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Wittstock/Dosse Sommertheater vor der Stadtmauer auf der Landesgartenschau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Sommertheater vor der Stadtmauer auf der Landesgartenschau
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13:31 28.07.2019
Theater an der Stadtmauer Beim historischen Lustspiel punktet am Samstag Abend der Amtshof in Wittstock mit seiner Kulisse. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Diese Kulisse ist einzigartig. Eine Theaterbühne vor der Wittstocker Stadtmauer – ganz nah am historischen Backstein. Damit zeigte sich der Amtshof in Wittstock am Samstag Abend den Gästen der Landesgartenschau (Laga) noch einmal von einer anderen Seite.

Theater 89 tritt auf

Beim Auftritt vom „Theater 89“, ein freies Theater aus der Uckermark mit Berliner Wurzeln, wird zugleich der Bogen zur Geschichte gespannt. Denn die Aufführung reiht sich in die Sommertheaterreihe der Städte mit historischen Stadtkernen ein.

Wittstock ist dort mit weiteren 30 Städten im Land Brandenburg Mitglied. Damit passt ein historisches Schauspiel am besten auf die Bühne. Das „Theater 89“ unternimmt in diesem Jahr seine 10. Sommertheaterreihe.

Herr Olmers (r.) als König inkognito (rechts) trifft erstmals auf die Bewohner von Krähwinkel. Quelle: Christamaria Ruch

„Die deutschen Kleinstädter“ ist ein Lustspiel von August von Kotzebue (1761 bis 1819).

„Der Dramatiker und Schriftsteller Kotzebue war zu seiner Zeit bekannter als Schiller und Goethe“, sagt Hans-Joachim Frank, künstlerischer Leiter von „Theater 89.“ Er führt bei dem Stück auch Regie. „Das ist bestes Boulevardtheater, es gibt tolle Dialoge und wir möchten einen schönen Sommerabend einfangen“, sagt er.

Von Kotzebue ist heute fast vergessen, seine Werke werden kaum noch aufgeführt. Für Hans-Joachim Frank ist das Theaterstück „eine richtige Wiederentdeckung.“ Denn „es stellt die Wirklichkeit verzerrt und in komödiantischen Zügen dar.“

Standesdünkel am Pranger

Von Kotzebue hielt in dem Lustspiel der Gesellschaft einen Spiegel vor und nahm Gewohnheiten und alte Zöpfe aufs Korn. Vor allem steht der Standesdünkel am Pranger.

Bürgermeister Nicolaus Staat malt vor Sabine und der Großmutter (v.l.) die Zukunft in die Luft. Quelle: Christamaria Ruch

Sabine, die Tochter von Bürgermeister Nicolaus Staar, soll nach Wunsch ihrer Vaters einen standesgleichen Mann heiraten. Der Bau-, Berg- und Weginspektorsubstitut Sperling scheint damit als Schwiegersohn in spe wie gemacht.

Das ganze Theater spielt in der Kleinstadt Krähwinkel. Der Name passt, denn eine Krähe hackt auch dort der anderen kein Auge aus.

Sabine hat ihren eigenen Kopf

Sabine ist eine selbstbewusste junge Frau, hat ihren eigenen Kopf und in der Residenzstadt einen Mann kennen gelernt – ihm möchte sie ihr Herz schenken. Er heißt nur Herr Olmers und es ist klar, dass er als Mensch und nicht mit Titeln punktet.

Sabine ist nicht verlegen, als ihre Großmutter sie nach dem „Mannsbild“ fragt. „Du trägst ein fremdes Mannsbild hier im Haus, wohl auch im Herzen, vermute ich“, so die Großmutter. „Es ist nur im Glas“, sagt Sabine und meint damit das Abbild von Herrn Olmers im Medaillon.

Irrungen und Wirrungen

„Das springt doch bestimmt aus dem Rahmen heraus“ so die Großmutter. Sabine spinnt den Faden weiter und erklärt ohne Verlegenheit, dass es sich um das Abbild des Königs handelt. Damit nehmen die Irrungen und Wirrungen ihren Anfang.

Die Darsteller nehmen bei der Aufführung immer wieder den Weg durchs Publikum. Quelle: Christamaria Ruch

Sperling und Olmers buhlen um die Gunst und bringen das gewohnte Gefüge durcheinander. Schon malen sich die Familienangehörigen ihre Zukunft in schillernden Farben aus, denn auch sie profitieren von der Hochzeit mit einem (vermeintlichen) König.

Inspektor Sperling (hinten rechts) bereitet sich auf die Ankunft des vermeintlichen Königs vor. Quelle: Christamaria Ruch

Die Schauspieler überzeugen mit Spiel- und Wortwitz. Nach drei Stunden steht ein Happy Ende bevor und die Liebe hat Vorfahrt. Bei der Zugabe erleben die 100 Zuschauer Lieder wie „Die Gedanken sind frei.“ Für Regisseur Frank ist „das ein Kontrapunkt zur Komödie.“

Von Christamaria Ruch

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