Zufall mit“, sagt Eberhard Granzow. Er wirft dem Verband vor, „kein vernünftiges Management“ zur Koordinierung der Arbeiten zu haben. Dadurch werde „viel Geld sinnlos ausgegeben“ und gleichzeitig sei der Beitrag, den die Landwirte an den Verband zahlen müssen von 6,65 Euro auf 9,46 Euro pro Hektar und Jahr angehoben worden.

Verbandsschauen oft ungenutzt

Rainer Plätke vom Verband hält dagegen, dass die Landwirte bei Verbandsschauen – landläufig auch Grabenschauen genannt – Gelegenheit hätten, darauf hinzuweisen, wo welche Arbeiten an Gräben sinnvoll sind und wann sie ausgeführt werden sollten, um Schäden zu vermeiden. „Aber diese Information kommt nur schleppend oder gar nicht von den Landwirten.“

Schäden werden reguliert

Zu den Spurrinnen auf den Feldern kündigt er an: „Das wird

Tiefe Fahrzeugspur auf bestelltem Acker von Marian Parchen. Die Spur hinterließ ein Fahrzeug, das zur Grabenpflege eingesetzt war. Quelle: Björn Wagener

reguliert.“ Denn das dürfe tatsächlich nicht passieren. Das bestätigt Verbandsgeschäftsführer Gernot Elftmann. „Darauf sollen die Landwirte natürlich nicht sitzen bleiben.“ Er sagt aber auch, dass von den Landwirten, die sich jetzt Luft machten „in den letzten Jahren keiner bei einer Verbandsschau dabei gewesen ist“. Elftmann ermutigt die Landwirte, dem Verband mitzuteilen, wann die Felder fürs Entkrauten befahren werden können und wie konkret agiert werden sollte.

Auch gute Erfahrungen

Anderswo funktioniere das gut, berichtet er und nennt die Agrargenossenschaft Biesen, die Bauernhof-Gesellschaft oder auch den Landwirtschaftsbetrieb Siekerkotte in Dossow als Beispiele. „Ich empfehle, da einfach mal zum Telefon zu greifen“, sagt Elftmann. Nur so könnten die Arbeiten bestmöglich erledigt werden – inklusive einer abschließenden Kontrolle.

Die beziehe sich jedoch auf Schwerpunkte. Mehr sei nicht möglich. Schließlich umfasse das Verbandsgebiet 142.000 Hektar Fläche mit rund 2100 Kilometern Gräben.

Von Björn Wagener

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