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Wittstock/Dosse Hilfe bei Lebensmüdigkeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Hilfe bei Lebensmüdigkeit
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17:12 10.09.2019
Kristin Köppen (v. l.) und Katrin Ulmer und Melanie Brüning-Lederer machten auf den Welttag in Wittstock aufmerksam. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Hunderttausende Menschen nehmen sich jedes Jahr das Leben – in Deutschland sind es rund 10 000. Um darauf aufmerksam zu machen, haben die Weltgesundheitsorganisation und die International Association for Suicide Prevention 2003 den Welttag der Suizidprävention ins Leben gerufen. Der Aktionstag findet immer am 10. September statt.

Erstmals gab es zu diesem Anlass am Dienstag einen gemeinsamen Informationsstand des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und er Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Wittstock. „Häufig sind Suizidgedanken auch auf eine psychische Beeinträchtigung zurückzuführen“, sagte KBS-Mitarbeiterin Katrin Ulmer. Das sei besonders gefährlich, weil hier die Entscheidung, aus dem Leben treten zu wollen, nicht bei klarem Verstand und durch eigenen Willen getroffen werde.

Infoplakat auf dem Wittstocker Markt. Quelle: Christian Bark

„Manchmal werden Suizidgedanken aber auch zum Thema während eines Gespräches“, berichtete ihre Kollegin Kristin Köppen. Es helfe oft, darüber zu reden.

Zwar steigt Kristin Köppen zufolge das Suizidrisiko mit zunehmendem Alter, wie Melanie Brüning-Lederer vom Sozialpsychiatrischen Dienst aber erklärte, sind auch junge Menschen vor allem in der pubertären Phase betroffen.

„Ritzen oder Suizidversuche können auch als Hilferuf verstanden werden“, sagte Katrin Ulmer. Dabei wollten die meist weiblichen Jugendlichen sich nicht wirklich das Leben nehmen, sondern auf ein Problem aufmerksam machen.

Junge Frauen besonders oft betroffen

Laut dem Verein „Freunde fürs Leben“ machen Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 25 Jahren den größten Anteil von Suizidversuchen in Deutschland aus.

„Besteht akute Suizidgefahr, können auf Betroffene auch Zwangseinweisungen zukommen“, berichtete Melanie Brüning-Lederer. Zwangseinweisungen seien aber in ihrem Wirkungsbereich Wittstock und Heiligengrabe nur höchst selten vorgekommen.

Viel wichtiger sei, dass sich Betroffene selbst helfen lassen wollen. Dabei seien die Helfer aber auch auf Hinweise und das Mitwirken von Angehörigen angewiesen. Der Landkreis hält dafür entsprechende Angebote parat, etwa beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst.

Viele Hilfsangebote in der Region

Aber auch Melanie Brüning-Lederer und ihre Kollegen stehen Menschen in Lebenskrisen oder mit Suizidgedanken ambulant zur Seite. Dazu gebe es ein Netzwerk aus Institutionen, die ebenfalls helfen können.

„Manchmal reicht es schon, wieder Struktur in den Tagesablauf zu bringen“, sagte Katrin Ulmer. Das sei beispielsweise in Wittstock in der Tagesstätte der Awo aber auch der Tagesklinik der Ruppiner Kliniken möglich.

Präventionsarbeit leistet aber auch die KBS, die es zudem in Kyritz und Neuruppin gibt. „Hier entstehen soziale Kontakte, wodurch auch Menschen mit Selbsttötungsgedanken zurück ins Leben geholt werden können“, so Katrin Ulmer.

Kristin Köppen betonte in dem Zusammenhang, wie wichtig es sei, über solche Probleme zu reden. „Es hilft nur reden, reden und nochmals reden. Auch wenn psychische Probleme und Suizidgedanken bis heute ein gesellschaftliches Tabu darstellen“, sagte sie.

Mehr zu Aktionstag unter: www. welttag-suizidpraevention.de

Von Christian Bark

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