Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Wittstocker Stadthalle als Schatzkammer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Wittstocker Stadthalle als Schatzkammer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:16 24.02.2019
Während der Großtauschbörse für Münzen und Briefmarken in der Wittstocker Stadthalle. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Der Blick auf den Boden ist wichtig. „Hier, schau mal, darauf kommt es an“, sagt Heinz Johnen und hält einen historischen Reservistenkrug aus Bayern so, dass man hineinblicken kann. Am Ende ist eine leuchtende Figur zu erkennen. „Die muss da sein – oder ein Stempel am äußeren Boden. Wenn das nicht der Fall ist – lass die Finger davon“, rät er Rolf Casties, der ihm gegenüber steht. Der Senior aus Neuruppin sammelt solche Krüge. Beide feilschen ein wenig. Am Ende wechselt das gute Stück den Besitzer.

Zum 40. Mal luden Wittstocks Numismatiker (Münzsammler) und Philatelisten (Briefmarkensammler) am Sonntag zur Großtauschbörse in die Wittstocker Stadthalle in der Ringstraße.

Tische voller Raritäten

Die Teilnehmer kamen zumeist aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, mitunter aber auch aus Sachsen oder

Ulrich Drewin aus Zehdenick bei der Tauschbörse in Wittstock. Quelle: Björn Wagener

Berlin. Auf 90 Tischen ging es um Münzen, auf 40 um Briefmarken. Aber auch Geldscheine aus aller Welt, Postkarten, Bierkrüge, DDR-Wimpel, Pickelhauben und ähnliche Objekte waren ausgebreitet.

Hunderte Besucher schlenderten mit wachem Blick durch die Gänge, nachdem Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann die Börse um 9 Uhr eröffnet hatte.

Wilfried Duy war da schon seit sechs Stunden auf den Beinen. Der Präsident des Numismatischen Vereins im sächsischen Hoyerswerda hat sich auf Geldscheine aus aller Welt spezialisiert. „Ich war schon überall“, sagt er, während er durch eines seiner Alben blättert mit Scheinen aus exotischen Ländern.

Ich komme gern nach Wittstock

„Ich komme immer wieder gern nach Wittstock. Die Leute sind nett. Es ist eine angenehme Atmosphäre und vor allem schön hell“, sagt er.

Fast alle Sammler sind alte Hasen auf ihren Gebiet. Gerhard Brumm aus Dergenthin bei Perleberg packte das Briefmarkenfieber 1944. Werner Kasimir aus Malchow ist seit etwa 70 Jahren dabei. Auch Helmut Kube aus Rheinsberg oder Ulrich Drewin und Wolfgang Gerhardt von den Zehdenicker Münzfreunden sind ihrem Hobby seit vielen Jahrzehnten treu.

Den Kindern fehlt das Interesse

Letztere wollen sich mittlerweile von ihren Schätzchen trennen. „Ich löse die Sammlung auf. Die Kinder haben kein Interesse mehr daran“, sagt Ulrich Drewin, der seit den 1970er die Sammlerbörsen in Wittstock besucht und damit zu ihren treuesten Anhängern zählt. Wolfgang Gehrhardt verfolgt aus dem gleichen Grund ein ähnliches Ziel.

Frank Wilcke von den Wittstocker Numismatikern will nicht recht daran glauben, dass man dieses Hobby jemals wirklich aufgibt. „Wer einmal sammelt, der sammelt bis zum Tod“, meint er.

Dennoch ist auch von weiteren langjährigen Sammlern am Sonntag zu hören, dass sie ihre Stücke nun zu Geld machen wollen, bevor die Kinder oder Enkel das Ganze weit unter Wert weggeben würden, weil sie sich damit nicht auskennen. Ihnen fehle das Interesse.

Vom Erlös in den Urlaub

Heinz Johnen lebt seit 48 Jahren in Dänemark. 1961, sagt er, habe er das Münzensammeln für sich entdeckt, besitzt aber auch Postkarten oder historische Bierkrüge. Bis auf ein paar ausgesuchte Stücke will auch er alles verkaufen. „Vom Erlös fahre ich mit meiner Frau richtig schön in den Urlaub.“

Von Björn Wagener

Eine aufmerksame Passantin hat am Samstagabend dafür gesorgt, dass in Wittstock ein Sprayer auf frischer Tat ertappt werden konnte. Er hat offenbar nicht nur Schmierereien angebracht.

24.02.2019

Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte die Prignitz und das Ruppiner Land zu großen Teilen. Warum viele Überlieferungen dennoch übertrieben sind, erklärte Historiker Matthias Asche in Wittstock.

25.02.2019

Der Versuch den Selbstbau nach oben auf den Schornstein zu schaffen, wurde am Freitag abgebrochen. Ein ganz praktischer Grund sorgte dafür, dass die Pläne geändert werden mussten.

25.02.2019